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Tipps für Stehberufler

30. August 2016
Text: Hanna Mollenhauer

Ob Verkäuferin im Einzelhandel, Koch im Restau­rant, Pflegekraft im Altenheim, Arbeiter am Fließband oder Friseurin – 54,4 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin häufig im Stehen. Die Folgen sind oftmals Durchblutungsstörungen, Gefäßerkrankungen, Verspannungen, Rücken-, ­Fuß- und Gelenkbeschwerden.

Schon mit wenig Aufwand können Beschäftigte in Stehberufen etwas für sich tun. Der menschliche Körper lebt von Bewegung, vom Wechsel zwischen Stehen, Sitzen und Gehen. Es macht also Sinn, wenn Stehberufler während der Arbeit immer wieder ihre Haltung ändern. Sich zum Beispiel ganz bewusst aufrecht hinzustellen, ent­lastet Nacken, Schultern und Rücken: Schultern hängen lassen, Brustbein ein wenig nach vorn schieben, geradeaus schauen. Gutes Schuhwerk sollte Standard sein und ein Schuhwechsel während des Arbeitstages tut den Füßen gut. In den Pausen und zum Feierabend hilft es, eine Weile die Beine hochzu­legen. Wir stellen hier außerdem ein paar Entlastungsübungen für Stehberufler vor. Bitte führen Sie sie langsam und bewusst durch und strecken Sie die Knie nicht durch.

1.
Stellen Sie die Füße parallel, etwa zwei bis drei Hände breit auseinander. Beide Arme gerade nach vorn strecken. Beide Ellenbogen wie auf einer Tischplatte soweit nach hinten führen, wie es schmerzfrei möglich ist. Dabei hebt sich automatisch das Brustbein. Das Kinn bitte reinnehmen und den Köper voll aufrichten. 12 bis 15 Wiederholungen.

2.
Gleiche Grundstellung. Jetzt wird ein Arm nach vorn gestreckt und der andere gebeugt wie in der Übung eins zurückgeführt. Maximale Rumpfrotation. Stichwort: Bogenschütze. Wechselseitig ausführen. 12 bis 15 Wieder­holungen.



3.
Stellen Sie sich bei leicht geöffneten Füßen so hoch wie möglich auf die Zehenspitzen. Rollen Sie dann langsam über die Außenkanten ab. 12 bis 15 Wiederholungen.

4.
Treten Sie auf der Stelle: Die Füße abwechselnd von den Zehen über die Fußsohle zur Ferse und zurück rollen, so als ob Sie langsam und bewusst gehen. Dabei die Füße nicht vom Boden heben und auf der Stelle bleiben.



Das T-O-P-Prinzip im Arbeitsschutz

Um die Beschäftigten gesund zu erhalten, muss der Arbeit­geber geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen – Priorität haben dabei technische Maßnahmen. Für Stehberufe können das beispielsweise folgende Maßnahmen sein:

Technische Maßnahmen wie günstige Arbeitshöhe und überlegt angebrachte Bedienelemente, Fußmatten zum Ausgleich harter und kalter Böden, Stehhilfen und Bedarfssitze in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz.

Organisatorische Maßnahmen, wie die Abwechslung zwischen stehender und bewegender Tätigkeit, Beratungsgespräche, Ortswechsel, Kurzpausen.

Personenbezogene Maßnahmen wie atmungsaktive Kleidung, passende, Halt gebende Schuhe, Wechsel der Schuhe während des Arbeitstages, dynamisches Stehen und gezielte Ausgleichsübungen.




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