Schwanger - und jetzt?

Aktuelle Checkliste für (werdende) Eltern

Eine Schwangerschaft stellt oft das Leben der (werdenden) Eltern auf Kopf. Wie beantrage ich Elterngeld, wann muss ich meinen Arbeitgeber informieren und welche Leistungen übernimmt eigentlich die Krankenkasse? Anbei ein Überblick über die wichtigsten To-dos.

Vorm Mutterschutz

Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet mit der achten Woche nach der Geburt (bei Früh- und Mehrlingsgeburten mit der zwölften Woche). Es möchte die Chancen der Frauen verbessern und ihre Rechte stärken. 

Durch das Gesetz wird Schwangeren und stillenden Frauen ein Gesundheitsschutz zugesichert, damit sie ihre und die Gesundheit des Kindes nicht gefährden, in ihrem Berufsleben nicht benachteiligt oder in ihren Entscheidungen über eine Erwerbstätigkeit beeinträchtigt werden. 

Meldung der Schwangerschaft beim Arbeitgeber

Sobald Frauen von ihrer Schwangerschaft wissen und den voraussichtlichen Entbindungstermin kennen, sollten sie dem Arbeitgeber dies mitteilen. Dabei handelt es sich nicht um eine erzwingbare Rechtspflicht, sondern um eine Empfehlung im eigenen (gesundheitlichen) Interesse und im Interesse des ungeborenen Kindes, da der Arbeitgeber nur so die Mutterschutzbestimmungen einhalten kann. 

Fragt der Arbeitgeber vor einer Einstellung die Frau nach einer eventuell bestehenden Schwangerschaft, so hat sie ein „Recht zur Lüge“. Das heißt sie muss diese Frage nicht beantworten. Der Grund: Es handelt sich dabei um eine unmittelbare Diskriminierung wegen des Geschlechts, die gegen das Benachteiligungsverbot verstößt und somit verboten ist.

Vorsorgeuntersuchungen

Alle werdenden Mütter, die Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse oder familienversichert sind, haben Anspruch auf

  • Vorsorgeuntersuchungen 
  • ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe 
  • Versorgung mit Arznei-, Verband- und Heilmitteln 
  • eine stationäre Entbindung
  • häusliche Pflege
  • Haushaltshilfe

Diese Leistungen gelten auch für arbeitslose Frauen und Empfängerinnen von Arbeitslosengeld II. Sozialhilfeempfängerinnen erhalten vergleichbare Leistungen. Für privat krankenversicherte Frauen ergibt sich der Anspruch aus den Versicherungsbedingungen der privaten Krankenversicherung.

Wichtig: Werdende Mütter haben Anspruch auf Freistellung von der Arbeitszeit für Untersuchungen beim Arzt oder einer Hebamme, zum Beispiel für Vorsorgeuntersuchungen. Sie müssen zwar Rücksicht auf die betrieblichen Belange des Arbeitgebers nehmen und den Termin möglichst außerhalb der Arbeitszeit legen, ist dies aber nicht möglich, so muss der Arbeitgeber sie unter Fortzahlung des Gehaltes freistellen. Die Arbeitnehmerin ist nicht verpflichtet, diese Zeiten vor- oder nachzuarbeiten.

Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss beantragen

Den Antrag auf Mutterschaftsgeld sollten Arbeitnehmerinnen möglichst vor Beginn der Mutterschutzfrist vor der Geburt einreichen. Eine gesetzlich geregelte Frist gibt es nicht.

Formulare für den Mutterschaftsgeldantrag sind häufig online bei der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse zu finden (Beispiele: Barmer, Techniker, DAK, AOK, HKK und andere)

Für den Antrag benötigen werdende Mütter folgende Nachweise:

  • Unterschriebener Antrag auf Mutterschaftsgeld
  • Ärztliche Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin
  • Verdienstbescheinigung des Arbeitgebers
  • Geburtsbescheinigung vom Standesamt, wenn das Kind schon geboren ist
  • Bei Frühgeburten: Ärztliche Bescheinigung

Ist die Frau privat krankenversichert oder arbeitet sie in einem Minijob mit einem Verdienst von maximal 450 Euro monatlich, muss sie den Antrag auf einmaliges Mutterschaftsgeld in Höhe von 210 Euro stellen beim

Bundesversicherungsamt
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn

Ein Formular steht auch hier.

So werden Sie während des Mutterschutzes bezahlt

Während der Mutterschutzfristen erhalten Arbeitnehmerinnen von ihrer Krankenkasse, bei der sie gesetzlich versichert sind, Mutterschaftsgeld und einen Arbeitgeberzuschuss zum Ausgleich ihres Nettoverdienstes.

Beides muss separat bei der Krankenkasse und beim Arbeitgeber beantragt werden.

Das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse berechnet sich aus dem durchschnittlichen kalendertäglichen Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate (der Monat wird mit 30 Kalendertagen gerechnet) vor Beginn der sechswöchigen Schutzfrist.

Dabei zahlt die Krankenkasse jedoch höchstens 13 Euro pro Kalendertag (monatlich höchstens 364 Euro beziehungsweise 403 Euro je nach Länge des Monats).

Für alle Frauen, deren kalendertägliches Nettogehalt 13 Euro übersteigt, reicht das Mutterschaftsgeld nicht aus, um während der Schutzfristen und am Entbindungstag das volle Nettoeinkommen zu sichern.

Deshalb ersetzt ihnen ihr Arbeitgeber den Unterschiedsbetrag zwischen dem kalendertäglichen Mutterschaftsgeld von 13 Euro und ihrem tatsächlichen Nettoarbeitsgeld. Beträgt dies beispielsweise 25 Euro steuert der Arbeitgeber zwölf Euro pro Tag zum Einkommen der Frau bei.

Und wenn das Kind später kommt?

Verlängert sich die sechswöchige Schutzfrist vor der Entbindung, da das Kind später als errechnet auf die Welt kommt, wird für die gesamte Zeit Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss gezahlt. Kommt das Kind vor dem voraussichtlichen Geburtstermin, verkürzt sich die Zahlung allerdings nicht, da diese Zeit an die acht- beziehungsweise zwölfwöchige Mutterschutzfrist nach der Geburt angehängt wird, damit die Frau insgesamt eine 14-wöchige Mutterschutzfrist genießen kann.

Für Frauen, die nicht gesetzlich krankenversichert sind oder aber über einen Minijob verfügen, wird ein einmaliges Mutterschaftsgeld in Höhe von 210 Euro vom Bundesversicherungsamt gezahlt.

Während des Mutterschutzes

Das Mutterschutzgesetz gilt für alle werdenden Mütter, die in Deutschland in einem Arbeitsverhältnis stehen. Dazu gehören auch Heimarbeiterinnen, Hausangestellte, geringfügig Beschäftigte, Auszubildende, Volontärinnen, Praktikantinnen und zur beruflichen Weiterbildung nach dem SGB III Beschäftigte. Seit 1. Januar 2018 sind auch Schülerinnen und Studentinnen, Frauen im Freiwilligendienst, arbeitnehmerähnlich beschäftigte Frauen, Entwicklungshelferinnen, behinderte Frauen mit einer Tätigkeit in einer Behindertenwerkstatt und so weiter erfasst. Das Mutterschutzgesetz gilt nicht für Beamtinnen, Richterinnen und Soldatinnen, denn für sie gelten Sonderregelungen.

Anerkennung der Vaterschaft / Abgabe der Sorgeerklärung

Beide Vorgänge können nicht verheiratete Paare beim Standes- oder Jugendamt oder bei einem Notar oder einer Notarin abwickeln lassen. Kümmern sich die werdenden Eltern nicht bereits vor Geburt des Kindes darum, wird die alleinige Sorge automatisch der Mutter zugesprochen. 

Elternzeit anmelden

Die Elternzeit müssen Sie rechtzeitig schriftlich beim Arbeitgeber anmelden.

Fristen:

  • Für Abschnitte bis zum vollendeten dritten Lebensjahr: spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn
  • Für Abschnitte zwischen dem dritten und dem achten Lebensjahr: spätestens dreizehn Wochen vorher

Für Zeiträume innerhalb der ersten zwei Lebensjahre muss die Elternzeit verbindlich beantragt werden. Wird nur für das erste Jahr nach der Geburt Elternzeit beantragt, ist eine Verlängerung für das zweite Jahr von der Zustimmung des Arbeitgebers abhängig.

Wer erhält Elternzeit?

Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer haben Sie Anspruch auf Elternzeit, wenn Sie

  • mit einem Kind, für das Sie das Sorgerecht haben, in einem gemeinsamen Haushalt leben 
  • das Kind in Ihrem Haushalt selbst betreuen und erziehen 
  • mit einem Enkelkind in einem Haushalt leben und dies selbst betreuen und erziehen und ein Elternteil entweder minderjährig ist oder sich in einer Ausbildung befindet, die vor dem 18. Lebensjahr begonnen wurde
  • während der Elternzeit nicht oder nicht mehr als 30 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt arbeiten.

Wie lange dürfen Sie Elternzeit nehmen?

Die Elternzeit beginnt frühestens mit der Geburt des Kindes (für Mütter erst nach Ablauf der achtwöchigen Mutterschutzzeit nach der Geburt).

Eltern haben jeweils Anspruch auf drei Jahre Elternzeit. Bei der Aufteilung der Zeiten bestehen mehrere Möglichkeiten. Elternzeit kann allein, abwechselnd oder gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner genommen werden. Dabei dürfen Beschäftigte die Elternzeit in drei, mit Zustimmung des Arbeitgebers auch auf mehr Zeitabschnitte verteilen. Bei adoptierten Kindern gelten Sonderregelungen.

Ein Anteil der Elternzeit von bis zu 24 Monaten kann ab dem dritten Geburtstag und bis zur Vollendung des achten Lebensjahres ohne Zustimmung des Arbeitgebers genommen werden.

Weitere Informationen rund ums Thema Elternzeit finden Sie hier.

Nach der Geburt

Auch in den acht Wochen nach der Geburt stehen Mütter noch unter dem Mutterschutz. Damit wird in dieser Zeit auch das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse und der Arbeitgeberzuschuss weitergezahlt. Allerdings wird diese Zeit auf die beantragte Elternzeit angerechnet. Beispiel: Wer ein Jahr Elternzeit beantragt, muss mit dem ersten Geburtstag des Kindes wieder arbeiten gehen. 

Geburtsurkunde beantragen

Die Geburtsurkunde des neugeborenen Kindes beantragen Eltern beim Standesamt des Bezirkes, in dem das Kind geboren ist. Oft ist das schon im Krankenhaus möglich. Benötigt werden dafür die Abstammungsurkunden der Eltern und bei nicht verheirateten Eltern ein Nachweis über die gemeinsame Sorge. Das Standesamt stellt am Ende gleich mehrere Exemplare aus (eine allgemeine, für die Krankenkasse, für die Elterngeldstelle).

Hinweis: Gerade im städtischen Raum, kann die Ausstellung der Geburtsurkunden einige Wochen dauern. 

Elterngeld / Elterngeld Plus beantragen

Basiselterngeld und Elterngeld Plus müssen schriftlich bei der Elterngeldstelle beantragt werden. Der Antrag ist im Internet und vor Ort erhältlich.

Amt für Soziale Dienste (Bremen)
Hans-Böckler-Straße 9
28217 Bremen
0421.36 19 43 00

Amt für Jugend, Familie und Frauen (Bremerhaven)
Hinrich-Schmalfeldt-Straße 29, Stadthaus 2
27576 Bremerhaven
0471.5 90-2027

Einen Überblick zum Thema Elterngeld und Elterngeld Plus finden Sie hier.

Der Antrag sollte zügig nach der Geburt gestellt werden, weil Elterngeld rückwirkend für maximal drei Monate vor dem Monat der Antragstellung gezahlt wird.

Diese Unterlagen benötigen Sie:

  • ausgefüllter Elterngeldantrag, 
  • Personalausweis oder Reisepass, 
  • Geburtsurkunde, 
  • Nachweise über Erwerbseinkommen (Gehaltsabrechnung der vergangenen zwölf Monate vor dem Monat der Geburt), Arbeitszeitbestätigung des Arbeitgebers bei Teilzeit (wenn während des Elterngeldbezugs bis zu 30 Stunden in der Woche gearbeitet wird), 
  • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld, 
  • Bescheinigung des Arbeitgebers über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld. 

Voraussichtliche Höhe des Elterngeld berechnen

Das Basiselterngeld ersetzt zwischen 65 und 100 Prozent des pauschalierten Nettolohns. Errechnet wird die Summe auf Grundlage des Bruttolohns der letzten zwölf Kalendermonate vor dem Monat der Geburt des Kindes. Bei Müttern verschiebt sich der Zeitraum um die Zeiten des Mutterschutzes (sechs Wochen vor errechnetem Geburtstermin). Wird das Kind vorher geboren, gilt der Geburtstermin.

Tipp: Das Bundesfamilienministerium stellt für eine erste Einschätzung im Internet einen Elterngeldrechner zur Verfügung.

Vom Bruttomonatsverdienst (ohne Einmalzahlungen) werden pauschal abgezogen:

  • neun Prozent für die Kranken- und Pflegeversicherung
  • neun Prozent für die Kranken- und Pflegeversicherung
  • zehn Prozent für die Rentenversicherung
  • zwei Prozent für die Arbeitslosenversicherung
  • Lohnsteuer (Steuerklasse, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, wie sie auf den Gehaltsabrechnungen ausgewiesen sind)
  • ein Zwölftel der Werbungskostenpauschale (1.000 Euro), das heißt 83,33 Euro

Bei einem errechneten Nettoeinkommen zwischen 1.000 und 1.200 Euro beträgt das Elterngeld 67 Prozent. Zwischen 1.200 und 1.240 Euro sinkt dieser Satz um 0,1 Prozent je zwei Euro auf 65 Prozent des Einkommens. Ab 1.240 Euro und darüber bleibt es bei 65 Prozent. Beträge über 2.770 Euro werden nicht mehr berücksichtigt. Liegt das Nettoeinkommen unter 1.000 Euro, wird die Summe von 67 Prozent um 0,1 Prozent für je zwei Euro weniger als 1.000 Euro auf bis zu 100 Prozent bei 340 Euro und weniger angehoben.

Die Mindesthöhe des Elterngeldes beträgt 300 Euro (auch für Hausfrauen und –männer, Studierende, Erwerbslose – also auch wenn vor der Geburt des Kindes kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt wurde). Der Höchstbetrag liegt bei 1.800 Euro (65 Prozent von 2.770 Euro). Kein Elterngeld erhalten Spitzenverdiener mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von mehr als 250.000 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise mehr als 500.000 Euro (Paare).

Wie berechnet sich das Elterngeld Plus?

Genauso wie das Basiselterngeld. Allerdings beträgt es höchstens die Hälfte des Basiselterngelds. Dafür wird es doppelt so lange gezahlt. Wird das Elterngeld Plus in Anspruch genommen, halbieren sich nicht nur das Basiselterngeld und das Mindestelterngeld von 300 Euro, sondern auch der Geschwisterbonus und der Mehrlingszuschlag.

Geschwisterbonus

Leben im Haushalt (einschließlich des Neugeborenen) zwei Kinder unter drei Jahren oder drei und mehr Kinder unter sechs Jahren, erhöht sich das Basiselterngeld um zehn Prozent, mindestens jedoch um 75 Euro (Geschwisterbonus). Bei Mehrlingsgeburten werden grundsätzlich für das zweite und jedes weitere Kind zusätzlich 300 Euro gezahlt (Mehrlingszuschlag).

Krankenversicherung des Kindes anmelden

Sobald die Geburtsurkunde vorliegt, müssen Sie Ihr Kind bei Ihrer Krankenkasse versichern. Informieren Sie sich diesbezüglich bei Ihrer Krankenkasse (Barmer, Techniker, AOK, DAK, HKK und andere).

Keine Panik! Auch wenn die Geburtsurkunde noch nicht vorliegt, übernimmt die Krankenkasse schon alle Kosten für Voruntersuchungen und weiteres. Suchen Sie diesbezüglich das Gespräch.

Kindergeld bei der Familienkasse beantragen

Das Kindergeld beantragen Sie bei Ihrer Familienkasse. Informationen und den Antrag dazu finden Sie hier. Seit dem 1. Januar 2018 gelten folgende Regelungen: 

1. und 2. Kind194 Euro
3. Kind200 Euro
ab dem 4. Kind225 Euro

 

 

Meldung beim Einwohnermeldeamt

In der Regel wird das Einwohnermeldeamt automatisch vom Standesamt über die Geburt Ihres Kindes unterrichtet. Erkundigen Sie sich aber sicherheitshalber, ob Sie der Behörde ebenfalls einen Besuch abstatten müssen. Für spätere Reisen können Sie sich auf dem Einwohnermeldeamt auch gleich einen Kinderreisepass für Ihr Kind ausstellen lassen. Dafür benötigen Sie ein biometrisches Passfoto.

Um einen Betreuungsplatz kümmern

Alle, die nach einem Jahr wieder Arbeiten gehen wollen oder müssen, sollten sich zügig um einen Betreuungsplatz kümmern. In Bremen bekommen Eltern dafür immer im Januar den Kitapass zugeschickt. Damit kann ihr Kind bei genau einer Einrichtung um Erstwunsch angemeldet werden. Die Anmeldungen werden immer im Januar eingereicht. Das Kita-Jahr beginnt grundsätzlich erst zum 1. August. Nur gelegentlich werden auch zwischendurch Plätze vergeben.

Gegen Ende der Elternzeit

Neun bis sieben Wochen vor Ablauf des (zweiten) Jahres der Elternzeit, muss dem Arbeitgeber mitgeteilt werden, ob und wann das dritte Elternzeitjahr in Anspruch genommen wird. Wurden die drei Jahre Elternzeit am Stück beantragt, entfällt dieser Schritt.

Rückkehr in Teilzeit

Wer in Teilzeit in seinen Job zurückkehren möchte, muss das spätestens drei Monate vor dem Ende der Elternzeit seinem Arbeitgeber mitteilen. Teilzeit ist auch während der laufenden Elternzeit mit bis zu 30 Stunden in der Woche (Monatsdurchschnitt) möglich. 

Ist eine Einigung mit dem Arbeitgeber nicht möglich, besteht ein Rechtsanspruch, wenn bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sind:

  • Sie arbeiten in einem Unternehmen mit regelmäßig mehr als 15 Beschäftigten (unabhängig von der Zahl der Auszubildenden)
  • das Arbeitsverhältnis besteht schon länger als sechs Monate
  • die Arbeitszeit soll für mindestens zwei Monate zwischen 15 und 30 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt betragen
  • dem Anspruch stehen keine dringenden betrieblichen Gründe entgegen
  • der Anspruch auf Teilzeit wurde dem Arbeitgeber fristgerecht mitgeteilt.

Fristen:

  • bis zum vollendeten dritten Lebensjahr: sieben Wochen vorher
  • zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag: 13 Wochen vorher

Im Antrag auf Teilzeit sollte der Umfang und die Verteilung/Lage der Arbeitszeit möglichst genau angegeben werden. Lehnt der Arbeitgeber nicht fristgerecht ab, gilt der Antrag als genehmigt.

Fristen:

  • zwischen Geburt und vollendetem dritten Lebensjahr: innerhalb von vier Wochen
  • zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag: innerhalb von acht Wochen

Lehnt der Arbeitgeber Ihren Antrag fristgerecht ab, besteht die Möglichkeit, Klage beim Arbeitsgericht zu erheben.

Mit Zustimmung Ihres Arbeitgebers dürfen Sie während der Elternzeit auch bei einem anderen Arbeitgeber mit bis zu 30 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt arbeiten oder selbständig sein. Insgesamt dürfen die 30 Wochenstunden Arbeitszeit jedoch nicht überschritten werden.

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Bremen: 0421 36301 11
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