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Was ist die Arbeitnehmerkammer?

Die Arbeitnehmerkammer Bremen ist eine Einrichtung, die sich für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einsetzt - also für ihre Mitglieder. So wie sich die Handelskammer Bremen und die Industrie- und Handelskammer Bremerhaven für die Unternehmen stark machen, so tun wir das für die Beschäftigten (und eben auch für die Azubis!). Dass es eine Einrichtung wie die Arbeitnehmerkammer geben soll, hat die Politik beschlossen und die Einzelheiten dazu im Gesetz über die Arbeitnehmerkammer im Lande Bremen festgelgt. Wir sind keine Firma oder Behörde, sondern eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Mitglied ist jeder, der in Bremen oder Bremerhaven (also im Bundesland Bremen) arbeitet - unabhängig vom Wohnsitz. Sie wohnen zum Beispiel in Delmenhorst und machen hier in Bremen Ihre Ausbildung? Dannsind Sie Mitglied der Arbeitnehmerkammer. Wenn Sie hingegen hier wohnen, aber in Stuhr oder Weyhe arbeiten, sind Sie leider nicht Mitglied bei uns.

Ursprünglich gab es übrigens zwei Kammern: eine Arbeiterkammer und eine Angestelltenkammer. Beide wurden 1921 gegründet. Da der Gesetzgeber die rechtlichen Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten in den vergangenen Jahren aber aufgehoben hat, haben sich beide Kammern 2001 zu einer gemeinsamen Institution zusammengeschlossen: der Arbeitnehmerkammer Bremen.

 

 

 

Sind Auszubildende auch Mitglied in der Arbeitnehmerkammer?

Ja, auch Azubis sind Mitglied. Grundsätzlich ist jeder Mitglied in der Arbeitnehmerkammer, der abhängig beschäftigt ist und in Bremen oder Bremerhaven (also im Bundesland Bremen) arbeitet. Das heißt, Beamte und Selbstständige sind nicht Mitglied.  Es spielt übrigens keine Rolle, wo Sie wohnen - entscheidend für die Mitgliedschaft ist nur der Arbeitsort.
 

Muss ich mich anmelden, wenn ich Mitglied werden möchte?

Nein, denn wenn Sie in Bremen oder Bremerhaven (also im Bundesland Bremen) arbeiten oder Ihren Ausbildungsplatz haben, übernimmt Ihr Arbeitgeber die Anmeldung. Das heißt, er ist verpflichtet, jeden Monat Ihren Kammer-Beitrag von Ihrer Ausbildungsvergütung abzuziehen und an das Finanzamt zu überweisen. Das Finanzamt wiederum überweist das Geld an uns. Sie brauchen also nichts zu tun.

Eine freiwillige Mitgledschaft ist gesetzlich leider nicht möglich. Wenn Sie in Niedersachsen arbeiten und trotzdem gerne Mitglied der Arbeitnehmerkammer Bremen werden möchten, geht das leider nicht!

 

 

 

Wie viel Beitrag muss ich zahlen?

Die Beitragshöhe berechnet sich nach dem Gehalt: Wer wenig verdient, zahlt wenig Beitrag - wer viel verdient, zahlt entsprechend mehr.
Der Beitragssatz beträgt 0,15 Prozent des Bruttolohns. Beispiel: Wer 560 Euro brutto monatlich an Ausbildungsvergütung erhält, zahlt 84 Cent Kammerbeitrag. Wer dagegen 800 Euro verdient, muss 1,20 Euro zahlen. Übrigens: Die Leistungen sind für alle gleich - egal, ob Sie viel oder wenig einzahlen.
Wer weniger als 250 Euro im Monat verdient, muss noch keinen Kammer-Beitrag zahlen -  Mitglied sind Sie natürlich trotzdem.
 

Was hab' ich davon, Mitglied zu sein?

Eine Menge! Sie können alle unsere Angebote in Anspruch nehmen, die meisten kostenlos:

  • Beratung: Wenn Sie Fragen zu Ihrem Ausbildungsverhältnis haben, beraten wir Sie telefonisch, per E-Mail oder persönlich - je nachdem, wie Sie wollen bzw. wie die rechtliche Situation es erfordert. Wissen Sie z.B., ob Sie nach der Berufsschule noch in den Betrieb fahren müssen? Oder ob Sie einfach den Betrieb wechseln können, wenn es Ihnen dort nicht gefällt? Und was ist mit Überstunden? Müssen Sie die machen und wenn ja, bekommen Sie die auch bezahlt? Egal welche Fragen Sie auch haben: Rufen Sie einfach an, schreiben Sie uns oder kommen Sie vorbei - wir helfen Ihnen weiter!
  • BAM: Das Bremer Arbeitnehmer Magazin (BAM) ist das Magazin für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bremen und erscheint alle sechs Wochen. Wir schicken Ihnen das Heft kostenlos zu, wenn Sie wollen. Darin erfahren Sie nicht nur, welche rechtlichen Neuigkeiten es in Bezug auf die Arbeitswelt gibt, hier finden Sie auch Tipps und Termine zu Veranstaltungen, Veröffentlichungen und zu wichtigen politischen Themen.
  • Flyer/Broschüren: Als Mitglied erhalten Sie auch alle anderen Veröffentlichungen der Arbeitnehmerkammer. Ob Rechtsinfos als handlichen Flyer oder ausführliche Informationen in Form einer dicken Broschüre - wir geben regelmäßig Infos für unsere Mitglieder heraus, damit alle in Sachen Arbeitsrecht, Arbeits- und Gesundheitsschutz auf dem Laufenden sind. Wer sich nicht die Mühe machen will, bei uns vorbeizukommen, erhält die Infos auch kostenlos zum Download.
  • KammerCard: Wenn Sie Mitglied sind, können Sie kostenlos die KammerCard anfordern - das ist Ihre persönliche Vorteilskarte. Mit Ihr können Sie nicht nur problemlos und schnell alle unsere Angebote in Anspruch nehmen, sondern Sie erhalten auch Vergünstigungen im Bremer Kulturbetrieb.
    Weiterer Vorteil: Die Kurse und Seminare der Wirtschafts- und Sozialakademie (wisoak) können Sie mit der KammerCard günstiger buchen. Bei der wisoak können Sie übrigens nicht nur Sprach- oder Wirtschaftsseminare belegen, unsere Tochtergesellschaft bietet auch speziell für Azubis prüfungsvorbereitende Kurse an.
  • Wenn Sie in Ihrem Betrieb in der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) sind (oder später im Betriebs- bzw. Personalrat), können Sie sich bei uns speziell über die Möglichkeiten der betrieblichen Mitbestimmung informieren. Dort gibt es sogar eine Hotline, die Sie in Notfällen von Montag bis Freitag erreichen können.
  • Außerdem machen wir für Sie Lobbyarbeit! Das heißt, wir untersuchen ständig den Arbeits- und Ausbildungsmarkt, um festzustellen, was die Politik anders/besser machen muss, damit Arbeitnehmer und Azubis gute Arbeitsbedingungen vorfinden bzw. überhaupt ausreichend Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Darüber hinaus beschäftigen wir uns natürlich auch mit anderen Politikfeldern, etwa mit der Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik oder der Bildungspolitik. Die Abteilung, die sich bei uns mit diesen Fragen auseinandersetzt, ist die Politikberatung.
 

 

Warum habe ich noch nie Post von der Arbeitnehmerkammer bekommen?

Auch wenn es verrückt klingt: weil wir nicht wissen, wer unsere Mitglieder sind. Wenn Sie noch nie bei uns waren und auch keine KammerCard bei uns beantragt haben, dann wissen wir nicht, wer Sie sind, wo Sie wohnen oder ob Sie Mitglied der Arbeitnehmerkammer sind. Hintergrund ist der Datenschutz: Die Arbeitgeber sind nicht berechtigt, uns zu sagen, wer namentlich bei ihnen arbeitet. Deshalb überweist der Arbeitgeber einmal im Monat einfach alle Kammer-Beiträge, die er von seinen Beschäftigten einbehält, an das Finanzamt. Das Finanzamt überweist wiederum jeden Monat die gesammelten Beiträge an uns. Wir erfahren also nicht, welche Unternehmen überhaupt wie viele Mitarbeiter beschäftigen und Kammer-Beitrag zahlen.

Kurz gesagt: Aus datenschutzrechtlichen Gründen haben wir keine Mitgliederliste und können Sie deshalb auch nicht persönlich anschreiben oder anrufen. Wir sind vielmehr darauf angewiesen, dass Sie sich bei Fragen oder Problemen an uns wenden -  oder uns beispielsweise zu Ihnen in die Berufsschulklasse einladen oder zu einer Betriebsversammlung.
 

Gibt es die Arbeitnehmerkammer auch in anderen (Bundes-)Ländern?

Ja, in Deutschland aber nur im Saarland, dort heißt sie Arbeitskammer. In weiteren Bundesländern und auf Bundesebene gibt es sonst keine vergleichbare Institution wie die Arbeitnehmerkammer.

Außerhalb Deutschlands gibt es ähnliche Einrichtungen noch in Österreich (Arbeiterkammer) und in Luxemburg (La Chambre des salariés).

 

 

 

Ich will nicht mehr Mitglied sein. Wie kann ich mich abmelden?

Auch wenn es Sie vielleicht ärgern wird: gar nicht. Ähnlich wie die Mitgliedschaft bei der Renten- oder der Arbeitslosenversicherung funktioniert auch die Mitgliedschaft bei uns: wer arbeitet bzw. eine Ausbildung macht, ist zugleich Mitglied. Diese Pflichtmitgliedschaft hat der Gesetzgeber so vorgesehen, weil es uns sonst nicht möglich wäre, die Interessen aller Beschäftigten gleichermaßen zu vertreten. Wäre die Mitgliedschaft freiwillig, wären wir in erster Linie verpflichtet, die Interessen speziell dieser Mitglieder wahrzunehmen - und wenn dies nun hauptsächlich Beschäftigte aus dem Einzelhandel sind, müssten wir die Belange z.B. der Arbeitnehmer aus dem Bau- oder Speditionsgewerbe zurückstellen.
Kurz gesagt: Wenn wir uns für alle einsetzen sollen, dann müssen auch alle dabei sein. Sonst fehlt uns schlicht die demokratische Legitimation, um die uns übertragene öffentliche Aufgabe wahrzunehmen (die Interessen aller Beschäftigten zu vertreten).

Doch bevor Sie sich jetzt ärgern: Sagen Sie uns doch, was Ihnen nicht gefällt, was wir besser machen können oder welche Angebote wir speziell für Auszubildende und junge Berufseinsteiger machen sollen. Wenn Sie Verbesserungsvorschläge haben, dann mailen Sie uns einfach oder rufen Sie uns an unter 0421/36301-0 (Bremen) bzw. 0471/92235-0 (Bremerhaven)!