02 - Gut ausbilden

Unsere Forderungen zur Bürgerschaftswahl 2019

Arbeits- und Ausbildungsmarkt haben sich im Land Bremen auseinander entwickelt: Die Zahl der Beschäftigten steigt, die der Auszubildenden geht zurück. Es ist deshalb nur noch eine Frage der Zeit, bis die anhaltende Ausbildungskrise in eine Fachkräftekrise umschlägt. Die Ausbildungsquote ist im Land Bremen gesunken – auf 100 Beschäftigte kommen noch 5 Auszubildende. Nur noch gut jeder fünfte Betrieb bildet aus. Die Ausbildungsquote in den Großbetrieben im Land Bremen hat einen Tiefpunkt von 3,9 Prozent erreicht. Im Land Bremen haben 22 Prozent der 25- bis 34-Jährigen keinen Berufsabschluss (Bund 14,6 Prozent). Und die Arbeitslosenquote von Ungelernten in Bremen ist mit fast 30 Prozent mehr als fünfmal so hoch wie die von beruflich Ausgebildeten.

Ziele umsetzen: mehr ausbilden!

Das sinkende Ausbildungsengagement verlangt nach politischen Antworten. Der Ausbildungspakt "Bremer Vereinbarungen" hinkt bisher seinem zentralen Ziel, ein wahlfähiges Ausbildungsangebot für junge Menschen zu schaffen, hinterher. Die getroffenen Verabredungen müssen deshalb verbindlich umgesetzt werden. Zudem ist zu prüfen, ob eine landesgesetzliche Ausbildungsumlage möglich ist und zu einem stärkeren Ausbildungsengagement der Betrieb beiträgt.

Unterstützungsangebote für Azubis und Betriebe bündeln

Inzwischen hat ein gutes Drittel der Auszubildenden im Land Bremen Abitur, ein ebenso großer Anteil entfällt auf Realschulabsolventinnen und -absolventen. Der Anteil der Hauptschülerinnen und Hauptschüler liegt bei 20 Prozent. Es sind überwiegend die kleinen und mittleren Betriebe, die auch Jugendliche mit Real- und Hauptschulabschluss ausbilden. Sie verfügen aber im Vergleich zu großen Betrieben über weniger Ressourcen. Entwickelt werden muss daher neben Betrieb und Berufsschule eine "dritte Säule, in der Unterstützungsangebote für Auszubildende und Betriebe gebündelt werden und leicht erreichbar sind. Die Präsenz einer solchen neuen Infrastruktur auf dem Berufsschulcampus ist sinnvoll.

Mehr Geld für Berufsschulen

Das Land Bremen gibt mehr als 1.000 Euro weniger pro Berufsschülerin und Berufsschüler im dualen System aus als die anderen Stadtstaaten Diese Lücke muss geschlossen werden, wenn man die duale Ausbildung stärken und bezogen auf die Ausstattung mit Infrastruktur wie Personal gegenüber der akademischen Ausbildung attraktiv halten will.

Mehr Ausbildungsplätze in sozialen Berufen

Die Ausbildungsplätze in den von einem besonders starken Fachkräftemangel geprägten Gesundheits- und Erziehungsberufen müssen aufgestockt und die Rahmenbedingungen der Ausbildung verbessert werden. Ausbildungsverträge und angemessene Ausbildungsvergütungen müssen auch hier Standard werden. Als ausbaufähiges Vorbild kann die praxisintegrierte Erzieher*innenausbildung (PIA) gelten. Die neue generalistische Ausbildung in der Pflege muss genutzt werden, um die Pflege aufzuwerten. Kosten für die Anleitung von Auszubildenden müssen von den Kostenträgern bei Kassen und Kommunen refinanziert werden.

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  • Gut arbeiten, gut wirtschaften, die Stadt entwickeln

    Positionen der Arbeitnehmerkammer zur Bürgerschaftswahl 2019

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