Steuerliche Änderungen zum Jahreswechsel für Arbeitnehmer

Tipps für die Steuererklärung

Zum Jahreswechsel treten wieder steuerliche Änderungen in Kraft, die Auswirkungen auf die Bremer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen haben. Wir haben für Sie die wichtigsten zusammengestellt.

Text: Bernd Thomas
Foto: iStock/Sturti

Kein Soli mehr für die meisten Steuerzahler
Der Solidaritätszuschlag entfällt für 90 Prozent der Steuerpflichtigen. Alleinstehende werden künftig erst ab einem Jahreseinkommen von rund 73.000 Euro brutto, Verheiratete zusammen 146.000 Euro brutto, zur Zahlung des sogenannten Solis herangezogen. Bei höheren Einkommen ist der Solidaritätszuschlag zunächst nur teilweise zu zahlen. Dadurch wird der typische Arbeitnehmerhaushalt freigestellt.

Bis zu 600 Euro fürs Homeoffice
Für Beschäftigte im Homeoffice ist eine Kostenpauschale von fünf Euro je Tag an bis zu 120 Tagen im Jahr ansetzbar, also maximal 600 Euro. Die grundsätzlichen Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer müssen nicht nachgewiesen werden, das bedeutet, auch wer zu Hause am Küchentisch arbeitet, kann die Pauschale in Anspruch nehmen.

Pauschale wird mit Werbungskosten verrechnet
Für viele Arbeitnehmer mit sonst nur niedrigen Werbungskosten wird es jedoch häufig nicht viel bringen, da die Homeofficepauschale mit dem Arbeitnehmerpauschbetrag (also der Werbungskostenpaschale) von 1.000 Euro quasi „verrechnet“ wird. Wer also beispielsweise nur einen kurzen Arbeitsweg hat (und an den Homeofficetagen entfällt dieser ja) und auch keine weiteren nennenswerten Werbungskosten, geht dann leer aus.

Echtes Arbeitszimmer bringt mehr
Wer die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer erfüllt, kann wie bisher den höheren Einzelkostennachweis geltend machen, höchstens 1.250 Euro im Jahr oder, wenn das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung ist, sogar unbegrenzt.

Bonuszahlungen bleiben steuerfrei
Steuerfreie Sonderzahlungen bis 1.500 Euro für besondere Belastungen in der Corona-Krise können weiterhin steuerfrei gewährt werden, diese Regelung wird bis Juni 2021 verlängert. Dies betrifft unter anderem die Bonuszahlungen für Pflegerinnen und Pfleger.

Kurzarbeitergeld: Zuschüsse bleiben steuerfrei
Zuschüsse der Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld bleiben bis Ende 2021 steuerfrei. Wenn der Arbeitgeber also durch Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung das Kurzarbeitergeld aufstockt, bleibt dies steuerfrei. Die Steuerbefreiung des Zuschusses gilt aber nur bis zu einer Höhe von 80 Prozent des Soll-Arbeitslohns, darüber hinaus wird regulär besteuert. Wer von Entgeltersatzleistungen wie dem Kurzarbeitergeld profitiert, sollte eine Rücklage bilden, denn diese unterliegen dem Progressionsvorbehalt, werden also bei der Berechnung des Steuersatzes berücksichtigt und können zu einer Nachzahlung führen.

Höhere Pauschale für Trainer in Sportvereinen
Die Ehrenamtspauschale und die Übungsleiterpauschale werden angehoben, von 720 Euro auf 840 Euro (Ehrenamtspauschale) und von 2.400 Euro auf 3.000 Euro (Übungsleiterpauschale). Dies begünstigt beispielsweise Ehrenamtliche in Sportvereinen, die etwa nebenberuflich als Trainer oder ähnlich tätig werden.

Höhere Pauschalbeträge für Menschen mit Behinderungen
Die Behindertenpauschbeträge werden verdoppelt und die Voraussetzungen werden erleichtert. Die bisherige Einschränkung, dass bei einem Grad der Behinderung unter 50 eine dauerhafte Einschränkung der körperlichen  Beweglichkeit vorliegen muss oder dass es Folge einer Berufserkrankung sein muss, entfällt. Damit kommen deutlich mehr Personen in den Genuss der Pauschbeträge. Die Pauschbeträge werden auf 384 Euro (bereits ab einem Grad der Behinderung von 20) bis 7.400 Euro erhöht und zusätzlich werden Vereinfachungen für behinderungsbedingte Mehraufwendungen für Fahrtkosten eingeführt. Auch der Pflegepauschbetrag wird übrigens erhöht.

Alleinerziehende werden weiterhin entlastet
Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende beträgt auch 2021 4.008 Euro im Jahr. Dieser kann als monatlicher Steuervorteil durch die Steuerklasse II oder bei der Einkommensteuerjahreserklärung in Anspruch genommen werden.

Höhere Entfernungspauschale
Im Rahmen des Klimapaketes wurde die Entfernungspauschale ab dem 21. Entfernungskilometer für die Jahre 2021 bis 2023 auf 0,35 Euro und für die Jahre 2024 bis 2026 auf 0,38 Euro angehoben. Das soll Mehrbelastungen für Pendler mit langem Arbeitsweg ausgleichen. Zusätzlich wird für Geringverdiener im Zeitraum 2021 bis 2026 eine Mobilitätsprämie gewährt.

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