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Ausstellung: Boris Eldagsen-The Marriage of Heaven & Hell  


Der Berliner Photomedia-Künstlers Boris Eldagsen erforscht in seinen Arbeiten die Mechanismen des Unterbewussten. Als Reservoir vergangener Erlebnisse speichert es Begierden und Gefühle, zu denen wir keinen rationalen Zugang haben. Mit Bildern verhält es sich anders: Sie ermöglichen es, Emotionen und Erinnerungen freizusetzen. Indem sie Archetypen und symbolische Handlungen benutzen, kommunizieren Eldagsens Foto- und Video-Arbeiten auf einer traumähnlichen Ebene. Seine visuelle Poesie führt den Betrachter in den Zwischenraum von Erhabenen und Unheimlichen, wo die Merkmale von Fotografie, Malerei, Theater und Film verschmelzen. Eldagsen verbindet 'Street Photography' mit 'Inszenierter Fotografie' und arbeitet ausschließlich nachts mit minimalem Equipment und ohne digitale Manipulation.

Eldagsen präsentiert seine Arbeit in ortsspezifischen Installationen, die aus Tapeten, Objekten, Fotografien und Videos bestehen. Dadurch schafft er ein Raumerlebnis, das die Realität des jeweiligen Ortes hinterfragt und dem Besucher die Möglichkeit gibt, in innere Räume zu gehen. Für das Vegesacker Geschichtenhaus hat Eldagsen die Ausstellung „The Marriage of Heaven & Hell“ konzipiert. Angelehnt an einen Buchtitel William Blakes bezieht sie sich zum einen auf die psychologischen Mechanismen mit denen das Unterbewusstsein unsere Existenz zum Himmel oder zur Hölle werden lässt. Zum anderen greift er aber damit auch die Gegensätze der Umgebung des Ausstellungsortes auf: Im Nordbremer Stadtteil Vegesack prallen sozialer Brennpunkt und Wohlstands-Idylle aufeinander.

Besucher zahlen nach eigenem Ermessen zwischen 1 bis 5 Euro.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Arbeitnehmerkammer Bremen mit dem Vegesacker Geschichtenhaus.

Gegen das Vergessen

 

„Wahrscheinlich gibt es keine Technik, die mit so großer Leidenschaft gegen das Vergessen eingesetzt wird, wie die Fotografie. Es gibt auch keine Technik, die in ihrem Verhältnis zum Gedächtnis so viele Paradoxe enthält. Am liebsten fotografieren wir die unvergesslichen Momente - offenbar im Bewusstsein, dass auch das Unvergessliche vergessen werden kann. Wir hoffen, dass Fotos unser Gedächtnis stützen, und merken früher oder später, dass diese Aufnahmen anfangen, unsere Erinnerungen zu ersetzen, ein Effekt, der vor allem bei Porträts auftritt. Bei verstorbenen Lieben bringt das mit sich, dass sich das Foto vor die Erinnerung schiebt. Warum bewahrt unser Gedächtnis nicht das Foto und die Erinnerungen? Die Fotografie wurde zwar auch als Spiegel mit einem Gedächtnis bezeichnet, aber was erhoffen wir uns denn von einer Gedächtnisprothese, die uns so viel vergessen lässt?“

Douwe Draaisma, Das Buch des Vergessens


25. März bis 18. Juni 2017

Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag
10 bis 16 Uhr
Donnerstag 10 bis 19 Uhr


 

Galerie im Vegesacker Geschichtenhaus,
Zum Alten Speicher 5 A, 28759 Bremen


Arbeitnehmerkammer Bremen

Peter Schenk, Tel: 0421 36301-983
schenk@arbeitnehmerkammer.de










Weitere Informationen:
 

www.eldagsen.com