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23.02.17

Der heute (Donnerstag) startende Branchendialog auf Einladung des Wirtschafts- und Arbeitssenators ist ein wichtiger Schritt, um langfristig bessere Arbeitsbedingungen im Einzelhandel zu schaffen. „Wir begrüßen sehr, dass die Gespräche heute beginnen und sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam mit der Politik an einen Tisch setzen“, betonte Elke Heyduck, Geschäftsführerin der Arbeitnehmerkammer, zum Auftakt des Branchendialogs.

Im Einzelhandel im Land Bremen arbeiten mehr als 20.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – damit ist diese Branche die drittgrößte im Land. Das Problem: Es gibt immer weniger Vollzeitstellen. Unterm Strich sind in den letzten knapp zehn Jahren 2.500 Arbeitsplätze entstanden – aber alle in Teilzeit, Vollzeitstellen sind gleichzeitig abgebaut worden. Zudem sind immer weniger Betriebe tarifgebunden. Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass mittlerweile immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von ihrem Einkommen leben können. Während die Zahl der Aufstocker insgesamt rückläufig ist, ist sie trotz Einführung des Mindestlohns im Einzelhandel in Bremen gestiegen.

Gespräche müssen „Chefsache“ sein
Angesichts der problematischen Situation im Einzelhandel fordert die Arbeitnehmerkammer seit langem, dass sich die Politik mit den Arbeitsbedingungen in dieser – für den Bremer Arbeitsmarkt zentralen – (Frauen-)Branche befasst. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite haben im Rahmen der Gespräche die Möglichkeit, gemeinsam Schwierigkeiten und Herausforderungen beispielsweise durch den Onlinehandel zu identifizieren und Lösungen zu finden. „Die Begleitung durch die Politik ist dabei zentral – es muss deutlich werden, dass das Land Interesse an Guter Arbeit auch im Einzelhandel hat“, so Heyduck. Der Branchendialog, der mit weiteren Veranstaltungen fortgesetzt wird, muss daher Chefsache bleiben und eng von der Hausspitze des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen begleitet werden.

Branchendialog muss für das Gastgewerbe fortgesetzt werden
Neben dem Einzelhandel gibt es im Land Bremen weitere Branchen, in denen die Arbeits- und auch Ausbildungsbedingungen zu wünschen übrig lassen. So herrschen im Gastgewerbe häufig noch besorgniserregendere Zustände als im Einzelhandel. Die Arbeitnehmerkammer fordert daher, das Instrument der Branchendialoge auszuweiten und fortzusetzen.