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Stark für den Alltag!

30. Juni 2011 (aus: BAM 5/11)

Abends Tango, morgens Fango und ein paar angenehme Urlaubswochen auf Kosten der Krankenkasse - das war lange Zeit die landläufige Meinung über den Ablauf von Kuren in Deutschland. Tatsächlich aber weisen die Vorsorge- und Rehabilitationsbehandlungen durchaus beachtliche Erfolge vor. Verbesserungen bei Krankheiten, weniger Arztbesuche und geringere Infektanfälligkeit, um nur einige zu nennen, sind bei Mutter-/Vater-Kind-Kuren nachgewiesen. Daher sind sie als Pflichtleistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung verankert.


Noch immer sind es mehrheitlich Frauen, die an diesen Vorsorge- und Rehabilitationskuren teilnehmen. Doch auch Kuren für Väter, wenn sie in der Familie für Kindererziehung zuständig sind, werden nach denselben Grundsätzen gewährt. Damit soll familienpolitisch ein Zeichen gesetzt werden.

›Arbeitsplatz Familie‹ und Berufstätigkeit - berufstätige Frauen sind Multimanagerinnen und

bräuchten eigentlich jegliche Unterstützung. Denn noch immer tragen sie die Hauptlast von Hausarbeit und Erziehung. Ständiger Zeitdruck, berufliche Belastung, mangelnde Anerkennung, finanzielle und Partnerprobleme stehen in der Liste der Ursachen für gesundheitliche Probleme denn auch ganz oben. Heute gehören für viele junge Frauen Mutterschaft und Berufstätigkeit zum Lebensentwurf. Frauen streben eine Verbindung beider Bereiche an. Im Vergleich zu früheren Frauengenerationen steigen sie immer seltener aus der Erwerbsarbeit aus und die Berufsunterbrechung wird zunehmend kürzer. So verwundert es nicht, dass die Mehrzahl der Frauen, die eine Müttergenesungskur beantragen, erwerbstätig ist. Mehr als 40 Prozent sind teilzeitbeschäftigt, jeweils rund 30 Prozent arbeiten in Vollzeit oder in nicht versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Mit einer Mutter-/Vater-Kind-Kur können auch Beschäftigte mit kleinen Kindern an einer stationären Gesundheitsmaßnahme teilnehmen.

Gesundheit wieder herstellen

Neuere Untersuchungen besagen zwar, dass im Durchschnitt berufstätige Mütter nicht kränker sind als nicht erwerbstätige. Doch angesichts der rigiden Einschnitte im Gesundheitssystem und den zunehmenden Anforderungen am Arbeitsplatz besteht die Gefahr, dass Krankheiten verschleppt und Beschwerden chronisch werden. Nicht nur Bandscheiben- und Wirbelsäulenprobleme, sondern auch Allergien, Hautkrankheiten, Erkrankungen der Atemwege haben zugenommen. Und: Frauen haben oft viele verschiedene körperliche und psychosomatische Erkrankungen. Nervliche und seelische Überlastung, Müdigkeit und Niedergeschlagenheit, Kopfschmerzen und Migräne, Schlafstörungen und Angstgefühle, kombiniert mit verschiedenen funktionellen Erkrankungen, sind oft der Anlass für einen Kurantrag.

Kurantrag stellen
Besonders wichtig ist es, den Kurantrag richtig zu stellen, damit erst gar keine Ablehnung erfolgt. Aber auch wenn ein Antrag abgelehnt wird, kann ein Widerspruch zum Erfolg führen. Über die aktuellen gesetzlichen Regelungen zu Mutter-/Vater-Kind-Kuren informiert das Informationsblatt in der Reihe ›gesundheit!‹ der Arbeitnehmerkammer Bremen. Es informiert über Antragsvoraussetzungen, Kosten, wie frau/man die richtige Kureinrichtung findet und wo sie weitere Beratung und Unterstützung erhalten. Es liegt sowohl in deutscher als auch in russischer Sprache vor.

Kammermitglieder erhalten das Informationsblatt und weitere Blätter aus der Reihe ›gesundheit!‹ kostenlos bei den Geschäftsstellen der Arbeitnehmerkammer in Bremen, Bremen-Nord und Bremerhaven.

Download des Infoblatts (pdf, 900 KB)

von Carola Bury
(Referentin für Gesundheitspolitik)