Galerie der Arbeitswelt

Porträt einer Auszubildenden zur Schornsteinfegerin

Glücksbringerin mit Leib und Seele

Katja Susann Kronfeld lernt in Bremerhaven den Beruf der Schornsteinfegerin. Die 22-jährige Auszubildende hat ihre Bestimmung gefunden.

Text: Frauke Janßen - Foto: Kay Michalak

Wenn ihre Kunden sie fragen, ob sie sie umarmen dürfen, dann lässt Katja Susann ­Kronfeld das meistens gern zu. „Ich finde es schön, dass die Menschen uns Schornsteinfeger immer noch als Glücksbringer ansehen“, erzählt die junge Frau. „Ich komme mit den unterschiedlichsten Leuten ins Gespräch“, erzählt Kronfeld von ihrem Arbeitsalltag. Im ersten Lehrjahr habe sie allerdings wenig geredet, sondern erst mal aufmerksam zugehört, wie der Geselle das handhabt: „Man sagt zum Beispiel nichts dazu, wie es in einer Wohnung aussieht, sondern konzentriert sich immer auf den Kunden.“

Kronfeld arbeitet im Bremerhavener Kehrbezirk Wulsdorf. Die vielseitige Arbeit in den Fischereihäfen gefällt ihr gut: „Wir reinigen dort auch die Räucherkammern aus der Fischverarbeitung.“

Ein typischer Arbeitstag beginnt damit, dass sie die Karteikarten der Kunden zusammenstellt. Im Anschluss kontrolliert sie, ob das Auto mit allen Werkzeugen, wie Kehrbesen, Zangen und Messgerät gepackt ist. Dann geht es los – 15 bis 20 Kunden fährt sie täglich mit dem Gesellen an.

Der Zufall brachte sie nach ihrer ersten Ausbildung im Büromanagement zum Handwerk: „Ich habe eine Schornsteinfegerin bei der Arbeit gesehen und dachte: Das finde ich cool!“ Sie bewarb sich für ein Praktikum, dann für die Ausbildung. „Von da an wusste ich, dass ich für den Rest meines Lebens Schornsteinfegerin sein möchte.“ Dass sie sich als Frau in dem Beruf behaupten müsse, passiere ihr höchstens manchmal mit Kunden, von denen sie nicht ernst genommen werde. „Dann bleibe ich einfach ruhig und vertraue auf mein Können.“ Untereinander sei das nicht nötig: „Wir Schornsteinfeger helfen uns gegenseitig, wir sind alle Kollegen.“

Die ersten beiden Jahre hat Kronfeld das Handwerk in Delmenhorst gelernt. Familiäre Umstände führten sie nach Bremerhaven. Das dritte Ausbildungsjahr macht sie beim Meister Markus Dörr in der Seestadt. Die 22-Jährige schätzt die Arbeit mit den Händen, die zugleich mit viel Technik verbunden ist. Und auch, dass sich der Beruf ständig wandelt und sich die Aufgabenbereiche ausweiten – etwa auf die Reinigung von Gebäudelüftungen.

Kronfeld will nach ihrer Ausbildung den Meister machen und sich zur Gebäudeenergieberaterin fortbilden. Einen Beitrag zum Umweltschutz leisten zu können ist für sie ein weiterer Bonus des Schornsteinfegerberufs.

Neben der modernen Technik liebt Katja Susann Kronfeld die traditionelle Schornsteinfegerarbeit, das Kehren. Und ihre Arbeitskleidung mit dem schwarzen Koller – der kragenlosen Jacke mit goldenen Knöpfen. Den typischen ­Zylinder bekommt sie mit dem Gesellenbrief.

Die Schornsteinfegerin / Der Schornsteinfeger AKB003_IconInfo

Die dreijährige Ausbildung zum Schornsteinfeger ist vielseitig. Zu den Inhalten gehört das Reinigen von Schornsteinen ebenso wie das Messen von Heizungsanlagen oder das Erstellen von Energieausweisen. Mit dem Meisterbrief können sich Bremer Schornsteinfeger bei der Senatsstelle für Inneres um einen eigenen Kehrbezirk bewerben. Zusätzlich können sie sich beispielsweise zum Brandschutzbeauftragten oder Schimmelpilzexperten fortbilden. Der Zentralverband der Deutschen Schornsteinfeger informiert über Beruf und Ausbildung unter www.zds-schornsteinfeger.de.

 

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