Galerie der Arbeitswelt

Tomas Wilkop arbeitet als Logistiker im Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie

Vom Forschungsschiff an den Schreibtisch

Tomas Wilkop sorgt dafür, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gut ausgestattet die Weltmeere ergründen. Er arbeitet als Logistiker im Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie.

Text: Suse Lübker - Foto: Kay Michalak

Jahrelang ist er zur See gefahren, war für das Max-Planck-Institut auf den großen Forschungsschiffen unterwegs, der Meteor zum Beispiel oder der Polarstern. Als Techniker analysierte er die kleinsten Lebewesen des Meeresbodens unterm Mikroskop, fasziniert von den Mikroorganismen, die in mehreren Tausend Metern Tiefe leben.

Dann bekommt Tomas Wilkop das Angebot, die Logistik dieser Tiefsee-Expeditionen zu übernehmen, zwölf Jahre ist das jetzt her. Er zögert keine Minute, wechselt gern vom Forschungsschiff an den Schreibtisch: „Nach 20 Expeditionen war die Luft raus, du kommst an deine körperlichen Grenzen, siehst wochenlang kein Land und arbeitest immer gegen den Seegang.“

Sein Vorteil: Er kennt die Abläufe und weiß genau, worauf es ankommt bei den Forschungsreisen. Schon immer hatte er ein Auge darauf, dass die Kisten aus den Containern ins richtige Labor auf dem Schiff kommen. Von dem Gewusel an Bord lässt er sich nicht abschrecken, er bezeichnet sich selbst als sehr gut organisiert.

All das hilft ihm bei seiner neuen Arbeit. Als Logistiker muss Tomas Wilkop sehr strukturiert arbeiten und gut planen können. Schritt für Schritt sorgt er dafür, dass die Ausrüstung perfekt verpackt zum Forschungsschiff gelangt. Monate vor der Reise erkundigt er sich nach passenden Containertransporten, prüft, wann die Fracht wo abgeholt werden muss, vergleicht Kosten, bucht den Transport.

Sobald die Tour steht, geht es an die Planung. Alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen genau dokumentieren, was sie auf die Reise schicken – das sind meist technische Geräte für die Entnahme der Sedimente vom Meeresboden. Fast immer ist auch Gefahrgut dabei, zum Beispiel Ethanol für die Konservierung der Proben. Tomas Wilkop checkt genau, ob alles in den Kisten ist, was in den Frachtlisten steht – als Gefahrgutbeauftragter gehört auch das zu seinen Aufgaben. Schließlich kontrolliert der Zoll stichprobenartig die Fracht, vor allem die Seriennummern der Geräte. Alles muss perfekt stimmen. „Das ist manchmal ganz schön stressig, aber sehr selten läuft etwas schief“, sagt Tomas Wilkop. Alle Container seien bisher angekommen. Darauf ist er stolz.

Was ist das Spannendste in seinem Beruf? Der Job ist einfach unglaublich vielseitig, findet der ehemalige Meeresforscher. Oft belädt er sogar selber Container, schließlich hat er ein Container-Packzertifikat. Das sei besonders aufregend, ein bisschen wie Tetris. Es sei nicht leicht, die Kisten mit dem Gabelstapler so zu positionieren, dass sie perfekt passen: „Mir fällt immer ein Stein vom Herzen, wenn ich die Containertüren schließen kann und weiß, das alles passt!”

Berufe in der Logistik AKB003_IconInfo

Es gibt verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten im Logistikbereich, darunter zum Beispiel die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik oder zum Kaufmann/zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung. Beides sind anerkannte Ausbildungsberufe, die Ausbildung dauert jeweils drei Jahre. Weitere Infos unter www.planet-beruf.de und www.ihk-lehrstellenboerse.de.

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