Häufig führt die Einführung neuer Informations- und Kommunikationssysteme (IuK-Systeme) zu Veränderungen bei der Organisation der betrieblichen Arbeit und der Arbeitsgestaltung. Es kommt zu Neuzuschnitten der Aufgabenverteilung, Änderung von Arbeitsinhalten, Straffung von Arbeitsabläufen und Arbeitsverdichtung, mehr Kontrolle von Arbeitsprozessen und Arbeitsergebnissen, höheren Anforderungen an Qualifizierung und Flexibilität der Beschäftigten, zu Verlagerung von Arbeitsplätzen und zu Versetzungen. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Arbeits- und Lebenssituation der Beschäftigten.
Fragen der Arbeitsgestaltung und -organisation sind daher hochaktuell für die Interessenvertretung. Beispiele zeigen aber auch, dass negative Folgen dieser Prozesse wie Outsourcing und Arbeitsplatzabbau verhindert oder abgemildert und organisatorische Innovationen im Sinne arbeitnehmerorientierter Gestaltungsanforderungen beeinflusst werden können, wenn Betriebs- und Personalräte aktiv eingreifen, organisatorische Veränderungen systematisch begleiten und ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten nutzen.
Schwerpunkte in der Beratungspraxis der Arbeitnehmerkammer zu diesem Thema sind die Einführung und Gestaltung von ERP-Systemen, insbesondere SAP sowie Call- und Service-Center (extern und inhouse).
SAP ist als umfangreiche integrierte Software dafür vorgesehen, sämtliche betriebswirtschaftliche Vorgänge durch ein einheitliches, modular aufgebautes System abwickeln zu können. Die Einführung von SAP leitet meist einen tiefgreifenden Reorganisationsprozess in einem Unternehmen ein. Dieses komplexe System und seine mitbestimmte Einführung und Anwendung bedarf der sachkundigen Begleitung.
- Integrierte Standardsoftware SAP - Informationen
- "SAP - kennen, gestalten und prüfen" - Basisinformationen für
Betriebs- und Personalräte
- Kurzversion mit etwa 15 Seiten zum Herunterladen als pdf
- Druckversion mit etwa 100 Seiten: Information und Bestellung per E-Mail)
- SAP im betrieblichen Spannungsfeld – Möglichkeiten aktiver Mitgestaltung (Dokumentation der SAP-Fachtagungen des TBS-Netzes)
In den meisten Call- und Service-Centern muss sich noch vieles ändern, damit Arbeitsplätze mit erträglichen Arbeitsbedingungen und langfristigen beruflichen Perspektiven entstehen. Auch die Entlohnung ist den abverlangten, hohen Leistungen häufig nicht angemessen. Arbeitshetze, Leistungsdruck, übermäßige Kontrolle und Missachtung von Grundregeln des Arbeitsschutzes sind oft noch anzutreffen. Betriebsräte sind ein wichtiges Instrument, mit dem die Beschäftigten Einfluss auf ihre Arbeitsbedingungen ausüben können.
- Bremer Call Center-Initiative (BRECCI) - Bremer Netzwerk von Call Center-Beschäftigten und –interessenvertretungen
- Dokumentation der Call Center-Fachtagungen von TBS-Netz und diversen Einzelgewerkschaften auf der Website des TBS-Netz


