Rentenanpassung 2017

Die gesetzlichen Renten werden regelmäßig zur Jahresmitte angepasst. Zum 1. Juli 2017 liegt der entsprechende Satz für Renten aus westdeutscher Beschäftigung bei 1,9 Prozent, in den neuen Ländern sogar bei 3,59 Prozent. Wie es zu dieser Rentenerhöhung kommt, wird im Folgenden überblicksartig erklärt.

Grundsätzlich folgen die Renten in Deutschland den Löhnen, um ihre Bezieher im Ruhestand nicht von der Wohlstandsentwicklung der Beitragszahler abzuhängen. Da Zahlen zur aktuellen Entwicklung der dafür relevanten beitragspflichtigen Bruttolöhne und -gehälter aber nicht rechtzeitig zur Anpassung vorliegen, wird ein „Nachholverfahren“ angewandt. Dabei werden hilfsweise bereits verfügbare Daten zum Anstieg der Löhne und Gehälter nach der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung herangezogen und mit Blick auf die Entwicklung der eigentlichen Maßzahl in früheren Jahren „korrigiert“. Der so ermittelte Entgeltfaktor ist allerdings nur ein Element der Rentenanpassung. Um den Anstieg des Rentenbeitragssatzes im demografischen Wandel zu begrenzen – eine Maßnahme, die letztlich nur den Arbeitgebern nützt, nicht aber den Versicherten – enthält die Anpassungsformel zusätzlich den „Riesterfaktor“ und den „Nachhaltigkeitsfaktor“. Während der erstgenannte die Beitragssatzentwicklung berücksichtigt, wirkt sich über den zweiten Faktor das gewichtete Zahlenverhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern auf die Anpassung aus. Beide Elemente können bei guten Rentenfinanzen und einer positiven Arbeitsmarktlage zwar auch rentensteigernd wirken, dämpfen die Anpassungen aber in der Regel. Zwar sind wirkliche Rentenkürzungen gesetzlich ausgeschlossen, doch werden die Rentner so doch immer mehr von den Löhnen und Gehältern abgekoppelt, und das Rentenniveau als Kennziffer für die Leistungsfähigkeit der Versicherung sinkt nahezu kontinuierlich. Lebensstandardsichernde Renten sind damit kaum noch möglich, und immer mehr Personen droht trotz jahrzehntelanger Beitragszahlung sogar Altersarmut.

In diesem Jahr stellt sich das Zusammenspiel der drei Anpassungsfaktoren für die alten Länder und Westberlin (ab dem Jahr 2025 soll ein einheitliches Rentenrecht gelten) wie folgt dar:

 

 

Während die Löhne um rund 2 Prozent gestiegen sind (dieser Punkt wirkt also anpassungserhöhend) und der Beitragssatz konstant blieb – der „Riesterfaktor“ hat in diesem Jahr folglich keine Auswirkungen – führt ein gestiegener Rentneranteil zu einem Nachhaltigkeitsfaktor < 1, dämpft die Anpassung also. Aus der Multiplikation aller Teilergebnisse mit dem bisherigen „aktuellen Rentenwert“ von 30,45 Euro ergibt sich ein neuer „aktueller Rentenwert“ von 31,03 Euro, der einer Rentenanpassung um 1,9 Prozent (also knapp unter der Lohnsteigerung) entspricht. Für einen „Bremer Standardrentner“, der vor Ort 45 Jahre lang Beiträge für einen Durchschnittsverdienst von aktuell knapp 3.100 Euro entrichtet hat, steigt die Bruttorente damit von 1.370,25 auf 1.396,35 Euro.

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Für eine ausführliche Erläuterung der diesjährigen Rentenanpassung, die auch auf die Zahlen für die neuen Bundesländer eingeht, siehe www.portal-sozialpolitik.de.

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