Fragen und Antworten

Betriebsrat? Na klar!

Ohne Interessenvertretung im Unternehmen haben es Beschäftigte oft schwer, ihre Rechte durchzusetzen. Gut, wenn es einen Betriebsrat gibt. Der setzt sich für die Kolleginnen und Kollegen ein. Was Beschäftigte wissen sollten, wenn sie einen Betriebsrat gründen wollen.

Text: Hanna Mollenhauer
Foto: iStock, G&J Fey

Gibt es Voraussetzungen für die Gründung eines Betriebsrats?

In Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten kann ein Betriebsrat gegründet werden, auch Auszubildende ab 18 Jahren werden mitgezählt.

Wer darf für den Betriebsrat kandidieren?

Alle seit einem halben Jahr im Betrieb tätigen Arbeitnehmer ab 18 Jahren dürfen sich für die Wahl aufstellen lassen. Nicht wahlberechtigt sind zum Beispiel leitende Angestellte.

Wie lange dauert es bis zur Wahl?

In Betrieben ab 50 und mehr Mitarbeitern kann ein Betriebsrat innerhalb von etwa acht Wochen gegründet werden. In kleineren Betrieben von fünf bis 50 Beschäftigten geht das in einem vereinfachten Wahlverfahren innerhalb von zwei Wochen.

Ist man bei der Wahl an bestimmte Termine gebunden?

Betriebsratswahlen finden in Deutschland alle vier Jahre in der Zeit vom 1. März bis 31. Mai statt. Die nächste Wahl ist 2022. Wer allerdings zum ersten Mal einen Betriebsrat wählt, kann das jederzeit tun.

Wo und wie weit darf der Betriebsrat mitbestimmen?

Im Betriebsverfassungsgesetz sind der gesetzliche Auftrag wie auch die Instrumente für die Betriebsratsarbeit beschrieben. Ein Betriebsrat hat unterschiedliche Beteiligungsrechte und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Wenn etwa Umbaumaßnahmen geplant sind, muss der Betriebsrat umfassend und rechtzeitig vom Arbeitgeber darüber informiert werden. Nur so kann er auf Augenhöhe mit dem Arbeitgeber verhandeln und die Belange der Beschäftigten zum Beispiel zum Lärmschutz einbringen. Auch wenn der Arbeitgeber etwa Arbeitsbereiche auslagern will, ist der Betriebsrat zu beteiligen. Hier kann er Alternativen vorschlagen und Vereinbarungen im Interesse der Beschäftigten aushandeln. Bei der Einführung eines Zeiterfassungssystems beispielsweise bedarf es der Zustimmung des Betriebsrats.

Gibt es einen Kündigungsschutz für Betriebsräte?

Wer sich für eine Kandidatur entschieden hat, genießt einen besonderen Kündigungsschutz. Für nicht Gewählte gilt der Schutz auch noch ein halbes Jahr nach der Wahl, für Gewählte bis ein Jahr nach Ende der Amtszeit.

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Die Abteilung Mitbestimmung und Technologieberatung der Arbeitnehmerkammer berät Betriebs- und Personalräte und Mitarbeitervertretungen. Sie hilft auch bei der Gründung einer Interessenvertretung.  

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