Inflation: Beschäftige stärker entlasten

Steigende Preise für Energie, Kraftstoffe und Lebe­­nsmittel können sich viele nicht mehr leisten. Weitere Entlastungspakete sind deshalb dringend nötig

Insbesondere Beschäftigte mit geringen Löhnen und Gehältern brauchen mehr Unterstützung. Doch was ist der richtige Weg - Steuerentlastungen oder direkte Zahlungen? Wir haben in Modellrechnungen beides miteinander verglichen. Das Ergebnis: Der vorgeschlagene Abbau der „kalten Progression“ – also eine Verschiebung des stufenweisen Anstiegs des Einkommensteuersatzes – ist weniger hilfreich als direkte Geldzahlungen. Direktzahlungen sind deutlich zielgenauer und wirken kurzfristig. Deshalb sieht die Arbeitnehmerkammer die Bundesregierung in der Pflicht, ein weiteres Entlastungspaket aufzulegen, das durch Direktzahlungen zielgerichtet und schnell hilft. Die ausführlichen Berechnungen dazu finden Sie hier.

Wie stark steigen die Preise?

Gerade einkommensschwache Haushalte sind laut aktuellem Inflationsmonitor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung von bis zu neun Prozent Inflation betroffen, weil sie einen Großteil ihres Einkommens für Konsum, also Nahrungsmittel, Energie und Benzin ausgeben müssen. Zwar gab es bereits zwei Entlastungspakete, diese haben aber breite Einkommensschichten erreicht. Die extrem hohen zusätzlichen Ausgaben gerade ärmerer Haushalte konnten nicht kompensiert werden. Gerade deshalb ist es jetzt wichtig, mit einem weiteren Entlastungspaket insbesondere Menschen mit geringen Löhnen und Gehältern direkt zu erreichen. Denn Steuerentlastungen, wie der Abbau der kalten Progression, helfen genau diesen Menschen zu wenig. 

Kalte Progression versus Energiepreispauschale

Bei Abbau der kalten Progression durch eine Anhebung der Tarifeckwerte bei der Einkommensteuer um sechs Prozent würde eine Familie mit zwei Kindern und einem gemeinsamen Einkommen von 60.000 Euro brutto im Jahr steuerlich 398 Euro sparen. Durch eine zweite Energiepreispauschale in Höhe von 600 Euro pro Erwerbstätigen würde sie dagegen 872 Euro erhalten (+474 Euro). Erst ab einem Jahres-Brutto von knapp 130.000 Euro wäre die Entlastung durch den Abbau der kalten Progression größer als durch die Direktzahlung.

Bei einer Energiepreispauschale in Höhe von 400 Euro würde die Familie mit zwei Kindern und einem gemeinsamen Einkommen von 60.000 Euro 580 Euro (+182 Euro) erhalten. Die Entlastung durch den Abbau der kalten Progression wäre ab einem Einkommen von etwa 104.000 Euro größer als durch die Pauschale.

 

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