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"Der Arbeitgeber muss eine Kündigung begründen."
15. August 2013
von Alireza Khostevan (Rechtsberater in Bremen)

Ärgerlich genug, wenn der Arbeitgeber kündigt. Erst recht, wenn er mit keinem Wort erwähnt, warum. Viele Beschäftigte wünschen zumindest den Grund der Trennung zu erfahren. Aber haben sie ein Recht darauf?

Arbeitgeber kleinerer Betriebe brauchen ihre Entscheidung in der Regel nicht zu begründen. Arbeitgeber größerer Unternehmen, also mit mehr als zehn Beschäftigten, müssen zwar einen Grund für eine Kündigung haben, brauchen diesen aber grundsätzlich im Kündigungsschreiben nicht anzugeben. Die Kündigung kann dann auch ohne Begründung wirksam werden, wenn die oder der Betroffene nicht innerhalb der Frist von drei Wochen gegen die Kündigung klagt.

Eine Ausnahme bilden Kündigungen gegenüber werdenden und frisch gebackenen Müttern (bis vier Monate nach der Entbindung) sowie gegenüber Auszubildenden nach der Probezeit. Nur in diesen Fällen muss der Grund bereits im Kündigungsschreiben enthalten sein. Hierbei spielt die Größe des Unternehmens keine Rolle.

Wird die oder der Beschäftigte aber fristlos gekündigt, kann sie oder er vom Arbeitgeber die unverzügliche Mitteilung der Gründe verlangen. Gleiches gilt bei betriebsbedingten Kündigungen durch Arbeitgeber größerer Unternehmen hinsichtlich der Sozialauswahl. Es kann aber passieren, dass sich der Arbeitgeber hierbei Zeit lässt, bis die Kündigung nicht mehr angreifbar ist. Spätestens bei einer Klage gegen die Kündigung wird der Arbeitgeber gezwungen, den Grund offenzulegen.

Innerhalb der Probezeit braucht der Arbeitgeber in der Regel noch nicht einmal einen berechtigten Grund für eine Kündigung zu haben. Daher wird man ihn auch vor Gericht nicht erfahren.


Eine Begründungspflicht kann aber im Arbeits- oder Tarifvertrag vereinbart werden.