
15. November 2011
von Barbara Reuhl, Referentin für Arbeitsschutz und Gesundheitspolitik
Es geht nicht um Schönheitsfehler, sondern um Gesundheit! Denn wenn die Haut leidet, ist auch die natürliche Hautbarriere gegen das Eindringen von Viren und Bakterien beeinträchtigt, die im Winterhalbjahr ohnehin unser Immunsystem herausfordern. Beugen Sie also rechtzeitig vor, schützen und pflegen Sie Ihre Haut.
In der kalten Jahreszeit wird die Haut besonders strapaziert und schlechter durchblutet. Die Luft ist bei Kälte und in geheizten Räumen besonders trocken. Die Hautzellen bekommen weniger Sauerstoff und weniger Nährstoffe, im Winter enthält die obere Hautschicht außerdem weniger Fette. Gesicht und Hände werden blass, die Haut trocknet aus und wird rissig, Lippen werden spröde. Menschen mit empfindlicher Haut spüren vermehrt Juckreiz und gerötete Haut. Wenn die Hände auch im Beruf viel beansprucht werden, können sich Belastungswirkungen verstärken. Denn Chemikalien und Wasser schädigen den Fett-Feuchtigkeitsfilm der obersten Hautschicht.
Tägliche Hautpflege im Winter
- Hände und Gesicht sind Kälte, Trockenheit und anderen Umweltreizen im besonderen Maß ausgesetzt. Tragen Sie draußen Handschuhe und schützen Sie Gesicht und Lippen mit fetthaltigen Pflegemitteln.
- Auch wenn Händewaschen zu den wichtigsten Hygienemaßnahmen gehört: Waschen Sie die Hände nicht zu oft. Wenn, verwenden Sie lauwarmes Wasser und seifenfreie Reinigungspräparate.
- Cremen Sie die Hände regelmäßig mit Handcreme ein, die stärker rückfettend wirkt. In Hautpflegemitteln aus Wasser-in-Öl-Emulsionen werden kleinste Wassertröpfchen von Fett umschlossen. Das hilft, die Hautfeuchtigkeit zu erhalten und unterstützt die natürliche Rückfettung.
- Tragen Sie Schutzhandschuhe, wenn Sie bei der Arbeit oder bei der Hausarbeit mit Wasser umgehen.
- Eine rückfettende Creme vor dem Schlafengehen wirkt wie eine Kur. Über Nacht regenerieren sich die Körperzellen, die zusätzliche Pflege unterstützt diesen Prozess.
Was das Wohlbefinden fördert, tut auch der Haut gut. Saunagänge, ein wärmendes Bad (mit geeignetem Badezusatz, hinterher eincremen!) oder ein selbst gemachter Ingwertee regen die Durchblutung an. Gleiches gilt für Bewegung, die auch das Immunsystem, die Muskulatur und die Ausdauer stärkt. Schützen Sie die Haut mit einer fetthaltigen Creme bei Ihren Aktivitäten. Gute Vorbereitung und ein langsames Auslaufen beugen Verletzungen vor.
Mit Obst und Gemüse stärken Sie Ihre Abwehrkräfte. Bei trockener Luft und Winterkälte das Trinken nicht vergessen, am besten zucker- und alkoholfreie oder -arme Getränke (siehe auch unten das Rezept zur Zubereitung von Ingwertee).
Trockene Raumluft vermeiden
Dauer-Kippstellung des Fensters macht die Luft trocken und das Konto leer! Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Wenn bei aufgedrehtem Heizthermostat das Fenster geöffnet wird, entweicht die warme Raumluft nach draußen und kalte, trockene Luft dringt ein. Bei fünf Grad Celsius enthält die Luft draußen etwa 90 Prozent Feuchtigkeit. Im Raum wird sie stark erwärmt, wenn das Thermostat die Kaltluftzufuhr registriert. Die Luftfeuchtigkeit sinkt bis auf 20 Prozent. Deshalb sollte die Raumtemperatur im Büro im Winter nicht mehr als 20 bis 23 Grad Celsius betragen – normalerweise Stellung drei des Heizungsventils. Luftaustausch durch gezieltes Stoßlüften: Morgens, gegen Mittag und am Nachmittag das Fenster für fünf bis zehn Minuten ganz öffnen, währenddessen das Heizungsventil herunterdrehen. In Räumen, deren Fenster nur gekippt werden können, solange für Durchzug sorgen.
Zubereitung eines Ingwertees
Ein kleines Stück frische Ingwerwurzel schälen, in Scheiben schneiden. Mit etwa ¼Liter Wasser ca. zehn Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen, durch ein Sieb in eine Tasse geben. Sie können den Ingwertee mit frischem Zitronensaft verfeinern und mit Honig oder Zucker süßen. Möglichst heiß trinken. DieSchärfe des Getränks hängt von der verwendeten Ingwermenge und der Zubereitungszeit ab. Wer es "heiß" mag, lässt den Tee länger köcheln.



