Sie befinden sich auf dem Internetangebot der Arbeitnehmerkammer Bremen.
Arbeitnehmerkammer auf Twitter


›Schwarzfahren ist immer noch billiger als Bußgeld‹

5. Juli 2016
von Hanna Mollenhauer



Sicher nicht, denn wer in der Stadt Bremen beim Schwarzfahren erwischt wird, muss innerhalb von zehn Tagen 60 Euro an die BSAG zahlen. Kann der beziehungsweise die Betroffene jedoch innerhalb von sieben Tagen ein Ticket vorlegen – zum Beispiel bei vergessener Monatskarte – fällt nur eine Bearbeitungsgebühr an. Wer nicht zahlt, wird zunächst angemahnt. In einem zweiten Schritt droht ein Inkassoverfahren.

Und: Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann ernsthafte Konsequenzen haben. Nach Paragraf 265a Strafgesetzbuch ist die sogenannte Beförderungserschleichung eine Straftat und keine Ordnungswidrigkeit. Wer innerhalb von zwei Jahren dreimal beim Schwarzfahren erwischt wird, erhält spätestens dann vom Verkehrsunternehmen – zum Beispiel von der BSAG – eine Strafanzeige. Im Verfahren gegen Erwachsene (ab 21 Jahren) ist Geldstrafe Standard, bei  jüngeren Menschen werden oft Sozialstunden verhängt. Die Kosten für das Verfahren trägt der Schwarzfahrer. Theoretisch kann Schwarzfahren auch zu Gefängnis bis zu  einem Jahr führen. 2015 sind bei der Staatsanwaltschaft Bremen 4.631 Verfahren wegen Schwarzfahrens eingegangen.

Wer zu Unrecht beim Schwarzfahren erwischt wurde, etwa weil der Automat nicht funktioniert hat und das Verkehrsunternehmen diesen Grund nicht anerkennt, sollte sofort widersprechen. Bei Streitigkeiten zwischen Kunden und Verkehrsunternehmen des ÖPNV hilft in Niedersachsen und Bremen eine Schlichtungsstelle: www.nahverkehr-snub.de.

Im Jahr 2015 beförderte die BSAG mehr als 103,4 Millionen Fahrgäste. Das waren rund 283.000 pro Tag. Auf den 50 Bus- und Straßenbahnlinien auf einer Gesamtlänge von über 610 Kilometern sind täglich mehr als 330 Fahrzeuge im Einsatz. Gesteuert wurde dieser Fuhrpark im Jahr 2015 von rund 1.040 Fahrerinnen und Fahrern. Der Anteil von Menschen, die in der Stadt Bremen ohne ein gültiges Ticket aufgegriffen wurden, lag 2015 bei rund 2,8 Prozent.