Fragen und Antworten

Das Entgelttransparenzgesetz

Gleicher Lohn für Männer und Frauen? — Das Entgelttransparenzgesetz

Gleiches Geld für gleiche Arbeit durchzusetzen, ist nicht immer einfach. Insbesondere, wenn Beschäftigte gar nicht wissen, was die Kollegen verdienen. Ein neues Gesetz soll dabei helfen, den sogenannten Auskunftsanspruch durchzusetzen.

Text: Hanna Mollenhauer
Foto: Kay Michalak

Was bedeutet „Auskunftsanspruch“?

Behörden und Unternehmen ab 200 Beschäftigte haben durch das Entgelttransparenzgesetz die Pflicht, Beschäftigten Auskunft über das durchschnittliche monatliche Bruttoentgelt des anderen Geschlechts zu erteilen. Voraussetzung ist, dass mindestens sechs Beschäftigte des anderen Geschlechts eine gleiche oder gleichwertige Tätigkeit ausüben.

Was heißt das für mich konkret?

Gibt es im Unternehmen eine Interessenvertretung (zum Beispiel einen Betriebsrat), lassen Sie Ihren Auskunftswunsch schriftlich über diese an die Personalabteilung weiterleiten. Das geschieht dann mit anonymen Daten. Ohne Betriebsrat oder eine andere Interessenvertretung wenden Sie sich direkt schriftlich an die Personalabteilung – dann jedoch ohne Anonymisierung. Für eine Antwort hat der Arbeitgeber drei Monate Zeit. Diese Frist gilt aber nur für nicht tarifgebundene oder nicht tarifanwendende Unternehmen. Alle anderen müssen „rechtzeitig“ informieren, so das Gesetz.

Das Entgelttransparenzgesetz ist seit 6. Juli in Kraft und soll Beschäftigten helfen, gleiches Entgelt bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit durchzusetzen. Es gab auch vorher schon ein einklagbares Recht bei Diskriminierung von Männern und Frauen auf Schadensersatz. Jetzt gibt es ein weiteres Instrument: den Auskunftsanspruch. Der kann ab 8. Januar 2018 erstmalig geltend gemacht werden – und dann alle zwei Jahre.

Und dann weiß ich, was der Kollege verdient?

Das Gehalt einzelner Beschäftigter erfahren Sie nicht. Antworten beziehen sich grundsätzlich auf das Durchschnittsentgelt vergleichbarer Kollegen des anderen Geschlechts.

Muss der Arbeitgeber dann mein Gehalt anpassen?

Nein. Sie können das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber suchen. Oder sich zur Unterstützung an Ihren Betriebsrat wenden. Bei gravierender Ungleichbehandlung können Sie Ihre Ansprüche gerichtlich einfordern. Lassen Sie sich dazu vorab beraten, etwa in der Rechtsberatung der Arbeitnehmerkammer.

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