Alle Jahre wieder

Weihnachten und Arbeit

Dienst an den Weihnachtstagen, Job als Lebkuchenverkäufer, Anspruch auf Weihnachtsgeld – was Beschäftigte wissen sollten.

Habe ich Heiligabend und Silvester frei?

Der 24. und der 31. Dezember sind keine Feiertage. Beschäftigte ­müssen hier grundsätzlich arbeiten – es sei denn, es ist über Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen oder im Arbeitsvertrag anders geregelt. 

Worauf muss ich achten, wenn ich zum Beispiel als Verkäufer auf dem Weihnachtsmarkt arbeite?

Im Online-Versandhandel, im Einzelhandel, aber auch im Hotel- und Gaststättengewerbe und der Logistik ist zur Advents- und Weihnachtszeit Hochkonjunktur für Saisonarbeiter. Diese werden in der Regel kurzfristig beschäftigt, das heißt, eine solche Beschäftigung ist versicherungs- und beitragsfrei, unabhängig von der Höhe des Gehalts. Der Arbeitgeber muss lediglich Umlagen in geringer Höhe zahlen. Im Laufe eines Kalenderjahres darf nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage ge­arbeitet werden. Vorbeschäftigungen im laufenden Jahr werden eingerechnet. Eine kurzfristige Beschäftigung ist etwa für Schüler, Studenten, Auszubildende oder Voll- und Teilzeit­beschäftigte, die sich etwas hinzuverdienen ­wollen, optimal. Für Arbeit- oder Ausbildungs­suchende oder Beschäftige in Elternzeit ist sie nicht ­attraktiv, da die Tätigkeit dann be­rufsmäßig ausgeübt würde, was zur Beitrags- und Ver­sicherungspflicht führt.

Wann kriege ich Weihnachtsgeld?

Ein gesetzlicher Anspruch auf Weihnachtsgeld besteht nicht. Wenn im Arbeits- oder Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung die Zahlung des Weihnachtsgeldes ebenfalls nicht ­ge­regelt ist, können Beschäftigte dennoch einen Anspruch hierauf haben: Zahlt der Arbeitgeber seit mindestens drei Jahren vorbehaltlos ein Weihnachtsgeld in gleicher Höhe, ist eine sogenannte betriebliche Übung entstanden. Dann können Arbeitnehmer auch in diesem Jahr Weihnachtsgeld ver­langen. 

Kann mein Chef verlangen, dass ich an den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr arbeite? 

An den Weihnachtsfeiertagen (25. und 26. Dezember) und Neujahr gilt das gesetzliche Verbot der Sonn- und Feier­tagsbeschäftigung. Ausnahmen sind zum Beispiel Krankenhäuser oder die Polizei. Wer an diesen Tagen ­arbeiten muss, dem muss der Arbeitgeber einen Ersatzruhetag ge­währen. Außerdem haben Beschäftigte ein Recht auf mindestens 15 freie Sonntage im Jahr. Auch darf der Arbeitgeber eine Urlaubssperre für die Festtage und die Zeit zwischen den Jahren verhängen, allerdings müssen dringende betrieb­liche Gründe vorliegen. Personal­mangel zählt nicht dazu. 

Kann ich Weihnachten gekündigt werden?

Ja. Viele Unternehmen planen zum Jahres­anfang Umstrukturierungen. Daher gehen Ende eines ­Jahres viele Kündigungen raus, oft kurz vor Weihnachten. Für betroffene Beschäftigte kann das in der Folge ­hektisch ­werden. Denn wenn sie sich gegen die Ent­lassung wehren wollen, ­müssen sie innerhalb von drei Wochen Kündigungs­schutzklage einreichen. 

Text: Hanna Mollenhauer
Foto: Kay Michalak

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