03 - Gut wirtschaften

Unsere Forderungen zur Bürgerschaftswahl 2019

Die Wirtschaft in Bremen wächst – teilweise überdurchschnittlich wie im Jahr 2017. Doch die Zunahme der Beschäftigung bleibt seit Jahren unterdurchschnittlich. Dies ist auch eine Folge der Wirtschaftsstruktur, in der die Produktivität im verarbeitenden Gewerbe durch Automatisierung und Auslagerungen steigt – ohne dass zusätzliche Beschäftigung entsteht. Inzwischen arbeiten im Land Bremen 4 von 5 Beschäftigten im Dienstleistungssektor. Diesen gilt es, stärker in den Blick zu nehmen. Das Qualifikationsniveau der Bremer Beschäftigten ist im Großstadtvergleich unterdurchschnittlich. Angesichts umfassender Digitalisierungsprozesse ist es daher auch in der Verantwortung der Landespolitik, verstärkt in die Qualifizierung von Beschäftigten zu investieren.

Qualifizierung und Weiterbildung stärken

Fachleute schätzen, dass im Zuge von Digitalisierung Helfertätigkeiten verloren gehen und neue Arbeitsplätze vielfach für Spezialisten und Experten entstehen. Das zeigt auch der Blick auf die jüngsten Beschäftigungszuwächse in Bremen. Die Qualifikationsstruktur im Land Bremen und seinen beiden Städten bleibt jedoch hinter der anderer Großstädte zurück. Qualifizierung und (Weiter-)Bildung sind somit zentrale Aufgaben, denen sich Bremer Landespolitik auf allen Ebenen verstärkt widmen muss. Der Ausbau der Universitäten und Hochschulen ist dabei ein wichtiger Schritt, aber auch die weitere Förderung von beruflichen Ausbildungen und Qualifizierungen mit anerkannten Abschlüssen für Beschäftigte und für Arbeitslose gehören dazu.

Innovationsprogramme durch Mitbestimmung erweitern

Digitalisierung wird viele Bremer Betriebe stark verändern. Die Arbeitnehmerkammer hat vorgeschlagen, mit dem "Programm zur Förderung von Innovation und Beschäftigung im digitalen und demografischen Wandel" die Beschäftigung nachhaltig zu sichern und die Sozialpartnerschaft für eine Innovationspartnerschaft zu nutzen. Die von der Wirtschaftsförderung aufgelegten Programme "Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Bremen" und das "Beratungsförderungsprogramm zu Digitalisierung und Arbeiten 4.0" sollen um Angebote für Betriebsräte erweitert werden. Dieses Programm soll Teil einer neuen, arbeitnehmer- und arbeitsorientierten Wirtschaftsförderung werden.

Wissensintensive Dienstleistungen ansiedeln

Mit der Automobil- und der Stahlindustrie wie auch mit der Luft- und Raumfahrt beherbergt das Land Bremen bedeutende Industrien, die es zu sichern gilt. In anderen Segmenten besteht deutlicher Nachholbedarf. So arbeiten hier weniger Beschäftigte in den – auch in Bremen – stark wachsenden wissensintensiven Dienstleistungen, also in Kanzleien, Praxen, Agenturen, Laboren oder bei IT-Dienstleistern. Dort entstehen häufig gut entlohnte und innovative Arbeitsplätze. Ein von der Arbeitnehmerkammer Bremen und inzwischen auch von Fraktionen geforderter "Masterplan Dienstleistungen" darf kein Papiertiger bleiben – er muss mit konkreten Fördermaßnahmen hinterlegt werden.

Branchendialoge weiterführen und ausweiten

Auch andere Dienstleistungsbranchen wie der Einzelhandel, die Logistik oder das Gastgewerbe wachsen, allerdings entwickeln sich hier die Arbeitsbedingungen häufig zu Ungunsten der Beschäftigten. Beispielsweise droht der Einzelhandel zu einer Niedriglohnbranche zu werden und allein 4.700 Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer sind in Bremen und Bremerhaven in der Lagerwirtschaft angestellt. Branchendialoge, bei denen Politik, Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter gemeinsam nach Wegen suchen, eine Branche auch beschäftigungspolitisch zukunftsfest zu machen, müssen daher beibehalten und ausgeweitet werden.

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  • Gut arbeiten, gut wirtschaften, die Stadt entwickeln

    Positionen der Arbeitnehmerkammer zur Bürgerschaftswahl 2019

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