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Abschlagsfreie Rente mit 63

18. Februar 2014
von Ingo Schäfer (Referent für Sozialpolitik)

Die Bundesregierung will ab 1. Juli 2014 eine abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren ermöglichen. Offiziell wird dazu das Alter für die Rente für besonders langjährig Versicherte zeitweise auf 63 Jahre abgesenkt – für Jahrgänge vor 1953. Ab Jahrgang 1953 wird die Grenze dann schrittweise wieder angehoben. Ab Jahrgang 1964 liegt sie dann bei 65 Jahren.

Wer demnächst in Rente gehen will, sollte mit dem Rentenantrag eventuell noch warten. Denn ab Juli 2014 kann die Rente um bis zu 8,7 Prozent höher ausfallen. Im Schnitt dürfte dies bei den Berechtigten etwa 100 Euro pro Monat ausmachen. Sinn ergibt eine solche Überprüfung wenn die Person die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt hat.

Zur Wartezeit von 45 Jahren zählen Pflichtbeiträge aus Erwerbstätigkeit, Zeiten der Kindererziehung sowie die Kinderberücksichtigungszeiten. Berechtigt ist also, wer spätestens ab dem 18. Geburtstag durchgängig rentenpflichtig erwerbstätig war oder die Erwerbstätigkeit höchstens bis zum zehnten Geburtstag des Kindes unterbrochen hat. Offen ist die Frage, in welchem Umfang Zeiten der Arbeitslosigkeit berücksichtigt werden. Laut Entwurf sollen nur Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld (nicht Hartz IV) zählen. Eine zeitliche Begrenzung wird aber diskutiert.

Wichtig ist, dass die Person noch keine Altersrente bekommen darf. Wer bereits eine Altersrente bezieht, kann nicht mehr in die 63er-Rente ›wechseln‹. Ist die Rente bisher aber ›nur‹ beantragt oder der Rentenbescheid weniger als vier Wochen alt, könnte es sinnvoll sein, den Antrag abzuändern oder zurückzuziehen. Anerkannte Schwerbehinderte, die vor 1952 geboren sind, können normalerweise bereits mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente – sie müssen also nicht warten. Besonders problematisch, da individuell unterschiedliche Vereinbarungen vorliegen, ist die Situation bei Personen in Altersteilzeit. Auch dann, wenn ihre Altersteilzeit erst nach dem 1. Juli 2014 ausläuft, sollten sie sich eingängig beraten lassen. Möglich ist dies bei den Rentenversicherungsträgern (Auskunfts- und Beratungsstellen oder Telefon 0800·1000 4800), den Versichertenältesten beziehungsweise Versichertenberatern, den Gewerkschaften oder Sozialverbänden. Klar ist auch, niemand kann einem hier Garantien geben, denn das Gesetz ist noch nicht beschlossen und theoretisch kann alles noch ganz anders kommen.


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