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›Arbeitsverträge können nur dreimal befristet werden‹

19. Mai 2016
von Philipp Flunkert, Rechtsberater in Bremen-Nord

Wer als Arbeitnehmer einen befristeten Arbeitsvertrag abschließt, erhält mit der vierten Verlängerung des Vertrags ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Stimmt doch, oder?


Leider nicht. Jedenfalls nicht immer und vor allem nicht automatisch.

Das sogenannte Teilzeit- und Befristungsgesetz unterscheidet bei kalendermäßigen (also zeitlich festgelegten) Befristungen des Arbeitsverhältnisses zwischen solchen mit und solchen ohne Sachgrund. Wenn ein Sachgrund für die Befristung vorliegt – etwa eine Krankheits- oder Elternzeitvertretung –, können Befristungen ohne Beschränkung wiederholt oder verlängert werden.

Nur bei kalendermäßigen Befristungen ohne Sachgrund gibt es Höchstgrenzen. Befristungen ohne Sachgrund können regelmäßig nur dreimal verlängert werden und das auch nur innerhalb eines Zweijahreszeitraums. Wenn also eine einjährige Befristung um ein Jahr verlängert wird, wäre das noch zulässig. Eine zweite Verlängerung der Befristung wäre jedoch schon wegen Überschreitung der zweijährigen Höchstgrenze unzulässig. Die Anzahl der Verlängerungen spielt also nur unterhalb dieser Höchstdauer überhaupt eine Rolle. Dann wäre die vierte Verlängerung der Befristung unzulässig.

Eine unzulässige Befristung führt aber nicht automatisch zu einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Sie muss spätestens innerhalb von drei Wochen nach Ablauf der (unzulässigen) Befristung gerichtlich geltend gemacht werden. Ansonsten wird die unzulässige Befristung wirksam.


Weitere Informationen:
 

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