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Tipps für eine smarte Nutzung

28. Februar 2017

Text: Anette Melerski

Das Kinn ruht fast auf der Brust, der Blick ist nach unten gerichtet, die Daumen wischen oder tippen schnell auf dem Display hin und her: Smartphone und Tablet sind an  Bushaltestellen, auf dem Schulhof, im Restaurant oder auf dem Sofa ständige Begleiter. Doch auch im Beruf werden Mobile Devices immer mehr genutzt – und das  nicht nur, um Termine zu verwalten oder eine schnelle Info an den Chef zu schicken. Bauleiter dokumentieren Baufortschritte direkt vor Ort, Hausmeister koordinieren  Reparaturen, in der Gastronomie haben Notizblock und Stift vielerorts schon ausgedient. So praktisch Tablets und Co. im (Arbeits-)Alltag auch sein mögen, eine  intensive Nutzung kann bei Nacken, Schultern, Handgelenken und Daumen zu Überlastung führen. Die Arbeitsmedizin setzt sich entsprechend der wachsenden  Verbreitung der kleinen Helfer verstärkt mit ihnen auseinander. Doch es gibt keine verbindlichen Schutzregelungen dafür, wie lange und intensiv sie während des  Arbeitstages genutzt werden sollten.

Immer und immer wieder
Wer Nachrichten, E-Mails oder Notizen auf dem Smartphone oder Tablet schreibt, bedient sich häufig beider Daumen. Schnell und sich immer wiederholend, belastet die  Bewegung Daumen und Handgelenke und führt schlimmstenfalls zu Sehnenscheidenentzündungen. Abhilfe kann eine externe Tastatur schaffen, zum Beispiel beim  mobilen Arbeiten im Zug. Noch besser: Lange Nachrichten oder Berichte lieber am herkömmlichen PC schreiben. 



Kopf hoch! Oder doch nicht?
Das ausgiebige Arbeiten mit mobilen Geräten kann zum sogenannten Handynacken führen. Beim Blick aufs Display wirken Kräfte von mehr als 20 Kilogramm auf  Nacken und Rücken. Verharrt man in dieser einseitigen Haltung lange und ohne Pause, werden Muskeln, Sehnen und Bandscheiben strapaziert und die Halswirbelsäule  überlastet. Die Folge: dauerhafte Muskelverhärtungen, Schmerzen an Schulter und Nacken, Kopfschmerzen. Die Alternative, nämlich das Gerät auf Augenhöhe zu halten  und geradeaus darauf zu blicken, ist zwar für den Nacken eine Wohltat, belastet aber Oberkörper und Handgelenke. Das gilt umso mehr, je größer und schwerer  Smartphone oder Tablet sind. Hinzu kommt, dass man zum Teil ungünstige Haltungen einnimmt, um etwaige Reflektionen und Blendungen zu vermeiden. Hilfreich ist da eine reflektionshemmende Folie. 



Bewegte Pause
Arbeitsmediziner raten, kleine Pausen einzulegen, etwa in die Ferne zu gucken und dabei die betreffenden Muskelgruppen zu lockern. Die zwei Übungen auf dieser Seite  eignen sich gut für das Dehnen zwischendurch. Ein untrainierter Rücken begünstigt die Nackenbeschwerden. Regelmäßiger Sport – ideal sind Yoga, Rückentraining,  Pilates, Schwimmen und Walking – stärkt die Muskulatur und hat einen unschlagbaren Nebeneffekt: Pause von Smartphone und Tablet.