Sie befinden sich auf dem Internetangebot der Arbeitnehmerkammer Bremen.
Arbeitnehmerkammer auf Twitter

english summaryTürkçe özet i.S.v.русский язык - краткое изложениеPodsumowanie w j. polskim

25.11.2016

Arbeitnehmerkammer zum Rentenkonzept des Bundesarbeitsministeriums

Das vom Bundesministeriums für Arbeit und Soziales heute (Freitag) vorgestellte Rentenkonzept ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber reicht aus Sicht der Arbeitnehmerkammer noch nicht aus: „Die gesetzliche Rente ist für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach wie vor der wichtigste Baustein bei der Alterssicherung, sie darf deshalb nicht weiter an Bedeutung verlieren“, betont Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen. „Es ist gut, dass nun ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch liegt, wie die Alterssicherung künftig gestaltet werden soll. Wenn die gesetzliche Rente den Lebensstandard im Alter weitestgehend sichern und Armut wirksam vermeiden soll, dann darf das Rentenniveau nicht unter 50 Prozent liegen“, betont Schierenbeck.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles schlägt unter anderem vor, die Haltelinien für das Nettorentenniveau vor Steuern und den Rentenbeitragssatz anzuheben: Das Rentenniveau soll zukünftig dauerhaft bei mindestens 46 Prozent liegen und der paritätisch finanzierte Beitragssatz bis 2045 bis auf 25 Prozent steigen dürfen. „Eine dauerhafte Haltelinie muss nun auch politisch beschlossen und gesetzlich fixiert werden“, so Schierenbeck.

Neben einer Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveau sieht das Konzept auch die Einführung einer „gesetzlichen Solidarrente“ vor, mit der niedrige Renten von langjährig Versicherten gezielt mit Steuergeldern aufgewertet werden sollen.

Darüber hinaus einigte sich die Koalition bereits gestern (Donnerstag) auf konkrete Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentner – eine Gruppe, die schon heute besonders häufig von Armut betroffen ist. „Höhere Renten für Geringverdiener und Erwerbsgeminderte sind unbedingt notwendig, aber die wesentliche Reform muss in der Korrektur des sinkenden Rentenniveaus liegen. Hier erwarten wir konkrete und rasche Maßnahmen“, kommentiert Schierenbeck.