Beschäftigte in der ambulanten Pflege

Pflegekräfte in der ambulanten Pflege gehören mit ihren Kleinwagen heute fast zum Stadtbild. Rund zwei Drittel aller Pflegebedürftigen in Bremen leben zuhause. Sie werden versorgt durch Angehörige und ambulante Pflegedienste.

Dabei hat der Gesetzgeber der häuslichen Versorgung den Vorrang vor der stationären Pflege eingeräumt. So sind die Leistungen bei häuslicher Pflege in den letzten Jahren stetig ausgeweitet worden.

Im Land Bremen versorgen derzeit rund 5.000 Beschäftigte aus 112 Diensten mehr als 7.000 Pflegebedürftige und die Zahl wächst (Pflegestatistik 2015). Damit ist die Versorgung alter oder kranker Menschen von hoher wirtschaftlicher und beschäftigungspolitischer Bedeutung. 

In der ambulanten Pflege arbeiten zwar mehrheitlich Fachkräfte, doch die Einkommen sind oft niedrig. Denn die Mehrzahl der Beschäftigten arbeitet auf Grund der Arbeitszeiten, die sich an der Versorgung und den Kundenwünschen orientieren, in der Regel in Teilzeit. Damit liegen die Teilzeitquoten in der ambulanten Pflege am höchsten: nur 55 Prozent arbeiten über 20 Stunden, rund 14 Prozent arbeiten unter 20 Stunden pro Woche und der Anteil der geringfügigen Beschäftigung liegt mit 31 Prozent auf sehr hohem Niveau.

Zudem gab es bis zum Abschluss des Tarifvertrages Altenpflege in Bremen (TV PfliB) 2016 zwischen Verdi und der Tarifgemeinschaft Pflege Bremen kaum tarifliche Regelungen. Der Wettbewerb zwischen den Anbietern wurde damals in erster Linie auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen.

Zwar gilt seit 2015, dass Tariflöhne bei Vergütungsverhandlungen berücksichtigt werden müssen. Doch noch immer sehen sich die Beschäftigten mit ihren berechtigten Lohnforderungen häufig gegen pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen ausgespielt.

Beispiele für das Leistungsspektrum der ambulanten Pflege AKB003_IconInfo

  • körperbezogene Pflege, wie die Hilfe bei der Körperpflege oder Ernährung oder der Mobilität,
  • pflegerische Maßnahmen, beispielsweise die Unterstützung zur Bewältigung und Gestaltung des täglichen Lebens in der häuslichen Umgebung,
  • Hilfen bei der Haushaltsführung, zum Beispiel Reinigung der Wohnung,
  • Beratung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen bei pflegerischen Fragestellungen, Unterstützung bei der Vermittlung von Hilfen wie Essensdienst oder Organisation von Fahrdiensten und Krankentransporten. 

 

Häufig reicht die Rente nicht aus, steigende Eigenanteile der Pflege zu decken. Dies hat zur Folge, dass pflegebedingte Kosten häufig auch von Angehörigen und immer öfter durch die Sozialhilfe im Rahmen der Hilfe zur Pflege übernommen werden müssen. In der ambulanten Pflege gelten gedeckelte Versicherungsleistungen. Damit tragen Kostensteigerungen dazu bei, dass pflegebedürftige Menschen, die Eigenanteile immer öfter nicht mehr aufbringen können und unter Umständen auf einen Teil der notwendigen Pflegeleistungen verzichten.

Schlagwörter

KontaktAKB003_Icon-Kontakt

Carola Bury
Referentin für Gesundheitspolitik

Am Wall 195
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-990
Fax: 0421/36301-995

E-Mail schreiben

DownloadsAKB003_Icon-Download

  • Der Respekt kommt nicht an - Teilzeit, niedrige Verdienste und schlechte Arbeitsbedingungen in der Pflege

    Erschienen in: Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen 2017

    Download PDF
  • Gute Arbeit und Strukturwandel in der Pflege

    Gestaltungsoptionen aus Sicht der Beschäftigten
    Ausgabe 6 der Reihe "Arbeit und Wirtschaft in Bremen"
    Februar 2014

    Download PDF
  • Zur Situation in der Pflege: Zwischen Fachkräftebedarf und Pflegenotstand

    Erschienen in: Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen 2013

    Download PDF
  • Arbeitskräftebedarf und Personalentwicklung in der Pflege

    Eine Erhebung im Land Bremen
    Ausgabe 3 der Reihe "Arbeit und Wirtschaft in Bremen"
    Mai 2013

    Download PDF

Unsere Geschäftsstellen

Bremen-Stadt

Bürgerstraße 1
28195 Bremen

Tel. +49.421.36301-0

Beratungszeiten
Bremen-Nord

Lindenstraße 8
28755 Bremen

Tel. +49.421.669500

Beratungszeiten
Bremerhaven

Barkhausenstraße 16
27568 Bremerhaven

Tel. +49.471.922350

Beratungszeiten

Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2017 Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2017 Arbeitnehmerkammer Bremen