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Was sind Minijobs im Privathaushalt?

Ein Minijob oder eine geringfügige Beschäftigung im Haushalt sind haushaltsnahe Dienstleistungen wie beispielsweise Putzen, Aufräumen, Babysitting, Wäschewaschen, Bügeln, Einkaufen, Gartenarbeit. Das heißt, Aufgaben, die normalerweise von einzelnen Familienmitgliedern übernommen werden, hier aber als abhängige Beschäftigung nach Weisung und gegen Entgelt von maximal 450 Euro ausgeübt werden. 2013 waren mehr als 255.000 Minijobs in Privathaushalten bei der Minijobzentrale gemeldet, Tendenz steigend. Dies ist allerdings nur ein kleiner Teil der bezahlten Hausarbeit. Mehr als 90 Prozent der in Deutschland geleisteten Arbeit in Privathaushalten ist nicht offiziell gemeldet, fällt also unter den Begriff der Schwarzarbeit und kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.



Worin bestehen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Minijobs?

Minijobberinnen und Minijobber können maximal 450 Euro monatlich verdienen und zwar unabhängig davon, ob sie im Privathaushalt oder aber in einem Betrieb arbeiten. Seit dem 01.01.2013 sind außerdem alle Minijobberinnen und Minijobber, die ihre Arbeit erst ab diesem Zeitpunkt aufgenommen haben, grundsätzlich voll rentenversichert. Eine Ausnahme besteht nur, wenn Sie schriftlich auf die Rentenversicherungspflicht verzichten. Wie alle geringfügig Beschäftigten haben auch Sie Anspruch auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag, Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, allgemeinen und besonderen Kündigungsschutz (zum Beispiel bei Schwangerschaft und/ oder Elternzeit), Einhaltung der Kündigungsfristen, ein Arbeitszeugnis und so weiter (siehe auch unsere häufig gestellten Fragen zum Thema Minijobs).

Arbeitsrechtliche Unterschiede
Bei den Arbeitszeiten gibt es Unterschiede, beispielsweise für schwangere im Familienhaushalt beschäftigte Arbeitnehmerinnen an Sonn- und Feiertagen (§ 8 Abs. 4 MuSchG) oder für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in häuslicher Gemeinschaft mit den ihnen zur Pflege, zur Betreuung oder Erziehung anvertrauten Personen leben (§ 18 Abs. 1 Nr. 3 ArbZG). Sowohl das Arbeitsschutzgesetz als auch das Arbeitssicherheitsgesetz sind auf Arbeitsverhältnisse im Privathaushalt nicht anwendbar.


Sozialversicherungsrechtliche Unterschiede
Minijobs im Haushalt weichen in zwei wichtigen Punkten von anderen Minijobs ab: Zum einen in der Abführung geringerer Pauschalbeiträge der Privathaushalte an die Minijobzentrale durch die Hausangestellte beziehungsweise den Hausangestellten. Zum anderen gibt es ein besonderes Meldeverfahren, das sogenannte Haushaltsscheckverfahren. Das Haushaltsscheckverfahren ermöglicht eine vereinfachte Arbeitgebermeldung bei der Minijobzentrale als zentrale Einzugsstelle für die Sozialversicherungsbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung. Für die Arbeitslosen- und Pflegeversicherung sind jedoch keine Beiträge zu entrichten.



Welchen Vorteil habe ich als Arbeitgeber, wenn ich die Beschäftigung im Haushalt anmelde?

  • Legalität: Ihre Haushaltshilfe ist offiziell angemeldet. Bei Schwarzarbeit droht Ihnen als Arbeitgeber ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro, bei Bezieherinnen und Beziehern von Sozialleistungen und Asylbewerberinnen und -bewerbern, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, sogar von bis zu 300.000 Euro.

  • Unfallversicherung: Im Falle eines Unfalls Ihrer Haushaltshilfe riskieren Sie nicht die Übernahme hoher Kosten, weil diese die gesetzliche Unfallversicherung (Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen) trägt.

  • Lohnfortzahlung bei Krankheit und Mutterschaft: Die Arbeitgeberversicherung (Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See) erstattet Ihnen 80 Prozent der Lohnfortzahlung Ihrer Haushaltshilfe für bis zu sechs Wochen Krankheit und 100 Prozent der Kosten während eines mutterschutzrechtlichen Beschäftigungsverbots oder der 14-wöchigen Mutterschutzfrist vor und nach der Geburt.

  • Steuervorteil: Bei offizieller Anmeldung eines Minijobs im Haushalt müssen Sie 14,44 Prozent Pauschalabgabe (für Renten- und Krankenversicherung, für Lohnsteuer, Unfallversicherung und Umlage für Krankheit und Mutterschutz) auf den Lohn zahlen. Sie erhalten aber 20 Prozent Ihrer Gesamtaufwendungen (maximal 510 Euro pro Jahr) über die Einkommenssteuer zurück.

    Beispiel
    Ein Arbeitgeber im Privathaushalt stellt eine Putzhilfe für 15 Stunden im Monat als Minijobberin an und bezahlt ihr 10 Euro pro Stunde. Die Putzhilfe erhält also monatlich 150 Euro Lohn. Der Arbeitgeber zahlt dafür 14,44 Prozent Pauschalabgabe, das sind 21,66 Euro. Insgesamt zahlt der Arbeitgeber monatlich 171,66 Euro (Abgabe und Lohn). Davon lässt sich der Steuervorteil von 20 Prozent abziehen: 34,33 Euro – der Arbeitgeber zahlt also letztendlich 137,33 Euro. Das ist weniger, als wenn er 10 Euro pro Stunde (= 150 Euro) schwarz bezahlen würde.
    Lohn
    150,00 Euro
    Abgaben + 21,66 Euro
    Steuererstattung - 34,33 Euro
    Summe
    ---------------
    137,33 Euro
    Ersparnis
    12,67 Euro
  • Weiterer Steuervorteil: Für eine Minijobberin oder einen Minijobber, die oder der die Betreuung Ihrer Kinder unter 14 Jahren im Privathaushalt übernimmt, können Sie pro Kind bis zu 4.000 Euro der Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen.

 

Was nützt es mir als Haushaltshilfe, wenn die Beschäftigung im Haushalt angemeldet wird?

  • Urlaub, Entgeltfortzahlung, Kündigungsschutz: Als angemeldete Minijobberin beziehungsweise angemeldeter Minijobber im Privathaushalt haben Sie Anspruch auf einen Jahresurlaub, sechs Wochen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, allgemeinen und besonderen Kündigungsschutz, Einhaltung der Kündigungsfristen, Mutterschutz, Elternzeit und vieles mehr.

  • Unfallversicherung: Kommt es zu einem Arbeitsunfall im Haushalt oder verletzen Sie sich auf dem Weg zur oder von der Arbeit (Wegeunfall), dann sind Sie gesetzlich unfallversichert. Sie erhalten beispielsweise medizinische Versorgung, Rehabilitationsleistungen, Verletztengeld bei Verdienstausfall oder Rente bei bleibenden Gesundheitsschäden von der Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen.

  • Rentenversicherung: Als Minijobberin oder Minijobber im Privathaushalt sind Sie grundsätzlich rentenversichert, es sei denn, Sie beantragen schriftlich bei Ihrem Arbeitgeber die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht. Das heißt, Sie haben Anspruch auf alle Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung, zum Beispiel auf eine Erwerbsminderungsrente, Leistungen zur Teilhabe im Arbeitsleben, Altersrente. Ihr eigener Beitrag zur Rentenversicherung ist gering. Anstelle des vollen Rentenversicherungsbeitrags von derzeit 18,9 Prozent beträgt er nur 13,9 Prozent. Die Differenz von 5 Prozent trägt der Arbeitgeber als Pauschalbeitrag. Es gilt ein gesetzlicher Mindestbeitrag, der immer auf einen Verdienst von mindestens 175 Euro monatlich berechnet wird.

    Beispiel
    Sie verdienen 175 Euro monatlich. 18,9 Prozent des Rentenversicherungsbeitrags von 175 Euro ergeben 33,08 Euro, von denen Ihr Arbeitgeber 8,75 Euro zu tragen hat und Sie 24,33 Euro.

  • Steuervorteil: Ihren Rentenversicherungsbeitrag können Sie in Ihrer Steuererklärung als Vorsorgeaufwendung geltend machen. Außerdem haben Sie Anspruch auf die staatliche Förderung für die private Altersvorsorge, wie beispielsweise die sogenannte Riester-Rente.
 


Weitere Informationen:
 

Anmeldung von Minijobs im Haushalt

Minijobzentrale
45115 Essen
Telefon 0355 · 290270799 (montags bis freitags 7 bis 19 Uhr)
Fax 0201· 384979797

Sie können den Haushaltsscheck telefonisch oder per Mail (minijob@minijob-zentrale.de) bei der Minijobzentrale anfordern oder ihn online unter www.minijob-zentrale.de herunterladen, ausfüllen, unterschreiben und zurücksenden. Alles weitere (Anmeldung, Abführung der Abgaben) erledigt die Minijobzentrale für Sie.