Möglichkeit auf Homeoffice

Was bedeutet das neue Infektionsschutzgesetz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer?

04.10.2022, elhü
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Die Verpflichtung der Arbeitgeber, ihre Beschäftigten, wenn möglich, im Homeoffice arbeiten zu lassen, entfällt zum 19. März 2022.

 

Gibt es einen Anspruch auf das Arbeiten im Homeoffice?

Aktuell gibt es keinen gesetzlichen, einklagbaren Anspruch auf Homeoffice. Ein Anspruch kann sich allerdings aus einer individuellen Vereinbarung, Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag ergeben. 

Seit dem 01.10.2022 und bis zum 07.04.2023 gilt nach der aktuellen Corona-Arbeitsschutzverordnung (SARS-Cov2-ArbSchV) indes, dass Arbeitgeber bei der Festlegung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen im betrieblichen Hygienekonzept neben weiteren Maßnahmen prüfen müssen, ob sie Beschäftigten anbieten, geeignete Tätigkeiten in ihrer Wohnung auszuführen, wenn keine betriebsbedingten Gründe entgegenstehen.

Von einer Homeoffice-Angebotspflicht, wie sie noch der Referentenentwurf der aktuellen SARS-Cov2-ArbSchV des BMAS (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) vorsah, ist in der aktuellen Verordnung abgesehen worden.

Kann der Arbeitgeber mich kraft Direktionsrecht ins Homeoffice schicken oder wieder aus dem Homeoffice holen?

Generell gilt:

Beschäftigte sind grundsätzlich nicht verpflichtet, im Homeoffice zu arbeiten oder die Einrichtung eines Homeoffice-Arbeitsplatzes durch den Arbeitgeber zu dulden. Anders sieht es allerdings aus, wenn Arbeitgeber oder Beschäftigte bereits eine Vereinbarung zum Homeoffice getroffen haben. Hierin kann einerseits ein Anspruch von Beschäftigten auf Arbeiten im Homeoffice begründet sein. Andererseits kann eine solche Vereinbarung auch die Grundlage für ein einseitiges Anweisen von Homeoffice durch den Arbeitgeber darstellen. Sinnvoll kann es sein, die Wochentage an denen von zu Hause ausgearbeitet wird, konkret zu vereinbaren, um Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber vorzubeugen. Denn Beschäftigte können nicht einseitig bestimmen, wann sie im Homeoffice arbeiten. Sollte es hier zu Problemen hinsichtlich der Reichweite der Vereinbarung kommen, empfiehlt es sich, rechtlichen Rat einzuholen, so etwa bei der Arbeitnehmerkammer.

Auch in der aktuellen Corona-Arbeitsschutzverordnung (SARS-Cov2-ArbSchV), die vom 01.10.2022 bis zum 07.04.2023 gilt, ist keine Annahmepflicht für Beschäftigte hinsichtlich eines etwaigen Homeoffice-Angebots von Arbeitgebern vorgesehen.

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