Pressemitteilung

30.10.2018

Ausbildung: Zu viele Jugendliche gehen leer aus

Arbeitnehmerkammer zur aktuellen Ausbildungsbilanz

Nur ein gutes Drittel (35 Prozent) der jungen Menschen, die in der Stadt Bremen und in Bremerhaven bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit gemeldet waren, haben in diesem Jahr einen betrieblichen Ausbildungsplatz gefunden. Das zeigt die heute vorgestellte Ausbildungsbilanz für 2018. „Noch immer gehen viel zu viele junge Menschen im Land Bremen bei der Ausbildungssuche leer aus – hier müssen wir deutlich besser werden“, betont Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung seien ein Kernangebot der Jugendberufsagentur. „Gemeinsam wollen wir erreichen, dass kein Jugendlicher mehr verloren geht. Umso wichtiger ist es, dass Bewerberinnen und Bewerber erfolgreich mit dem passenden Betrieb zusammengebracht werden“, erinnert Schierenbeck.

Versorgt und unversorgt

Dass die Bilanz trotz der geringen Anzahl der erfolgreichen Vermittlungen nur eine recht kleine Zahl der Jugendlichen als unversorgt ausweist, scheint auf den ersten Blick überraschend. Dies hängt jedoch mit der Statistik zusammen: Die Agentur für Arbeit zählt auch Jugendliche als versorgt, die zwar noch auf der Suche sind, aber mittlerweile eine Alternative gefunden haben – etwa über ein Angebot im Übergangssystem oder ein Praktikum. 

Die statistische Bilanz der Agentur für Arbeit zeigt: 892 Jugendliche waren am 30. September noch aktiv auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz und hatten bisher noch nichts gefunden. Das war knapp jeder fünfte junge Mensch (19 Prozent), der sich mit der Bitte um Unterstützung an die Berufsberatung gewendet hatte.

Lücke beim Ausbildungsplatzangebot

Bei der Agentur für Arbeit in der Stadt Bremen waren 332 Ausbildungsplätze mehr ausgewiesen als gemeldete Jugendliche. In der Stadt Bremerhaven war das Verhältnis andersherum: Hier gab es 192 Lehrstellen weniger als Bewerberinnen und Bewerber. Jedoch wichtig zu wissen: Die Statistik spiegelt nur einen begrenzten Ausschnitt des Geschehens am Ausbildungsmarkt wider. Denn zahlreiche Bremer Jugendliche machen sich eigenständig auf die Suche und sind statistisch gar nicht bei der Agentur für Arbeit registriert. Außerdem interessieren sich zusätzlich viele junge Menschen aus dem niedersächsischen Umland für Ausbildungsplätze in Bremer Betrieben. 

So erklärt sich, warum am Ende fast alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden können – nur 7 Prozent blieben unbesetzt –, während viele Jugendliche leer ausgehen. Denn wenn man alle an einer Ausbildung in Bremen interessierten Jugendlichen in Betracht zieht, übersteigt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber das Angebot an Lehrstellen bei weitem. Im vergangenen Jahr kamen nach Berechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung im Land Bremen nur 67 Ausbildungsplätze auf 100 Ausbildungsinteressierte. Die aktuellen Zahlen veröffentlicht das Bundesinstitut im Dezember. 

Auch Handelskammer und Handwerkskammer haben heute eine erste Bilanz zu den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen gezogen. Die Handelskammer hat das Niveau des Vorjahres knapp gehalten, das Handwerk konnte ein leichtes Plus von 50 Verträgen erreichen. Diese Steigerung ist deutlich zu klein, um die Ziele der gerade erneuerten Bremer Vereinbarung zu erreichen. Danach sollen bis Ende 2019 mindestens 460 zusätzliche Ausbildungsplätze neu besetzt werden. Schierenbeck: „Es bleibt eine große Lücke, so dass wir auch weiterhin vielen Jugendlichen keine Zukunftsperspektive ermöglichen können. Dabei ist genügend Fachkräftenachwuchs auch im besonderen Interesse der Wirtschaft, gerade in Zeiten eines wachsenden Fachkräftebedarfs. Ich setze deshalb darauf, dass die Bremer Vereinbarung das Problem jetzt gemeinsam und konstruktiv anpackt.“

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