Bildungsurlaub = Bildungszeit: Kammer begrüßt Senatsvorschlag

Der Bildungsurlaub soll in Bremen gesetzlich neu geregelt werden. Den Vorschlag des Senats, mit einer Gesetzesänderung den Begriff „Bildungsurlaub“ in „Bildungszeit“ zu ändern, ist aus Sicht der Arbeitnehmerkammer richtig. Denn: Mit Urlaub werden falsche Erwartungen geweckt, die in erster Linie mit Freizeit und Erholung verbunden sind. Die Idee des Bildungsurlaubs ist aber, Beschäftigte für die Zeit einer politischen oder beruflichen Weiterbildung freizustellen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen die Möglichkeit haben, sich abseits des normalen Alltags intensiv und über einen längeren Zeitraum mit einzelnen Themen auseinander zu setzen.

Bremen will neue Wege gehen: Anerkennung von Bildungsmaßnahmen

Die Gesetzesänderung sieht außerdem vor, bei der Anerkennung von Bildungsmaßnahmen andere Kriterien anzulegen. So soll künftig nicht die Methode des Bildungsurlaubs im Vordergrund stehen, sondern die Kompetenzen, die mit einem Seminar hinzugewonnen werden. Bremen ist damit das erste Bundesland, dass die Kompetenzorientierung einführen wird. Aus Sicht der Arbeitnehmerkammer ist dieser neue Ansatz sinnvoll, um auch den Prüfungsaufwand im Anerkennungsverfahren deutlich zu reduzieren. Außerdem ist es damit künftig den Weiterbildungseinrichtungen überlassen, wie sie ein Seminar konzipieren und welchen Anteil beispielsweise Exkursionen, Einzelunterricht oder praktische Übungen haben.

Es bleibt allerdings abzuwarten, ob Bildungsträger aus anderen Bundesländern in Zukunft eher davon absehen, Anträge in Bremen zu stellen, wenn hier andere Anerkennungsvoraussetzungen gelten. Dies wäre insbesondere für die Bremer Beschäftigten ein Nachteil, die in Niedersachsen leben und dort einen Bildungsurlaub absolvieren wollen.

Außerdem: Der Bildungsurlaub ist nach wie vor ein Rechtsanspruch von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Ihn attraktiver zu gestalten, sollte nicht nur im Hinblick auf die Akzeptanz bei den Arbeitgebern passieren. Wenn es künftig mehr um die Kompetenzen geht, die während eines Bildungsurlaubs erworben werden, dürfen hier nicht in erster Linie die Verwertungsinteressen der Arbeitgeber im Vordergrund stehen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben den Anspruch, die Themen ihres Bildungsurlaubs selbst zu wählen. Die Weiterbildung muss keinen Bezug zur Arbeit haben. Thematische oder inhaltliche Vorgaben kann der Arbeitgeber nicht machen. Diese ursprüngliche Idee des Bildungsurlaubs muss immer wieder reflektiert und das individuelle Recht auf frei gewählte Bildungszeit berücksichtigt werden.

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Jessica Heibült
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