04 - Die Stadt entwickeln

Unsere Forderungen zur Bürgerschaftswahl 2019

Im beschriebenen Strukturwandel, der vom Bedeutungsgewinn der Ressource "Wissen" geprägt ist, haben städtische Agglomerationen gute Karten. Hier trifft eine ausgebaute Wissenschafts-, Forschungs- und Bildungsinfrastruktur unmittelbar auf kluge und kreative Köpfe, die vom urbanen Leben angezogen werden. Andererseits sind Städte immer auch Ort sozialer Herausforderungen – durch Armut, Arbeitslosigkeit und Ungleichheit. Die Städte Bremen und Bremerhaven wachsen. Sie müssen die Zugewanderten in den Arbeitsmarkt integrieren und für junge Menschen und Familien attraktiver werden. Quartiere müssen sich dafür weiterentwickeln und lokale Ökonomien sind zu stärken. Gewerbeflächen- wie auch Wohnungsbaupolitik müssen sich auf neue Zielgruppen einstellen.

Chancen der Produktiven Stadt nutzen

Die Mischung von Arbeit, Ausbildung, Wohnen und Freizeit wird für Gewerbestandorte wie für Wohnquartiere wichtiger, denn zunehmend entstehen Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum nicht an der Peripherie der Stadt sondern mittendrin. Gründerzentren und Werkhöfe urbaner Produktion, Handwerk, Kleingewerbe und (migrantische) Gründungen brauchen dafür Raum. Die Chancen einer sogenannten Produktiven Stadt sind gerade am Industriestandort Bremen aufzugreifen. Daher sollten die planenden Behörden bei der Entwicklung von Galopprennbahn, Überseeinsel, dem Vorderen Woltmershausen und anderen Gebieten ihre Bemühungen um eine urbane Mischung fortsetzen.

Wohn- und Gewerbeflächen gezielt nutzen

Gelingen kann dies auch durch eine zur Sicherung zukünftiger Handlungsoptionen aktiven Liegenschaftspolitik. Der Erwerb von Flächen gehört ebenso dazu wie die Vergabe in Erbpacht und die Ausschreibung nicht nach Höchstgebot, sondern nach politisch gewünschtem Nutzungskonzept. Angesichts zunehmender Flächenknappheit muss die erwartete Arbeitsplatzdichte ein entscheidendes Kriterium bei der Vermarktung von Gewerbeflächen sein. Familien- und Bildungszentren schneller umsetzen Geplante Umbauprojekte von Kitas, Grundschulen und Gesundheitseinrichtungen in den WiN-Gebieten zu Familien- und Bildungszentren müssen vorangetrieben, Bildungseinrichtungen – von Berufs- über Grundschulen und Bildungszentren – zu Leuchttürmen in den Stadtteilen entwickelt werden.

Bremerhaven braucht attraktive Arbeits- und Wohnplätze

Die Lebensqualität und die Schaffung von attraktiven Arbeits- und Wohnplätzen muss für Bremerhaven höchste Priorität haben. Die Seestadt hat Potenzial: Vom Gelände der ehemaligen Schichau-/Seebeck-Werft, wo Wohnen, Arbeiten und Freizeit auf neue Art verbunden werden sollen über die Weiterentwicklung der Hochschule bis zur "Luneplate" als künftigem Gewerbegebiet der Green Economy. Diese Chancen müssen konsequent genutzt werden.

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  • Gut arbeiten, gut wirtschaften, die Stadt entwickeln

    Positionen der Arbeitnehmerkammer zur Bürgerschaftswahl 2019

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