Sommerhitze am Arbeitsplatz

Kopfweh, vorzeitige Ermüdung, schnelle Atmung und Puls, Blutdruckabfall, Übelkeit oder ein Hitzekollaps mit Schwindel und Ohnmacht – was sich liest wie die Nebenwirkungen eines starken Medikaments, sind die Folgen, die entstehen können, wenn Sie über einen längeren Zeitraum bei hohen Temperaturen arbeiten. Keine Frage, bei Hitze wird Ihr Körper stärker beansprucht, was sich natürlich auch auf die Arbeit auswirkt.

Konzentration und Leistungsfähigkeit nehmen ab, das Fehler- und Unfallrisiko steigt. Zwar gibt es keinen Rechtsanspruch auf Hitzefrei und auch keine Maximaltemperatur für Arbeitsstätten, allerdings sind bei hohen Raumtemperaturen Schutzmaßnahmen zu treffen, um gesundheitlicher Gefährdung vorzubeugen. Welche Maßnahmen muss Ihr Arbeitgeber treffen, um die Beschäftigten vor zu großer Hitze zu schützen? Und welche Möglichkeiten haben Sie als Arbeitnehmer?

Arbeitsschutz: Was muss Ihr Arbeitgeber tun?

Der Arbeitgeber muss ab einer Raumtemperatur von 26 Grad Celsius für Abkühlung sorgen. Nach dem Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber nämlich verantwortlich für die Gesundheit der Beschäftigten im Betrieb. Beratend können der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit den Arbeitgeber unterstützen. Gibt es einen Betriebs- oder Personalrat hat dieser hierbei übrigens Mitbestimmungsrechte. Die Beschäftigten müssen über die gesundheitlichen Belastungen und die Schutzmaßnahmen informiert werden.

Technische Schutzmaßnahmen haben Priorität

Wenn bei Ihnen am Arbeitsplatz die Sonneneinstrahlung durch Fenster, Oberlichter und Glaswände dazu führt, dass das Thermometer über 26 Grad Celsius klettert, dann sind diese mit geeigneten Sonnenschutzsystemen etwa außenliegenden Jalousien auszurüsten. Möglichkeiten gibt es da viele. Gestaltungsbeispiele für Sonnenschutzsysteme finden sich in der Arbeitsstättenregel (ASR).

Arbeitsräume ab 30 Grad Celsius

Die Temperatur in Arbeits- und Sozialräumen soll während der Arbeitszeit 26 Grad Celsius nicht überschreiten. Allerdings gibt es keine rechtlichen Regelungen, die ab gewissen Temperaturen Hitzefrei vorschreiben. Spätestens ab einer Außentemperatur von 26 und innen 30 Grad Celsius ist der Arbeitgeber verpflichtet zu handeln, indem er etwa Getränke bereitstellt, lockere Kleidung erlaubt oder nachts lüftet. Ab 35 Grad Celsius Innentemperatur darf ohne Hitzeschutzmaßnahmen in einem Raum nicht mehr gearbeitet werden.

Das können Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer tun

Messen Sie die Temperatur am Arbeitsplatz, wenn sie Ihnen zu heiß erscheint. Dokumentieren Sie die Ergebnisse schriftlich. Wenn während der Arbeitszeit drinnen mehr als 26 Grad Celsius erreicht werden, wenden Sie sich an Ihren Arbeitgeber beziehungsweise an Vorgesetzte als seine Stellvertretung, damit sie Maßnahmen zur Senkung der Temperaturen ergreifen. Informieren Sie auch die betriebliche Interessenvertretung und fragen Sie den Betriebsarzt oder die Betriebsärztin oder die Fachkraft für Arbeitssicherheit um Rat. Schlagen Sie vor, das Thema Sommerhitze am Arbeitsplatz im Arbeitsschutzausschuss zu behandeln.

Weitere Maßnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz:

  • In Räumen leichte, nicht eng anliegende Kleidung tragen.
  • Genügend trinken: am besten Mineralwasser, ungesüßte Kräutertees und Fruchtsaftschorlen. Bei schwerer Arbeit in großer Hitze drei bis fünf Liter täglich trinken. Kaffee oder Tee in Maßen bringen den Kreislauf in Schwung.
  • Bei Arbeiten unter freiem Himmel auf genügend Sonnenschutz achten – durch Kopfbedeckung, Sonnenbrille, Sonnencreme und passende Kleidung (je dichter und dunkler ein Gewebe ist, desto besser ist der Sonnenschutz).
  • Die Mittagspause im Schatten, am besten in Innenräumen verbringen und kurze Zusatzpausen einlegen. Das senkt die UV-Strahlenbelastung deutlich (zwischen 11 und 15 Uhr ist sie am höchsten).

Schlagwörter

DownloadsAKB003_Icon-Download

  • Sonne & Hitze: Gesundheitsschutz bei Arbeiten im Freien

    Gesundheitsinfo, August 2017

    Download PDF
  • Sommerhitze am Arbeitsplatz

    Ausführliches Gesundheitsinfo, April 2016

    Download PDF

UV-Testkarte

Sie möchten wissen, wie stark die UV-Strahlung ist? In unseren Geschäftsstellen erhalten Mitglieder unsere UV-Testkarte.

Unsere Geschäftsstellen

Bremen-Stadt

Bürgerstraße 1
28195 Bremen

Tel. +49.421.36301-0

Beratungszeiten
Bremen-Nord

Lindenstraße 8
28755 Bremen

Tel. +49.421.669500

Beratungszeiten
Bremerhaven

Barkhausenstraße 16
27568 Bremerhaven

Tel. +49.471.922350

Beratungszeiten

Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2017 Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2019 Arbeitnehmerkammer Bremen