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11. Februar 2015

"Kassenfehlbeträge muss ich immer selbst ausgleichen"

Das stimmt so nicht. Das Bundesarbeitsgericht stellte 1998 klar (Urteil vom 17.8.1998 – 8 AZR 175/97), dass Arbeitgeber sich fehlende Kassenbeträge nicht einfach von ihren Angestellten erstatten lassen oder vom Lohn abziehen können. Grundsätzlich muss die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer nur haften, wenn ihr oder ihm zumindest mittlere oder grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann. Fehlbeträge aufgrund leichtester Fahrlässigkeit müssen gar nicht ausgeglichen werden.

Anders verhält es sich, wenn Arbeitgeber und Beschäftigte eine sogenannte Mankoabrede getroffen haben. Das kann in Form einer Klausel im Arbeitsvertrag geschehen, wonach die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer das volle Risiko für die Kasse übernimmt. Im Gegenzug für diese Verantwortung muss sie oder er aber einen angemessenen wirtschaftlichen Ausgleich in Form einer zusätzlichen Vergütung (Mankogeld) bekommen. Weitere Voraussetzung ist, dass die oder der Beschäftigte die alleinige Verfügungsgewalt und den alleinigen Zugang zur anvertrauten Kasse hat.

Außerdem muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Beschäftigten genug Zeit haben, den Kasseninhalt zu zählen und zu bestätigen. Diese Zeit ist Arbeitszeit und muss auch vergütet werden. (mol)