Grippeschutz - da war doch was?
Die Neue Grippe, auch ›Schweinegrippe‹ genannt, hat im vergangenen Herbst die Öffentlichkeit und das Gesundheitswesen stark beschäftigt. Impfen oder nicht war die Kardinalfrage. Glücklicherweise verlief die Krankheitswelle wesentlich weniger dramatisch als befürchtet. Doch das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die klassische saisonale Grippe wieder kurz bevorsteht. Die jährliche Grippewelle hat ihren Erkrankungsgipfel meist in den ersten Monaten des Jahres.
von Barbara Reuhl (Referentin für Arbeits- und Gesundheitsschutzpolitik)
Oktober 2010
Die saisonale Grippe nimmt in der Regel einen schweren Verlauf und die Gefahr von Komplikationen ist verhältnismäßig groß. Deshalb und weil sie mit längeren krankheitsbedingten Ausfallzeiten verbunden ist, können durch die Grippe neben dem individuellen Leid hohe Kosten entstehen. So kam es infolge der Grippewelle 2007/2008 zu mehr als vier Millionen zusätzlichen Arzt-besuchen, 1,7 Millionen Arbeitsunfähigkeitsfällen und mehr als 18.000 Krankenhausbehandlungen. Fachleute gehen davon aus, dass damals etwa 15.000 zusätzliche Todesfälle auf die saisonale Grippe zurückzuführen waren. Eine saisonale Grippe (Influenza) ist eine schwere Erkrankung,
die jeden Winter erneut auftritt. Sie wird durch das Influenza-Virus ausgelöst, ist besonders ansteckend und geht mit typischen Anzeichen einher: plötzlicher Krankheitsbeginn, schweres Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber und trockener Husten. Die Krankheitserreger der Grippe, aber auch von normalen Erkältungen, sind im Rachenraum und in den Atemwegen angesiedelt. Sie verbreiten sich als Tröpfcheninfektion: indem sie direkt (von Mensch zu Mensch) oder indirekt (über Türgriffe oder andere Oberflächen) beim Niesen oder Husten in Form von kleinsten Flüssigkeitströpfchen übertragen werden. Ob man nach einer Infektion tatsächlich krank wird, hängt von der Konstitution und vom gesundheitlichen Allgemeinzustand ab oder ob bereits eine Immunabwehr besteht. Gegen Grippe können Sie sich und andere schützen. Beachten Sie die grundlegenden Hygieneregeln und tun Sie etwas für die Stärkung Ihrer körpereigenen Abwehrkräfte. Wer bei einer Erkältung zu Hause bleibt, wird schneller gesund und schützt Kolleginnen und Kollegen, Kunden oder die Mitfahrer in Bus und Bahn vor Ansteckung. Für Menschen, die zu einer der Risikogruppen gehören, wird eine jährliche Schutzimpfung empfohlen. Dazu zählen chronisch Kranke, ältere Menschen ab 60 Jahren – und auch Beschäftigte, die unter einem erhöhten Infektionsrisiko arbeiten, wie beispielsweise Erzieherinnen. Im Zweifelsfall sollten Sie ärztlichen Rat einholen, ob die Impfung angeraten ist. Die Impfung schützt für ein halbes bis ganzes Jahr und sollte am besten im Herbst erfolgen. Es dauert zwei Wochen, bis die Abwehr wirkt. In dieser Zeit sollten Sie sich schonen. Es besteht übrigens kein Impfzwang! Jeder kann und muss selbst entscheiden, ob er oder sie sich impfen lässt oder nicht. Praxisgebühren fallen für die Impfung übrigens nicht an. Informieren Sie sich aber über die Zuzahlungsregelung für den Impfstoff.
Die Erkältung (auch ›grippaler Infekt‹ genannt) ist der Klassiker in jedem Winter. Viele verschiedene Viren können eine Erkältung auslösen. Sie setzt meist langsam, über mehrere Tage ein: Zunächst treten typische Symptome mit Schnupfen auf, gefolgt von Husten, Mattigkeit und unter Umständen Fieber. Es gibt keine Impfung gegen Erkältung.
Die sieben Hygieneregeln
1. Hände waschen und vom Gesicht fernhalten
2. hygienisch husten: in den Ärmel
3. zu Hause bleiben, Krankheit auskurieren (ggfs. zum Arzt)
4. Krankheitszeichen beachten
5. gesund werden, andere Menschen schützen
6. Papiertaschentücher benutzen, große Nähe meiden
7. Räume regelmäßig stoßlüften



