Arbeit und Gesundheit

Tipps für die Pause

Nehmen Sie sich Zeit — Tipps für die Pause

Zeit- und Termindruck nehmen zu. In der gleichen Zeit muss mehr Arbeit erledigt werden als früher. Beruf und Privates unter einen Hut zu bringen, wird immer schwieriger. Zum Abschalten bleibt da kaum Zeit. Dabei erhöht pausenloses Arbeiten die Fehler- und Unfallrate, senkt die Produktivität und kann krank machen.

Text: Hanna Mollenhauer

Mehr als ein Viertel der Beschäftigten verzichtet häufig auf Arbeitspausen, so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Besonders betroffen sind jene, die an der Grenze der Leistungsfähigkeit arbeiten. Je länger die Wochenarbeitszeit ist und je mehr Arbeit anliegt, desto häufiger wird durchgearbeitet. Das gilt vor allem für Beschäftigte im Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsbereich sowie in Ordnungs- und Sicherheitsberufen und für Frauen in Vollzeit.

Viele kurze Pausen helfen am besten

Grundsätzlich gilt: Ausgeruht in den Tag zu starten, erhöht die Leistungsfähigkeit enorm. Doch auch schon kurze Pausen verhindern den Leistungsknick. Sie bringen sogar mehr als lange Pausen. Das fanden Arbeitswissenschaftler schon in den Fünfzigerjahren in einem Experiment heraus: Arbeiterinnen, die zusätzlich zur regulären Pause stündlich dreiminütige Kurzpausen hatten, erreichten wesentlich höhere Stückzahlen als die Vergleichsgruppe ohne Kurzpausen. 

Der Grund: Der Erholungseffekt ist zu Beginn der Pause am höchsten. So machen kurze Pausen wieder aufmerksam und kreativ. Zudem sorgen sie dafür, dass körperliche und psychische Ressourcen aufgebaut werden. Besonders wer die Pausen zeitnah zu hoher Belastung legt, ist langfristig erholter und weniger erschöpft.

Pausen bedeuten nicht „Nichts-Tun“

Bewusste Auszeiten können auch aktiv gestaltet werden. Wichtig für Körper und Psyche ist der Wechsel der Aktivitäten: Wer viel am Arbeitsplatz sitzt oder hauptsächlich geistig gefordert wird, bekommt bei einem Spaziergang den Körper wieder in Schwung und den Kopf frei. Wer körperlich arbeitet, sollte zwischendurch sitzen oder liegen. Beschäftigten zum Beispiel im Callcenter tut Ruhe gut. Tipp: Ein Blick aus dem offenen Fenster sorgt für Frischluft und entlastet die Augen. Auch sich in der Pause im Kollegenkreis zu treffen, hilft abzuschalten und verbessert zudem das Betriebsklima.

Praktische Übungen für die Pause

  • Zehnmal ohne Abstützen aus dem Stuhl aufstehen und wieder setzen – erfrischt Körper und Geist.
  • Augen schließen, einatmen: „1“ denken, ausatmen: „2“ denken. Fortführen bis „12“, dann von vorn beginnen. Zwei bis drei Durchgänge.
  • Die Stirn so weit wie möglich hochziehen und die Wangen aufblasen. Dann kräftig mit offenem Mund gähnen.
  • Tief durchatmen. Den ganzen Körper anspannen, so stark es geht. 30 Sekunden halten. Dabei weiteratmen. Entspannen. Wiederholen. Tief durchatmen.



Weitere Informationen AKB003_IconInfo

An Arbeitstagen mit mehr als sechs Stunden müssen mindestens 30 Minuten unbezahlte Pause gewährt und genommen werden. Bei besonders belastender Arbeit (etwa im Kühlhaus, am Hochofen, unter Lärm, unter Tage) sollen zusätzliche bezahlte Pausen die körperliche Beanspruchung abfedern. Laut  Arbeitsstättenverordnung hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Tätigkeiten von Beschäftigten an Bildschirmgeräten insbesondere durch andere Tätigkeiten oder regelmäßige Erholungszeiten unterbrochen werden.
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