Fragen und Antworten

Bildungszeit / Bildungsurlaub

Zeit für Bildung

"Bildungsurlaub“ heißt in Bremen seit Ende September 2017 „Bildungszeit“. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Bundesland Bremen arbeiten, haben Anspruch auf Bildungszeit. Sie sollen die Möglichkeit haben, sich abseits des normalen Alltags intensiv mit einzelnen Themen auseinanderzusetzen.

Text: Hanna Mollenhauer
Foto: Kay Michalak

Wer hat Anspruch auf Bildungszeit?

Alle Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz in Bremen oder Bremerhaven haben – auch zum Beispiel Auszubildende und Minijobber. Voraussetzung für den Anspruch ist, dass das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber seit mindestens sechs Monaten besteht.

Wie viel Bildungszeit kann ich nehmen?

Innerhalb eines Zeitraumes von zwei Kalenderjahren haben Sie einen Anspruch von insgesamt zehn Arbeitstagen. Wenn Sie mehr oder weniger als fünf Tage in der Woche arbeiten, erhöht oder verringert sich der Bildungszeitanspruch entsprechend. Eine Bildungszeitveranstaltung kann von einem bis zu zehn Tagen dauern.

Wo kann ich Bildungszeit machen?

Bei allen anerkannten Bildungsträgern, beispielsweise bei der Wisoak, bei den Volkshochschulen in Bremen und Bremerhaven, beim Berufsfortbildungswerk oder beim evangelischen Bildungswerk.

Was kann ich machen?

Sprachen lernen, sich politisch weiterbilden, Fotos bearbeiten oder meditieren – für welche anerkannte Bildungsveranstaltung Sie sich entscheiden, ist allein Ihre Sache. Die Weiterbildung muss keinen Bezug zur Arbeit haben. Thematische oder inhaltliche Vorgaben kann der Arbeitgeber nicht machen.

Wie gehe ich vor?

  • Suchen Sie sich eine Veranstaltung Ihrer Wahl aus und informieren Sie sich, ob die Veranstaltung als Bildungszeit anerkannt ist.
  • Dass Sie Bildungszeit nehmen wollen und wann, sollten Sie Ihrem Arbeitgeber mindestens vier Wochen vor Beginn – am besten schriftlich – mitteilen.
  • Der Arbeitgeber muss dann in der Regel innerhalb einer Woche rückmelden, ob die Bildungszeit gewährt wird.
  • Melden Sie sich für die Veranstaltung an. Wenn Ihr Arbeitgeber eine Anmelde- und/oder eine Teilnahmebescheinigung verlangt, müssen Sie ihm diese vorlegen.
  • Am Ende der Bildungszeit erhalten Sie vom Veranstalter eine Teilnahmebescheinigung für Ihren Arbeitgeber.

Kann mein Arbeitgeber die Bildungszeit ablehnen?

Das geht grundsätzlich nur unter engen rechtlichen Voraussetzungen, und zwar bei zwingenden betrieblichen Belangen oder Urlaubswünschen anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten Vorrang haben, also zum Beispiel Eltern schulpflichtiger Kinder während der Schulferien.

Bekomme ich mein Gehalt weiter?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Sie für die Dauer der Bildungszeit weiter zu bezahlen. Die Teilnahmegebühren und mögliche Zusatzkosten (etwa für Unterkunft und Anfahrt) müssen Sie selbst tragen.
Wichtig: Sie müssen für die Bildungszeit keinen Erholungsurlaub nehmen.

Weitere Informationen AKB003_IconInfo

Haben Sie Probleme bei der Bewilligung einer Bildungszeit durch Ihren Arbeitgeber? Mitglieder der Arbeitnehmerkammer können sich kostenlos arbeitsrechtlich beraten lassen.

Weitere Informationen zur Bildungszeit.

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