Rentenanpassung 2018

Die Anpassung gesetzlicher Renten erfolgt regelmäßig zum 1. Juli. In diesem Jahr werden Renten aus westdeutscher Beschäftigung um 3,22 Prozent erhöht, in den neuen Ländern liegt der Satz sogar bei 3,37 Prozent. Wie es zu diesem Anstieg kommt, wird im Folgenden überblicksartig erläutert.

Grundsätzlich folgen die Renten in Deutschland den Löhnen, um ihre Bezieher im Ruhestand nicht von der Wohlstandsentwicklung der Beitragszahler abzuhängen. Da Zahlen zur aktuellen Entwicklung der dafür relevanten beitragspflichtigen Bruttolöhne und -gehälter aber nicht rechtzeitig zur Anpassung vorliegen, wird ein Nachholverfahren angewandt. Dabei werden hilfsweise bereits verfügbare Daten zum Anstieg der Löhne und Gehälter nach der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung herangezogen und mit Blick auf die Entwicklung der eigentlichen Maßzahl in früheren Jahren korrigiert. Der so ermittelte Entgeltfaktor ist allerdings nur ein Element der Rentenanpassung. Um den Anstieg des Rentenbeitragssatzes im demografischen Wandel zu begrenzen – eine Maßnahme, die letztlich nur den Arbeitgebern nützt, nicht aber den Versicherten – enthält die Anpassungsformel zusätzlich den "Riesterfaktor" und den "Nachhaltigkeitsfaktor". Während der erstgenannte die Beitragssatzentwicklung berücksichtigt, wirkt sich über den zweiten Faktor das gewichtete Zahlenverhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern auf die Anpassung aus. Beide Elemente dämpfen die Anpassungen in der Regel und koppeln die Rentner – auch wenn wirkliche Rentenkürzungen gesetzlich ausgeschlossen sind – damit doch immer mehr von der Steigerung der Löhne und Gehälter ab.

In diesem Jahr ist dies allerdings nicht der Fall, und der eigentlich zur Dämpfung konstruierte Mechanismus verkehrt sich in sein Gegenteil: Die gute Beschäftigungsentwicklung hat das relative Gewicht der Beitragszahler gegenüber den Rentenempfängern erhöht, sodass der ohnehin merkliche allgemeine Lohnanstieg (seinerseits verstärkt durch die Anhebung des Mindestlohns zum 01.01.2017) im Rahmen der Rentenanpassung nochmals "aufgewertet" wird.

Konkret stellt sich das Zusammenspiel der drei Anpassungsfaktoren für die alten Länder und Westberlin (ab dem Jahr 2025 wird ein bundesweit einheitliches Rentenrecht gelten) 2018 wie folgt dar:

 

Während die Löhne nach Korrektur um knapp 3 Prozent gestiegen sind und der Beitragssatz konstant blieb – der Riesterfaktor hat auch in diesem Jahr folglich keine Auswirkungen – führt ein gesunkener "Rentnerquotient" zu einem Nachhaltigkeitsfaktor > 1, sodass die Renten (wie schon 2015 und 2016) letztlich stärker steigen als zuvor die Löhne. Angesichts der Struktur der Rentenanpassung und der absehbaren Auswirkungen der demografischen Entwicklung sind dies allerdings lediglich "Ausreißer nach oben", die an der grundsätzlichen Tendenz nichts ändern: Das Rentenniveau als Kennziffer für die Leistungsfähigkeit der Versicherung wird nach der bestehenden Systematik mittelfristig wieder und anhaltend absinken. Lebensstandardsichernde Renten sind damit kaum noch möglich, und immer mehr Personen droht trotz jahrzehntelanger Beitragszahlung sogar Altersarmut.

Aus der Multiplikation aller Teilergebnisse mit dem bisherigen "aktuellen Rentenwert" von 31,03 Euro ergibt sich ein neuer "aktueller Rentenwert" von 32,03 Euro, der einer Rentenanpassung um 3,22 Prozent  entspricht. Für einen "Bremer Standardrentner", der vor Ort 45 Jahre lang Beiträge für einen fiktiven Durchschnittsverdienst von aktuell rund 3.150 Euro pro Monat entrichtet hat, steigt die Bruttorente damit von 1.396,35 auf 1.441,35 Euro.

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  • Die jährliche Rentenanpassung

    Erläuterung der Rentenanpassungsformel, März 2014

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Weitere Informationen AKB003_IconInfo

Für eine ausführliche Erläuterung der diesjährigen Rentenanpassung, die auch auf die Zahlen für die neuen Bundesländer eingeht, siehe www.portal-sozialpolitik.de/
rente/rentenanpassung-2018

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