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Ich habe eine Abmahnung erhalten. Was bedeutet das für mich?

Die Abmahnung ist eine Warnung Ihres Arbeitgebers an Sie, wenn Sie gegen vertragliche Pflichten im Betrieb verstoßen haben. Sie ist eine Vorstufe zur Kündigung, eine Warnung, die der Klärung von Konflikten dienen soll. Mit der Abmahnung soll Ihnen ermöglicht werden, Ihr  Verhalten zu korrigieren - insofern ist eine Abmahnung mit der „gelben Karte" im Sport vergleichbar. Ihr kann im Wiederholungsfall die „rote Karte" folgen - also die Kündigung.

Damit die Abmahnung ihre Warnfunktion erfüllen kann, muss sie

  • konkret Ihr Fehlverhalten aufzeigen

und

  • eindeutig die Beendigung des Arbeitsverhältnisses androhen, die Sie erwartet, wenn Sie wiederholt gegen vertragliche Pflichten verstoßen sollten.
 

 

Muss eine Abmahnung schriftlich erfolgen?

Nein. Auch eine mündlich ausgesprochene Abmahnung kann dazu führen, dass Ihnen bei einer Wiederholung des gerügten Fehlverhaltens verhaltensbedingt gekündigt wird. Eine Abmahnung muss nur dann in einer bestimmten Form erfolgen, wenn dies im Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag so festgelegt ist.

 

 

Wie viele Abmahnungen sind vor Ausspruch einer Kündigung nötig?

Die Zahl der erforderlichen Abmahnungen hängt jeweils vom Einzelfall ab. Insbesondere bei leichteren Pflichtverstößen (etwa bei geringfügiger Verspätung) können nicht nur eine, sondern zwei oder drei Abmahnungen für eine Kündigung nötig sein. Andererseits kann bei sehr schwerwiegenden Pflichtverletzungen (Diebstahl, Unterschlagung) unter Umständen auch ohne Abmahnung gekündigt werden.

 

 

Aus welchen Gründen kann mir der Arbeitgeber verhaltensbedingt kündigen?

Verhaltensbedingte Kündigungen können etwa ausgesprochen werden, wenn

  • bestimmte Verhaltensregeln nicht eingehalten werden (etwa bei Unpünktlichkeit, Alkohol am Arbeitsplatz oder unentschuldigtem Fehlen),
  • die geleistete Arbeit nicht den Anforderungen entspricht (Stichwort „Pfusch") oder wenn
  • Sie gegen die Regeln der betrieblichen Ordnung verstoßen, indem Sie Weisungen Vorgesetzter missachten oder ähnliches.

Wichtig: In der Regel muss der Arbeitgeber aber vor jeder verhaltensbedingten Kündigung eine Abmahnung aussprechen.

 

 

Kann ich wegen Krankheit abgemahnt werden?

Es kann immer nur ein Verhalten abgemahnt werden, das für Sie als Arbeitnehmer/in steuerbar ist. Sie müssen also auf das beanstandete Verhalten Einfluss nehmen können. Daher ist eine Abmahnung etwa wegen Krankheit ausgeschlossen.

 

 

Wie lange kann eine Abmahnung wirken?

Die Wirkungsdauer der Abmahnung hängt von der Art und Schwere des Vertragsverstoßes ab - in der Regel wird sie für etwa zwei bis drei Jahre wirksam sein.

Eine Regelfrist besteht jedoch nicht.

 

 

Was kann ich machen, wenn ich abgemahnt werde?

Bei einer unberechtigten Abmahnung sollten Sie eine schriftliche Gegendarstellung anfertigen und darlegen, weshalb Sie die Abmahnung nicht für gerechtfertigt halten.

 

Gleichzeitig können Sie den Arbeitgeber auffordern, die Abmahnung zurückzunehmen und aus der Personalakte zu entfernen. Dieser Anspruch kann gegebenenfalls auch gerichtlich durchgesetzt werden. Allerdings riskieren Sie bei einer gerichtlichen Durchsetzung Ihres Anspruchs auch eine erhebliche Verschlechterung Ihrer Arbeitssituation.

 

Gibt es bei Ihnen einen Betriebs- oder Personalrat, können Sie sich auch dort über die unberechtigte Abmahnung beschweren und diesen darum bitten zu versuchen, den Arbeitgeber dazu zu bewegen, die Abmahnung zurückzunehmen.

 

Auch bei einer berechtigten Abmahnung kann es sinnvoll sein, in einer schriftlichen Gegendarstellung klarzustellen, wie es zu dem Fehlverhalten kam.

 

Vom Arbeitgeber sollte grundsätzlich bei jeder Abmahnung verlangt werden, die Gegendarstellung in die Personalakte aufzunehmen.

 

Wer eine Abmahnung erhält, sollte sich in jedem Fall kompetenten Rechtsrat einholen.