Arbeit und Gesundheit

Lärm am Arbeitsplatz

Lärm am Arbeitsplatz — aufs Ohr achten

Auf dem Flughafenrollfeld, an Baustellen oder in Fabriken ist es oft konstant zu laut. Maschinen, wie Kreissägen oder eine Blechpresse, erzeugen schnell 100 Dezibel (dB) und mehr – ein normales Gespräch nur etwa 60 dB. Wer aber dauerhaft einer hohen Lärmbelastung am Arbeitsplatz ausgesetzt ist, riskiert eine Lärmschwerhörigkeit. Sie ist die zweithäufigste Berufskrankheit.

Text: Janina Weinhold

Auch in Berufen ohne ständigen Maschinenlärm kann Lautstärke zum Problem werden. Bademeister, Kellner und Barkeeper oder Lehrerinnen und Erzieher sind zeitweise hohen Geräuschpegeln  ausgesetzt. Eine unruhige Schulklasse, laute Musik und Gespräche produzieren schnell eine Lautstärke, die auf Dauer krank machen kann – selbst in Großraumbüros und Callcentern.

Stress für Körper und Gehör
Ein gesundes Gehör kann Sprache und Geräusche filtern. Feine Härchen im Innenohr, die Hörzellen, übersetzen Schallwellen für das Gehirn. Bei dauerhafter Überbelastung können die Härchen brechen und Schwerhörigkeit auslösen. Außerdem steigt das Risiko für einen Hörsturz als „Ohrinfarkt“ mit plötzlich auftretender Taubheit oder ständig wahrgenommenen Ohrgeräuschen wie Pfeifen oder  Rauschen (Tinnitus). Lärm belastet jedoch nicht nur das Gehör. Zu viel Lärm erzeugt auch Stress. Hoher Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Konzentrationsmangel oder Schlafstörungen können die Folge sein.

Arbeitgeber in der Pflicht
Der Arbeitgeber muss die Lärmbelastung am Arbeitsplatz mit einer Gefährdungsbeurteilung überprüfen.  Bei einem dauerhaften Lärmpegel über der 85-Dezibel-Grenze, muss er etwa für eine Schalldämmung von Maschinen oder Räumen sorgen. Außerdem muss der Arbeitgeber einen Gehörschutz zur Verfügung stellen und sein Personal über die Schutzmaßnahmen unterrichten. Zusätzlich haben Beschäftigte an Lärmarbeitsplätzen ein Anrecht auf arbeitsmedizinische Vorsorge und Beratung beim Betriebsarzt. Doch auch für Arbeitsplätze ohne gehörschädigenden Lärm gelten  Gesundheitsschutzvorgaben. Stellt sich der Geräuschpegel im Raum als Stressfaktor heraus, muss der Arbeitgeber mit Maßnahmen wie Schalldämmung für ein leiseres Arbeitsumfeld sorgen.

Aufs Ohr achten
Probleme beim Lesen sprechen schnell für eine Brille. Eine Schwerhörigkeit entwickelt sich dagegen eher schleichend. Wenn es schwerer fällt, Gespräche zu verstehen, sollten Betroffene einen Hörtest beim Arzt machen. Auch Anzeichen für einen Tinnitus und Hörsturz, wie etwa ein Wattegefühl oder Piepsen im Ohr, sollten Beschäftige ernst nehmen. Eine frühe Diagnose kann vor dauerhaften Schäden schützen. Freiwilliges Arbeiten in Ruheräumen oder eine Filzunterlage für Tastaturen können dem Ohr eine Pause gönnen.

Weitere Informationen AKB003_IconInfo

Mehr Informationen bietet unsere Broschüre „Wie bitte?“ – Hören und Lärm im Beruf, die auch in unseren Geschäftsstellen ausliegt.

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