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© 2026 Arbeitnehmerkammer Bremen

Den Wandel gerecht gestalten

Gemeinsame Erklärung von Arbeitnehmerkammer, DGB und Bremer Umwelt-, Wohlfahrts- und Sozialverbänden

Bremen, 19.09.2025

Die Klimakrise schreitet spürbar voran: Ein alarmierender Temperaturrekord folgt dem nächsten, Extremwetterereignisse häufen sich, und das Klimasystem nähert sich den sogenannten Kipppunkten, deren Überschreiten zu gravierenden Verschlechterungen der Lebensbedingungen führen und ganze Weltregionen unbewohnbar machen könnten. Der Klimawandel verschärft soziale Ungleichheit, beschleunigt das Artensterben, zerstört die Grundlagen des Wirtschaftens und hat spürbare Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Wirksamer Klimaschutz gehört daher ganz weit oben auf die politische Agenda, weltweit, aber auch bei uns in Deutschland und Bremen.

Mit großer Sorge beobachten wir, dass die Dekarbonisierung von Industrie, Energie und Mobilität aktuell stark an Tempo, Priorität und gesellschaftlichem Rückhalt verlieren. Das steht im fundamentalen Widerspruch zur steigenden Dringlichkeit von Klimaschutz und zu unserer Verantwortung gegenüber kommenden Generationen und dem globalen Süden. Um die Klimakrise erfolgreich zu bekämpfen und eine wirksame Anpassung an die nicht mehr abwendbaren Klimawandelfolgen zu ermöglichen, muss sich unsere Lebens- und Arbeitswelt tiefgreifend verändern.

Pressemitteilung AKB003_IconInfo

„Mit dem Bündnis machen wir uns dafür stark, dass Klimapolitik und soziale Gerechtigkeit zwei Seiten einer Medaille sein müssen. Die Menschen brauchen Sicherheit im Wandel" – Arbeitnehmerkammer-Geschäftsführer Peer Rosenthal in unserer Pressemitteilung. 

Obwohl die CO2-Emissionen besonders durch Reiche und große Konzerne verursacht werden, leiden einkommensschwache Menschen und andere vulnerablen Gruppen besonders stark unter den Folgen des Klimawandels. Beschäftigte, Mieter*innen und Pendler*innen sind überproportional von den Kosten der bisherigen Klimapolitik betroffen. Das ist nicht nur ungerecht und wenig wirksam, sondern untergräbt auch den gesellschaftlichen Rückhalt für die sozial-ökologische Transformation.

Die Transformation muss daher beides sein – ökologisch und sozial gerecht. Sie kann die Lebensqualität erhöhen, Gesundheitsrisiken reduzieren, die Artenvielfalt schützen, bessere Arbeitsbedingungen schaffen und Wohlstand sichern. Gemeinsam wollen und können wir daher den sozial-ökologischen Wandel vorantreiben.

Mit der Bremer Transformationskonferenz am 19.09.2025 bringen wir unterschiedliche Perspektiven zusammen, erhöhen wir das gegenseitige Verständnis und bündeln wir unsere Kräfte. Vertreter*innen aus Gewerkschaften, Arbeitnehmerkammer sowie Sozial-, Wohlfahrts- und Umweltverbänden diskutieren mit einer breiten Öffentlichkeit und der Klimabewegung über eine ökologisch ambitionierte und zugleich sozial gerechte Transformation.

Mehr zur Veranstaltung AKB003_IconInfo

Yasmin Fahimi (DGB) und Carla Reemtsma (Fridays for Future) sprachen am Freitag, 19. September, auf der Bremer Transformationskonferenz 2025.

Nicht in allen Sachfragen sind wir uns einig, denn es gibt beim sozial-ökologischen Umbau viele Ziel- und Interessenskonflikte. Aber gerade deshalb wollen wir eine Debattenkultur etablieren, in der wir punktuelle Meinungsverschiedenheiten aushalten, konstruktiv mit Ambivalenzen umgehen und das Verbindende in den Mittelpunkt stellen.

Gemeinsam drängen wir auf die Einhaltung der Bremer Klimaziele bis 2038. Die Dekarbonisierung der bremischen Industrie muss konsequent und mitbestimmt vorangetrieben und die Weiterbildungskultur sowie der Arbeitsschutz in allen Betrieben gestärkt werden. Die Maßnahmen aus dem Aktionsplan Klimaschutz und aus der neuen Klimaanpassungsstrategie sollen regelmäßig auf ihre sozialen Auswirkungen und ihre Effekte auf gesundheitliche Chancengleichheit überprüft werden. Solche Sozialchecks müssen auch für bundespolitische Maßnahmen durchgeführt werden. Mit Genderbudgeting können zudem die Auswirkungen der Klimapolitik auf die Geschlechter sichtbar gemacht und gesteuert werden. Um einen Ausgleich für steigende CO2-Preise zu gewährleisten, soll ein sozial gestaffeltes Klimageld eingeführt werden. Darüber hinaus braucht es neue Förderinstrumente für die Energie-, Wärme- und Verkehrswende, von denen auch einkommensschwache Haushalte profitieren können. Die Unternehmen der Sozialwirtschaft sind auf öffentliche Förderung angewiesen, um ihre Einrichtungen und Dienste klimaneutral aufzustellen und Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen. Sie müssen daher konsequent in die entsprechenden Förderprogramme des Bundes einbezogen werden. Eine Finanzierung dieser Maßnahmen aus den Sozialetats der Länder und Kommunen ist nicht leistbar und würde zu neuen Ungleichheiten in der Versorgung und zu einer Verlangsamung der Umstellung führen.

Über diese und weitere Forderungen wollen wir in den nächsten Monaten noch intensiver mit unseren Mitgliedern und der Politik ins Gespräch kommen. Die sozial-ökologische Transformation braucht neuen Schwung, neue Ideen und verantwortungsvolles Handeln in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Wir leisten unseren Beitrag dazu.


Gemeinsame Erklärung zum Download AKB003_IconInfo

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