Kultur in der Kammer

Dieses Sängerinnen-Trio sorgt beim Heimatabend am 27. Mai in Oberneuland für musikalische Unterhaltung.

Wer an Kultur teilnimmt, ist Teil der Gesellschaft – das ist die Idee hinter der Kulturförderung der Arbeitnehmerkammer. Was bedeutet das konkret und welche Ziele stehen dahinter?

Text: Rike Oehlerking

Theater, politische Diskussionen mit Musik, Fotoausstellungen und Kabarett – Kultur macht es möglich, sich  den vielfältigen Themen der Welt von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu nähern. Regelmäßig unterstützt die Arbeitnehmerkammer solche Angebote und bietet auch selbst Kulturveranstaltungen an. Elke Heyduck, Geschäftsführerin und Leiterin der Politikberatung erklärt: „Wir wollen damit einen Anstoß zur aktiven Beteiligung geben. Kulturelle Bildung ermöglicht Teilhabe – auf eine spielerische Art, die einfach auch Spaß macht. Dabei achten wir immer auf eine hohe Qualität und ein differenziertes Angebot“. 

Förderung der Meinungsbildung

Das Kulturangebot der Arbeitnehmerkammer ist kein bloßes Konsum-Programm. „Wer sich aktiv an Kultur beteiligt, erkennt gesellschaftliche Strukturen“, erklärt Heyduck. Die „Heimatabende“, die die Arbeitnehmerkammer viermal jährlich in wechselnden Stadtteilen veranstaltet, bieten hierfür eine Plattform. Jeweils zu stadtteilbezogenen Themen wird diskutiert – auf dem Podium wie auch mit dem  Publikum. „Anders als in Beiratssitzungen steht bei uns die Unterhaltung im Zentrum“, betont Kulturreferent Peter Schenk, der die Abende seit sieben Jahren durchführt. Eine tragende Rolle kommt daher der Musik des Bremer Kaffeehaus-Orchesters zu. Die Abende sind ein Brückenschlag zwischen politischem und kulturellem Leben. „Es geht um einen ganzheitlichen Blick auf das alltägliche Leben in den Stadtteilen“, erklärt Schenk. ObNeustadt, Blumenthal, Überseestadt, Burglesum oder Blockland, in  Bremerhaven die Stadtteile Geestemünde und Wulsdorf – die Veranstaltungsreihe ist schon viel herumgekommen. Am 27. Mai findet der Heimatabend in Oberneuland statt. 

Kultur in der Arbeitnehmerkammer AKB003_IconInfo

Kleine Eintrittspreise ermöglichen einem breiten Publikum die Teilnahme an Kultur. Viele Veranstaltungen der Arbeitnehmerkammer sind kostenlos. Inhaber der KammerCard genießen zusätzliche Ermäßigungen bei Kooperationspartnern: Sie können beispielsweise für fünf Euro an Feierabendführungen in der Kunsthalle Bremen teilnehmen.

 

Auch in Bremerhaven ist eine Einrichtung der Arbeitnehmerkammer längst zur festen Institution geworden. „Das Capitol in der Hafenstraße ist oft ausverkauft“, erzählt Elke Heyduck. Seit 30 Jahren bietet das Haus ein Programm aus Kabarett, Comedy, Lesungen und politischem Theater. Namhafte Gäste stehen hier regelmäßig auf der Bühne: Am 24. Mai beendet der Auftritt der 

Kabarettistin Martina Schwarzmann die erste Hälfte der diesjährigen Spielzeit. Am 14. September startet die zweite Runde mit einem plattdeutschen Gastspiel des ungewöhnlichen NDR-Außenreporters Werner Momsen. Das seit über 20 Jahren erfolgreich laufende Satirefestival „SATIRICA“ läuft vom 2. bis zum 30. November. Der betreuenden Kulturreferentin Gundula Ott-von Bonin geht es um die Möglichkeit der aktiven Auseinandersetzung. Auch Elke Heyduck betont: „Kabarett ist immer auch politische Bildung. So wird Meinungsbildung gefördert – und dabei darf auch gelacht werden.“

trainride - Fotografien von Sabine Lewandowski (bis 31.5.18)

 

Werner Momsen gastiert am 14. September im Capitol in Bremerhaven

 

Kultur für alle und von allen

Viele ihrer Kulturprojekte bietet die Arbeitnehmerkammer gezielt in Stadtteilen an. „Kulturelle Milieus durchdringen sich heute viel eher“, erklärt Elke Heyduck. „Kultur ist nicht mehr nur besser Situierten vorbehalten. Der Fokus auf sogenannte Hochkulturen im Stadtzentrum sollte aufgehoben werden.“

Hierfür ist neben vielen Projekten in Bremen-Nord auch die „Kulturwerkstatt westend“ ein Beispiel. Die Einrichtung entstand Anfang der 1990er-Jahre als Gemeinschaftsprojekt des damaligen Senators für  Bildung, Wissenschaft und Kunst sowie verschiedener Arbeitnehmerorganisationen in Gröpelingen. Noch immer ist die Arbeitnehmerkammer Juniorpartnerin. „Unter dem Motto ‚Kultur für alle und von allen‘ wurde ein Kulturzentrum geschaffen, das sich mit seinen Werkstattangeboten gezielt an eine vielfältige Bevölkerung richtet“, erzählt Thomas Schwarzer, Referent für kommunale Sozialpolitik und Stadtkultur der  Arbeitnehmerkammer: „In den Workshops sitzt sowohl der Facharbeiter als auch die Hochschuldozentin.“

Das Interesse an den Werkstätten in den Sparten Theater, bildende Kunst und Musik ist groß. Auch Projekte mit Geflüchteten sind aktuell ein wichtiger Bestandteil. „Gerade der Bremer Westen und auch Bremen-Nord stehen durch die jüngste Zuwanderung vor besonders großen Herausforderungen“, erklärt Thomas Schwarzer. „Da bekommt Kultur eine ganz wichtige Funktion des Austausches.“

Vielfalt 

Eine weitere Säule der Kulturförderung ist das differenzierte Angebot. „Es muss nicht immer einen direkten Bezug zur Arbeit geben“, erklärt Peter Schenk. Es ginge ebenso um die allgemeine ästhetische Erfahrung, betont der Kulturreferent, der auch für die Foyer-Ausstellungen der Geschäftsstelle in der Bürgerstraße zuständig ist. Die im Dreimonatstakt wechselnden Ausstellungen greifen unterschiedliche Themen auf.

Zurzeit sind unter dem Titel „trainride“ Fotos von Sabine Lewandowski zu sehen. Ihre Momentaufnahmen  eigener Szenen hinter Zug- und Busfenstern, die sie als Berufspendlerin aufnahm.

Ab 18. Juni werden Bilder des Pressefotografen Rafael Heygster gezeigt, dem 2017 während des G20-Gipfels in Hamburg die Akkreditierung entzogen wurde.

„Die Kulturmittel der Kammer haben klar die Funktion, sich um die Alltagsthemen und Interessen unserer Mitglieder zu kümmern. Hierfür können wir uns ganz unterschiedlicher Medien bedienen“, erzählt Thomas Schwarzer. Das zeigt die am 24. Mai startende Ausstellung „Arbeit sehen. lker Maga“ im Focke-Museum, die von der Arbeitnehmerkammer unterstützt wird. Zu sehen sind 50 Fotos von Beschäftigten an ihren teils für Bremen typischen Arbeitsplätzen. Im Begleitprogramm gestaltet die Kammer einen Abend über Berufswechsel.

Die Arbeitnehmerkammer will mit ihrem Kulturangebot kulturelle Gerechtigkeit fördern. „Menschen bekommen so die Chance, auch über  einen kulturellen Zugang an der Gesellschaft teilzunehmen“, so Elke Heyduck.

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