Galerie der Arbeitswelt

Bits & Bytes im Fischereihafen

Bits & Bytes im Fischereihafen

Defekte Netbooks, verstaubte Drucker oder Bildschirme mit Kratzern: Im Wareneingang der Siwona gGmbH entscheidet Uwe Maasberg, ob gebrauchte Hardware im Schrott oder wie neu auf einem Schreibtisch landet.

Text: Anette Melerski - Foto: Kay Michalak

Rund 220 Tonnen Altgeräte hat Uwe Maasberg seit seinem ersten Tag in dem Bremerhavener Unternehmen angenommen, gewogen, begutachtet und dokumentiert: „Wir verwerten alte Computer und alles, was dazugehört. Sind die Rechner, die wir von Unternehmen oder beispielsweise der Brüsseler EU-Verwaltung bekommen, noch in Ordnung, betanken wir sie mit aktueller Software und verkaufen sie. Der Rest wird zerlegt, als Ersatzteil weiterverarbeitet oder verschrottet.“

Uwe Maasberg ist ein Mann der ersten Stunde – im Tagesgeschäft wie auch in der noch jungen Geschichte der Siwona: „Ich schließe morgens auf. Wenn die Rechner eintrudeln, muss ich da sein. Beim Warenein- und -ausgang entscheide ich: Ist das noch zu gebrauchen oder kann das weg?“ Was immer in Uwe Maasbergs Halle landet, verschwindet nach dem Wiegen erst einmal im Verschlussraum. So können die Kunden sicher sein, dass sensible Daten nicht in falsche Hände geraten: „Die Datenträger nehme ich als Erstes raus und lasse sie von unseren Fachinformatikern löschen.“

Integration am Arbeitsplatz
Auch den Umbau der ehemaligen Waltranfabrik – der tranige Geruch hängt noch manchmal leicht in der Luft – hat der gelernte Speditionskaufmann von Anfang an begleitet. Damals, vor gut einem Jahr, waren die Hallen noch komplett leer: „Mit 17 Mann – Geschäftsführung inklusive – haben wir alle Regale, Arbeitstische und Gitterboxen selbst so lange auf- und umgebaut, bis es für unsere Zwecke passte.“

Manchmal rückt er die Boxen, in denen Platinen, Kabel oder Stecker landen, noch heute an eine andere Stelle – meistens, weil ihm zu Hause auf dem Sofa ein Geistesblitz kommt, wie man den Platz noch effektiver nutzen könnte.

Rund die Hälfte der 17 Mitarbeiter, die Siwona als gemeinnützige GmbH beschäftigt, sind Kollegen mit psychischen oder physischen Beeinträchtigungen. Damit gehen mitunter auch unterschiedliche Arbeitsweisen einher. Wenn Uwe Maasberg nicht da ist, hat sein Stellvertreter, ein Kollege mit Asperger-Syndrom, die Verantwortung – dafür braucht er aber klare und sehr genaue Anweisungen, nach denen er arbeiten kann: „Mir ist es lieber, wenn jemand immer wieder fragt“, so Maasberg. „Es gibt aber auch Kollegen, denen ich immer wieder erklären muss, dass Plastikteile mit Schrauben nicht in den Behälter für sortenreine Kunststoffe kommen.“ Da reißt ihm dann auch schon mal der Geduldsfaden: „Ich bin nie lange sauer, aber schließlich habe ich die Verantwortung dafür, was die Halle verlässt. Das muss laufen.“

Siwona in Bremerhaven AKB003_IconInfo

Als „Servicegesellschaft für intelligentes Wohnen und nachhaltiges Wirtschaften“ steht die Abkürzung Siwona nicht nur für inklusives Arbeiten und Nachhaltigkeit. In der Abkürzung steckt auch schon die nächste Geschäftsidee: technische Lösungen für die häusliche Pflege.

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