Allergie am Arbeitsplatz

Frühes Handeln schützt Beschäftigte

Wenn die Pollen fliegen, ist Heuschnupfenzeit: Das wissen auch in Bremen Tausende Betroffene aus leidvoller Erfahrung. Doch nicht nur in der Natur gibt es Stoffe, die dem Immunsystem vieler Menschen zu schaffen machen und zu individuellen Überreaktionen führen: Auch am Arbeitsplatz tauchen zahlreiche potenziell allergieauslösende Stoffe auf, die schlimmstenfalls dafür sorgen können, dass eine weitere Ausübung des Berufs unmöglich wird.

Text: Anne-Katrin Wehrmann

Ob Mehlstaub beim Bäcker, Haarfärbemittel beim Friseur oder Desinfektionsmittel in der Pflege – ist ein Organismus erst einmal auf ein bestimmtes Allergen sensibilisiert, hat also eine Abwehr gegen diesen Stoff entwickelt, kann es bei jedem weiteren Kontakt zu Krankheitserscheinungen kommen.

Bei Atemwegsallergien reagiert das Immunsystem häufig innerhalb von wenigen Minuten durch Asthmaanfälle, Fließschnupfen oder Nesselsucht. Wo möglich, sollten Betroffene daher den Kontakt mit allergenen Substanzen verhindern oder zumindest vermindern – gegebenenfalls durch die Verwendung anderer Stoffe, die weniger gesundheitsschädlich sind. Alternativ können auch technische Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel Absauganlagen zum Einsatz kommen.

Häufig von Allergien betroffen ist auch die Haut, wobei beruflich bedingte Hauterkrankungen zumeist als Ekzeme an den Händen auftreten. Klassische Auslöser sind hautreizende Stoffe wie Desinfektions- oder Reinigungsmittel sowie – vor allem in der Metallindustrie – Kühlschmierstoffe. Auch hier gilt es, möglichst selten mit diesen Substanzen in Berührung zu kommen und bei Bedarf den Einsatz von Ersatzstoffen zu überprüfen.

Darüber hinaus erhöht der ständige Kontakt mit Wasser das Risiko für Hautekzeme. In allergiegefährdeten Berufen ist es Aufgabe des Arbeitgebers, einen Hautschutzplan zu erstellen. Darin wird unter anderem erklärt, mit welchen Maßnahmen die Hände zu schützen, zu reinigen und zu pflegen sind – Tipps zu Handschuhen, Seifen, Salben und Cremes inklusive.

Wird eine Allergie frühzeitig erkannt und behandelt beziehungsweise können die schädigenden Belastungen am Arbeitsplatz reduziert werden, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, den Job erhalten und den Eintritt einer Berufskrankheit verhindern zu können. Je nach Beruf kommen hierfür verschiedene technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen infrage. Folgende Anzeichen weisen darauf hin, dass eine Allergie tatsächlich auf die Arbeit zurückzuführen ist:

  • Die Symptome verschwinden nach Feierabend, am Wochenende und im Urlaub.
  • Behandlungen sind nur kurzfristig erfolgreich.
  • Die Symptome treten dort auf, wo der Körper bei der Arbeit mit Allergenen in Kontakt kommt.

Betriebs- und Hautärzte können dabei unterstützen, ein Allergie-Tagebuch zu führen und so den Auslöser der Allergie ausfindig zu machen. Je schneller dies gelingt, umso eher lässt sich ein chronischer Verlauf (zum Beispiel Asthma oder Neurodermitis) verhindern.

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