Strukturwandel in Bremerhaven

Nach tief greifenden Strukturkrisen und jahrzehntelangem Beschäftigungsrückgang entstehen in Bremerhaven seit 2005 wieder Arbeitsplätze. Welche Branchen profitieren von der Trendwende und bei wem kommen diese Erfolge letztlich an?

In den vergangenen zehn Jahren sind in Bremerhaven mehr als 8.000 Arbeitsplätze entstanden. Die Arbeitslosenquote ist von 26 Prozent im Jahr 2005 auf aktuell 14 Prozent gesunken. Diese Entwicklung wurde von der boomenden Hafenwirtschaft und der Offshore-Windenergiebranche getragen. Sowohl der Container- als auch der Automobilumschlag meldeten seitdem jährlich Rekordumschläge. Von der Offshore-Windenergiebranche waren zu Hochzeiten Anfang 2013 sogar 4.000 Arbeitsplätze in Bremerhaven abhängig.

Beide Jobmotoren haben inzwischen an Dynamik verloren. Im Hafen konnte weder der Automobil - noch der Containerumschlag an die früheren Rekordergebnisse anknüpfen. Vielmehr zeichnet es sich ab, dass die Zusammenschlüsse der Reeder zu großen Allianzen und die fortschreitenden Ausbaupläne der Konkurrenzhäfen wie Rotterdam ein Aufrechterhalten der Marktanteile in Bremerhaven langfristig erschweren. 

In der Offshore-Windenergiebranche hingegen machen sich die Diskussionen um die Neuauflage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bemerkbar. Die Deckelung der Ausbauziele und die Umstellung auf das Ausschreibungsmodell haben die Rahmenbedingungen in der Branche deutlich verändert. Auch die Insolvenz von Weserwind, von der 370 Arbeitsplätze betroffen waren, haben der Branche in Bremerhaven einen Dämpfer erteilt. 

Sehr positiv hat sich hingegen der Wissenschaftssektor entwickelt. Seit 2007 sind hier mehr als 600 Arbeitsplätze entstanden. Das entspricht einem Zuwachs von über 90 Prozent. Er ist damit der dynamischste Wirtschaftsbereich in der Seestadt

Wie erfolgreich der Strukturwandel zukünftig verlaufen wird, hängt nicht nur davon ab, wie viele Arbeitsplätze in den maritimen Branchen entstehen und ob es gelingt, weitere Branchen am Standort zu etablieren. Auch die weiterhin hohe Arbeitslosenquote und die Entwicklung in den Stadtteilen werden die Politik weiter beschäftigen müssen. 

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Dr. Marion Salot
Referentin für für regionale Strukturpolitik

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  • Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung in Bremerhaven

    Erschienen in: Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen 2017

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  • Offshore–Windenenergiebranche – quo vadis?

    Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen 2016

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    Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen 2016

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  • Wissen macht schön!

    Strukturwandel, Imagewechsel und die Bedeutung des Wissenschaftssektors in Bremerhaven 
    März 2016

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