Statistik für das Land Bremen

Beschäftigung

27.03.2019

Sie befinden sich im Themenbereich "Beschäftigung". Hier finden Sie Grafiken zu den folgenden Themen:

Beschäftigungsentwicklung

Der Anstieg der Beschäftigtenzahlen im Land Bremen hält weiter an. Seit 2005 wurden 60.000 zusätzliche Arbeitsplätze besetzt. 2018 arbeiteten in Bremen und Bremerhaven mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte als je zuvor. Für den Zuwachs sind hauptsächlich Teilzeitstellen verantwortlich, jedoch stieg auch die Vollzeit an und liegt heute über dem Niveau zu Beginn der 2000er-Jahre. Daher geht auch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden deutlich nach oben. In der Stadt Bremen arbeiten fast 277.300, in Bremerhaven fast 53.100 Menschen sozialversicherungspflichtig.

Beschäftigungsentwicklung

Im vergangenen Jahr sind im Land Bremen 1.435 neue Vollzeitstellen entstanden (plus 0,6 Prozent). Einen noch deutlicheren Zuwachs - nämlich von 3.580 oder 3,8 Prozent - erlebte erneut die Teilzeitbeschäftigung. Allein mehr als 40 Prozent aller zusätzlichen Arbeitsplätze wurden als Teilzeitstellen für Frauen geschaffen. Prozentual ergab sich der größte Anstieg bei der Teilzeit von Männern: 1.565 neue Stellen bedeuten ein Plus von 6,5 Prozent.

Beschäftigungsentwicklung

Im vergangenen Jahr lag das Plus bei rund 5.000 Beschäftigten. Davon entfielen fast 3.600 der zusätzlichen Stellen auf die Teilzeitbeschäftigung. Der Anstieg der Leiharbeit konnte gestoppt werden, die Zahl der ausschließlich in Minijobs beschäftigten Menschen ist weiterhin rückläufig. Trotz der positiven Entwicklung erreicht das Land Bremen nicht die Wachstumsraten der anderen Bundesländer und liegt unter dem deutschlandweiten Durchschnitt.

Beschäftigungsentwicklung

In den vergangenen fünf Jahren sind im Land Bremen 29.043 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden, sodass mit 330.390 Beschäftigten ein neues Rekordniveau erreicht wurde. Das Land profitiert dabei vor allem von einem Boom in den Dienstleistungsbranchen, hier entstanden in fünf Jahren knapp 28.000 neue Jobs. Selbst dieses starke Wachstum der Beschäftigung ist im Ländervergleich jedoch leicht unterdurchschnittlich, vor allem Berlins Entwicklung zeigt sich mit einem Plus von 20 Prozent deutlich dynamischer.

Beschäftigungsentwicklung

Die Beschäftigungsentwicklung ist seit der Wirtschaftskrise 2008/2009 konstant positiv. Seit dem zwischenzeitlichen Tiefstand im Jahr 2009 sind im Land Bremen 45.474 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden. Im bundesweiten Vergleich zeigt sich ein etwas geringerer Zuwachs in diesem Zeitraum: Während heute im Land Bremen etwa 16 Prozent mehr Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind als 2009, betrug die Zunahme in Deutschland insgesamt gut 19 Prozent.

Beschäftigungsentwicklung

Die Beschäftigung ist in beiden Städten des Landes, Bremen und Bremerhaven, im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent gestiegen. Im 5-Jahresvergleich entwickelt sich Bremen zwar etwas stärker als Bremerhaven, zuletzt legten die Beschäftigtenzahlen aber auch in der Seestadt und trotz negativer Effekte aus der Windkraftbranche deutlicher zu - vor dem Hintergrund eines schwierigen Arbeitsmarktumfelds eine sehr erfreuliche Tendenz. Im Vergleich zu anderen Städten verläuft der Beschäftigtenaufbau in Bremen und Bremerhaven allerdings langsamer.

Entwicklung nach Branchen

Der hohe Beschäftigungszuwachs von über 5.000 Stellen hat seine Gründe in vielen Branchen, insbesondere in Dienstleistungsbranchen. Zu den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen gehört beispielsweise das Reinigungs- und Sicherheitsgewerbe, auch in der Logistik und wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurde Beschäftigung aufgebaut. Das Baugewerbe floriert seit längerer Zeit, während besonders die Finanzbranche von Arbeitsplatzabbau betroffen ist. Auch die Industrie verliert in Summe Beschäftigung. Außerdem ist der starke Rückgang in der Leiharbeit auffällig.

Entwicklung nach Branchen

Die prozentuale Veränderung der Beschäftigung im Land Bremen gibt Aufschluss über die Dynamik in den Branchen. Auch in dieser Reihung sind an der Spitze Dienstleistungszweige zu finden:
Auf die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen folgen das Baugewerbe, das Gastgewerbe, die Logistik und der Bereich Information und Kommunikation. Bei der Herstellung von Vorleistungsgütern (hierzu gehört beispielsweise die Kunststoffproduktion) ging mehr als jeder neunte Arbeitsplatz im Vergleich zum Vorjahr verloren.

Entwicklung nach Branchen

Von den gut 5.000 zusätzlichen Stellen im Land Bremen wurden knapp 2.300 mit Frauen besetzt. In den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wurden mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen eingestellt. Mit der Logistik oder dem Baugewerbe wuchsen zudem männerdominierte Bereiche stark. Frauenarbeitsplätze entstanden vorwiegend in wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, dem Sozialwesen, dem Gastgewerbe und im Bereich Erziehung und Unterricht. Im Handel sind Arbeitsplätze für Frauen verloren gegangen, für Männer hingegen gab es hier einen Zuwachs.

Entwicklung nach Branchen

Im Juni 2018 waren in der Stadt Bremen 277.297 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, über 4.200 mehr als im Vorjahr. Den deutlichsten Zuwachs – insgesamt 1.359 Stellen – verzeichneten die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen. Hier hinter verbergen sich Branchen wie Wach- und Sicherheitsdienste, die Gebäudereinigung, der Garten- und Landschaftsbau oder Call-Center. In der Logistik sind fast 1.000 zusätzliche Stellen entstanden. Arbeitsplatzverluste gab es neben der Arbeitnehmerüberlassung auch im Finanz- und Versicherungswesen (minus 346) und im Bereich sonstiger Dienstleistungen (in Summe minus 195) und der Konsumgüterindustrie (minus 116).

Entwicklung nach Branchen

Der Beschäftigungszuwachs in Bremerhaven verteilt sich - anders als früher - auf mehrere Branchen, sodass die Arbeitsplatzverluste in der Offshore-Windenergiebranche besser kompensiert werden konnten. Wachstumsstärkster Bereich ist aber nach wie vor mit der Logistik ein maritim geprägter, in dem aufgrund von umstrittenen Arbeitszeitmodellen (6-Stunden-Schicht) viele Teilzeitstellen entstanden sind. Auch im öffentlichen Dienst wurden in erster Linie Teilzeitstellen für Frauen geschaffen. Der Anstieg im Baugewerbe spiegelt den Bau-Boom wider.

Beschäftigungsverhältnisse und Frauenanteil

Der Beschäftigungszuwachs im Land Bremen ist sehr erfreulich, eine nähere Betrachtung offenbart aber auch Schwächen. Die sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle ist zwar weiterhin das dominierende Arbeitsverhältnis, deutlich dynamischer nimmt aber die Zahl der Teilzeitstellen zu. Und trotz des jüngsten Rückgangs boomte in den vergangenen Jahren die Leiharbeit: 16.712 Beschäftigte arbeiten in dieser prekären Beschäftigungsform. Bremen hat damit weiterhin die höchste Leiharbeitsquote aller Bundesländer und liegt mit 5,1 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt (3,1 Prozent). Die Zahl der ausschließlich Mini-jobbenden geht weiter zurück, da seit Einführung des Mindestlohns viele Minijobs in sozialversicherungspflichtige (Teilzeit-)Beschäftigung umgewandelt wurden. Die Mini- als Nebenjobs nehmen weiter zu.

Beschäftigungsverhältnisse und Frauenanteil

Trotz des stärkeren Anstiegs der Teilzeitstellen dominiert nach wie vor die Vollzeit, auch wenn ihr Anteil rückläufig ist. Minijobs verharren auf einem hohen Niveau von rund 70.000, wobei sie vermehrt als Nebenjob ausgeübt werden. Der Anstieg der Leiharbeit wurde gestoppt - kein Vorzeichen einer abkühlenden Konjunktur, sondern das Ergebnis politischen Willens, der sich in einer Überarbeitung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes niederschlug. Auch in landeseigenen Gesellschaften wurde vermehrt auf Leiharbeit verzichtet und Unternehmen sind zunehmend bestrebt, ihre Stammbelegschaft auszuweiten.

Beschäftigungsverhältnisse und Frauenanteil

Während der Männeranteil bei den Vollzeitbeschäftigten fast 70 Prozent beträgt, liegt er in der Teilzeitbeschäftigung bei nur 26 Prozent. Frauen arbeiten im Land Bremen genauso häufig in Teilzeit wie in Vollzeit. Von den sozialversicherungspflichtigen Männern sind es nur 14 Prozent, die in Teilzeit arbeiten. Prekäre Beschäftigung ist oftmals Frauensache: Rund 57 Prozent der Minijobber sind weiblich. Anders sieht es bei der Leiharbeit aus: Hier sind 3 von 4 Beschäftigten männlich.

Beschäftigungsverhältnisse und Frauenanteil

Der Frauenanteil unter allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bremen stagniert bei unter 44 Prozent. Damit bleibt Bremen das Schlusslicht unter den Bundesländern. Für Frauen ist der Zugang zu einem männlich geprägten Arbeitsmarkt, mit verglichen zu anderen Städten höherem Industrieanteil, erschwert.

Berufe und Qualifikationen

Im Großstädtevergleich zeigt sich der mit 17,0 Prozent in Bremen und 14,1 Prozent in Bremerhaven hohe Beschäftigtenanteil in der hiesigen Industrie. Der Anteil liegt unterhalb des deutschlandweiten von 21,1 Prozent, von den 15 größten deutschen Städten hat aber nur Duisburg mit 20,0 Prozent einen höheren Industrieanteil als die Stadt Bremen, andere (alt-)industriell geprägte Städte wie Essen (8,2), Dortmund (10,6), Nürnberg (15,5) oder Stuttgart (15,6) kommen auf geringere Werte, der Anteil in der Bankenstadt Frankfurt liegt bei nur 6,5 Prozent, in Berlin beträgt er 7,6 Prozent. 

Berufe und Qualifikationen

Mit Blick auf die Entwicklung nach Berufsbereichen zeichnet sich auch für das vergangene Jahr das gewohnte Bild: An der Spitze stehen stark wachsende Dienstleistungsberufe. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Informatiker stieg um über 500, auch der Hotel- und Gastronomiebereich wuchs stark. Der Bau-Boom zeigt sich auch in der Beschäftigtenentwicklung und bei entsprechenden Berufsgruppen. Produktions- und Fertigungsberufe verloren insgesamt rund 460 Beschäftigte. Mit Auslagerungen aus der Industrie ist dies nicht zu erklären, da hier nicht zwischen Wirtschaftszweigen, sondern auf Basis von Berufen unterschieden wird. Die Entwicklungen sprechen für einen voranschreitenden "Strukturwandel", dem wiederum vielfältige Faktoren zugrunde liegen. 

Berufe und Qualifikationen

Der Anteil der Beschäftigten ohne Berufsabschluss liegt sowohl in Bremen wie in Bremerhaven über dem Bundesdurchschnitt. In der Stadt Bremen liegt gleichzeitig der Akademikeranteil über dem bundesweiten Durchschnitt, wenn auch deutlich niedriger als in vielen anderen Städten. In Bremerhaven ist der Anteil an Beschäftigten mit akademischem Abschluss auffallend gering. Einen anerkannten Berufsabschluss haben hier hingegen mehr Beschäftigte als in der Stadt Bremen.

Berufe und Qualifikationen

Der Anteil von Akademikern in der Stadt Bremen ist in fast allen Branchen signifikant niedriger als in den Vergleichsstädten. In der bremischen Metall-, Elektro- und Stahlindustrie (inklusive Fahrzeugbau) ist er mit 18,5 Prozent deutlich niedriger als in Stuttgart (34,8 Prozent) oder München (46,9 Prozent), die ebenfalls eine starke Automobilindustrie beheimaten. In der Herstellung von Vorleistungsgütern liegt Bremen um fast 15 Prozentpunkte unterhalb des Großstädtedurchschnitts (10,9 gegenüber 25,6 Prozent). Auch im Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen ist der Unterschied gravierend: Während in der Stadt Bremen 17,8 Prozent der Beschäftigten über einen akademischen Abschluss verfügen, sind es im Durchschnitt anderer Großstädte 33,2 Prozent.

Berufe und Qualifikationen

In der Stadt Bremen liegt der Anteil der Spezialisten und Experten mit zusammen gut 28 Prozent zwar über dem Bundesdurchschnitt von knapp 26 Prozent, in anderen Großstädten sind jedoch noch deutlich mehr Beschäftigte auf Spezialisten- oder Expertenniveau tätig (35 Prozent). In Bremerhaven beträgt der Anteil von Spezialisten und Experten zusammen weniger als 19 Prozent. Tätigkeiten mit hohem Anforderungsniveau sind deutlich seltener anfällig gegen Wegfall durch Automatisierung und Digitalisierung.

nach oben

KontaktAKB003_Icon-Kontakt

Dr. Tobias Peters
Referent für Wirtschaftspolitik

Am Wall 195
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-986
Fax: 0421/36301-996

E-Mail schreiben

DownloadsAKB003_Icon-Download

  • Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung in Bremen

    Erschienen in: Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen 2018

    Download PDF
  • KammerKompakt: Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung im Land Bremen

    Aufschwung hält an – Welthandel birgt Risiken, Juli 2018

    Download PDF

Unsere Geschäftsstellen

Bremen-Stadt

Bürgerstraße 1
28195 Bremen

Tel. +49.421.36301-0

Beratungszeiten
Bremen-Nord

Lindenstraße 8
28755 Bremen

Tel. +49.421.669500

Beratungszeiten
Bremerhaven

Barkhausenstraße 16
27568 Bremerhaven

Tel. +49.471.922350

Beratungszeiten

Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2017 Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2017 Arbeitnehmerkammer Bremen