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Der Berufseinstieg: Infos für Azubis

5. Juli 2016
von Hanna Mollenhauer

Die neuen Kollegen und die Hierarchien im Betrieb kennenlernen, sich in neues Wissen einarbeiten, Freizeit und Berufsleben abstimmen, den Alltag organisieren – wer einen Ausbildungsplatz gefunden hat, muss sich erst mal orientieren. Was Auszubildende wissen sollten, damit der Start gut gelingt.



Erstuntersuchung
Wer 15, aber noch nicht 18 Jahre alt ist und eine Ausbildung beginnen will, muss innerhalb von 14 Monaten vor Beginn der Ausbildung zum Arzt. Es wird untersucht, ob der oder die Jugendliche gesundheitlich für den Beruf geeignet ist. Die Ergebnisse kriegen die Eltern und der oder die Untersuchte. Der Arbeitgeber erhält eine Bescheinigung. In den letzten drei Monaten des ersten Ausbildungsjahrs müssen minderjährige Azubis zur Nachuntersuchung.

Fürsorgepflicht des Arbeitgebers
Der Arbeitgeber muss Leben und Gesundheit seiner Mitarbeiter schützen, indem er Arbeitsunfälle vermeidet, Gesundheitsgefahren verhindert und Berufskrankheiten vorbeugt. Dazu gehört es beispielsweise, Arbeitsplätze gesundheitsgerecht zu gestalten, den Umgang mit Gefahrstoffen zu sichern, Vorsorgeangebote wie Augenuntersuchungen anzubieten und für Schutzausrüstung zu sorgen.
Pausen
Auszeiten von der Arbeit dienen der Erholung. Nach spätestens sechs Stunden steht Beschäftigten und Auszubildenden über 18 Jahren eine halbe Stunde Pause zu. Nach neun Stunden 45 Minuten. Minderjährige müssen bei einer Arbeitszeit von 4,5 bis sechs Stunden eine halbe Stunde Pause machen, bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden eine Stunde.

Urlaub
Volljährige Azubis haben einen gesetzlichen Anspruch auf mindestens 24 Werktage Urlaub bei einer Sechs-Tage-Woche. Minderjährige haben mehr Urlaubstage (15 Jahre: 30 Tage, 16 Jahre: 27 Tage und 17 Jahre: 25 Tage). Übrigens: Im Land Bremen haben Arbeitnehmer – also auch Auszubildende – Anspruch auf Bildungsurlaub. Das heißt, Beschäftigte können Bildungsangebote nutzen, die nichts mit dem Beruf zu tun haben müssen und bekommen dafür bezahlten Urlaub.

Krankmeldung
Wer krank ist, muss schnellstmöglich im Betrieb Bescheid geben. In der Regel wird sowohl der direkte Vorgesetzte als auch die Personalabteilung informiert. Die Art der Krankheit ist Privatsache und geht den Arbeitgeber nichts an. Auszubildende sollten sich zu Beginn der Ausbildung erkundigen, ab welchem Tag die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vorgelegt werden muss und ob auch die Berufsschule eine AU braucht.

Unfälle
Wer einen Arbeitsunfall hat oder auf dem Weg von oder zum Arbeitsplatz verunglückt, muss den Arbeitgeber informieren und einen sogenannten Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen. Die Unfallkosten trägt die zuständige Berufsgenossenschaft.

Sozialversicherung
Azubis müssen sich in der Regel selbst krankenversichern. Sie können die Krankenkasse frei wählen und geben diese dann dem Arbeitgeber an. Zur Sozialversicherung gehören außerdem Arbeitslosen-, Renten-, Unfall- und Pflegeversicherung. Die Beiträge werden anteilig von Arbeitgeber und Auszubildendem gezahlt. Die Unfallversicherungskosten trägt der Ausbildungsbetrieb allein.

Schwangerschaft
Schwangerschaft ist kein Grund für einen Ausbildungsabbruch. Nachdem der Ausbildungsbetrieb informiert wurde, gelten besondere Vorschriften, um Mutter und Kind zu schützen. Auch eine Teilzeitausbildung ist oft möglich, das heißt, die Auszubildende arbeitet weniger Wochenstunden und die Ausbildung verlängert sich entsprechend. Grundsätzlich können sowohl Vater als auch Mutter Elternzeit nehmen.


Weitere Informationen:
 

Rechtsberatung zu Fragen rund um Arbeit und Ausbildung
Auszubildende sind Mitglied in der Arbeitnehmerkammer und können sich kostenlos bei Fragen etwa zu Abmahnung, Ausbildungszeugnis, Krankenversicherung oder Kündigung beraten lassen.
www.arbeitnehmerkammer.de/beratung

Broschüre ›Wissen, was Sache ist‹
Hier finden Azubis Infos von A wie Arbeitszeit über K wie Krankmeldung bis Z wie Zeugnis.

Veranstaltung für Berufsschulklassen
Berufsschullehrer können mit ihren Klassen in die Arbeitnehmerkammer kommen. Als Mitglieder lernen die Auszubildenden ihre Kammer kennen und können einem Rechtsberater Fragen zum Ausbildungsrecht stellen. Telefon 0421·36301-74