Rechtsirrtum

„Ich darf als Minijobber nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen.“

Das stimmt so nicht.

Minijobber dürfen zwar regelmäßig nur bis zu 450 Euro im Monat verdienen. Steuerfreie zusätzliche Einnahmen wie etwa Sonntags- und Nachtzuschläge zählen jedoch nicht dazu.

Unterschiedlich hohe monatliche Verdienste, die für betriebliche Arbeitsabläufe typisch sind – wie etwa Mehrarbeit wegen Urlaubsvertretung – , sind erlaubt, solange die jährliche Verdienstgrenze von 5.400 Euro eingehalten wird. In diesem Fall darf der Verdienst also auch in einzelnen Monaten mehr als 450 Euro betragen.

Die Verdienstgrenze von 5.400 Euro pro Jahr darf allerdings überschritten werden, wenn maximal dreimal in einem Zwölf-Monats-Zeitraum mehr als 450 Euro verdient wird und diese Überschreitung nicht vorhersehbar war – etwa bei Mehrarbeit wegen Krankheitsvertretung.

Auch bei kurzfristigen Minijobs gilt keine Verdienstgrenze. Ein kurzfristiger Minijob liegt vor, wenn die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt wird und innerhalb eines Kalenderjahres auf maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart üblicherweise (zum Beispiel bei Saisonarbeit) oder im Voraus vertraglich begrenzt ist.

Übrigens: Der Minijob ist grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Minijobber haben prinzipiell die gleichen Rechte wie alle anderen Beschäftigten auch. Das gilt insbesondere hinsichtlich Urlaub, Lohnfortzahlung an Feiertagen oder im Krankheitsfall sowie beim Kündigungsschutz. 

Text: Hanna Mollenhauer
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