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Mieterhöhung – und nun?

5. Juli 2016
von Hanna Mollenhauer

Darf mein Vermieter die Miete erhöhen wie und wann er will? Was Sie wissen sollten.



Wie muss eine Mieterhöhung formal aussehen?

Die Mieterhöhung kann nicht mündlich oder telefonisch eingehen. Sie muss per Brief oder E-Mail erfolgen und von allen Vermietern an alle Mieter gesendet werden. Der Vermieter muss die Erhöhung in Zahlen angeben, Angaben in Prozent gelten nicht. Und er muss die Erhöhung begründen. Einer der häufigsten Gründe ist eine Anpassung an die ortsübliche Miete. Darauf beziehen sich die folgenden Fragen.

Wie oft sind Mieterhöhungen möglich?
Frühestens ein Jahr, nachdem die letzte Mieterhöhung wirksam wurde, darf eine weitere Mieterhöhung angekündigt werden.

Wie stark darf der Vermieter die Miete erhöhen?
Bei bestehenden Mietverhältnissen darf der Vermieter zum einen die Miete nur gemessen an der ortsüblichen Miete erhöhen. Zum anderen darf die Kaltmiete innerhalb von drei Jahren in Bremerhaven nicht um mehr als 20 Prozent steigen, in der Stadt Bremen nur um 15 Prozent (Kappungsgrenze). Das ilt auch dann, wenn die ortsübliche Vergleichsmiete noch nicht erreicht ist.

Wie wird die ortsübliche Miete ermittelt?
Der Vermieter kann sich auf einen Mietspiegel, eine Mietdatenbank, ein Sachverständigengutachten oder drei Vergleichswohnungen berufen. In der Stadt Bremen gibt es anders als in Bremerhaven keinen Mietspiegel. Benennt der Vermieter drei Vergleichswohnungen, müssen diese von der Ausstattung, der Lage und der Größe her  ähnlich sein. Die Vergleichswohnungen müssen so bezeichnet sein, dass man hingehen und klingeln kann. Der Vermieter darf allerdings nur die niedrigste der drei  Vergleichsmieten fordern und keinen Durchschnittswert bilden. Grundlage für eine Mieterhöhung ist immer die tatsächliche Wohnfläche.

Muss der Mieter der Mieterhöhung zustimmen?
Der Mieter hat ab dem Erhalt der Mieterhöhung bis Monatsende und zwei weitere Monate Zeit zuzustimmen. Ohne Zustimmung wird die Mieterhöhung nicht wirksam. Der Mieter kann der Mieterhöhung auch nur zum Teil zustimmen. Will der Vermieter die Mieterhöhung durchsetzen, muss er klagen. Wenn Mieter eine Mieterhöhung erhalten, sollten sie sich beraten lassen (Kontaktdaten siehe unten). Übrigens: Der Mieter hat bei einer Mieterhöhung ein Sonderkündigungsrecht, das heißt, er kann den Mietvertrag mit einer verkürzten Frist lösen.



Bei einer Mietererhöhung können sich Mieter beraten lassen, zum Beispiel hier:


Weitere Informationen:
 

Mieterhöhung bei Neuvermietung
Bei Neuvermietung greift die Kappungsgrenze nicht. In der Stadt Bremen gilt die Mietpreisbremse, die verhindern soll, dass Mieten überdurchschnittlich stark steigen. Bei Neuvermietung darf der Mietpreis deshalb im Bremer Stadtgebiet höchstens zehn Prozent über dem ortsüblichen Durchschnitt liegen. Die Mietpreisbremse greift allerdings nicht, wenn eine Wohnung zum ersten Mal vermietet wird oder umfassend modernisiert wurde. Für Bremerhaven gilt sie ebenfalls nicht.

Mieterhöhung wegen Modernisierung
Bei Mieterhöhungen wegen Modernisierungen gilt die Kappungsgrenze nicht. Der Vermieter kann von den Modernisierungskosten – etwa wenn er Balkone anbringt oder energetisch saniert – bis zu elf Prozent auf die Nettojahresmiete aufschlagen. Die Erhöhung tritt drei Monate nach der schriftlichen Mitteilung darüber in Kraft. Dem Mieter steht ein Sonderkündigungsrecht zu.