Sie befinden sich auf dem Internetangebot der Arbeitnehmerkammer Bremen.
Arbeitnehmerkammer auf Twitter

english summaryTürkçe özet i.S.v.русский язык - краткое изложениеPodsumowanie w j. polskim

Beratungsangebot ›Ausbildung – Bleib dran!‹ wird 2016 in der Stadt Bremen ausgebaut

18. Februar 2016

von Meike Lorenzen (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Lehrjahre sind auch im Jahr 2016 oft keine Herrenjahre. Das gilt sowohl für Azubis als auch für Ausbilder. Nicht selten wird eine von beiden – oder gar beide – Parteien nach einem zähen Bewerbungsprozess enttäuscht.

Das Arbeitsleben ist nicht so aufregend, wie man es sich von der Schulbank aus erträumt hat – und der neue Kollege oder die neue Kollegin hält nicht, was sie im Vorstellungsgespräch versprochen hat. ›In der Regel haben beide Seiten ganz bestimmte Erwartungen an eine Ausbildungssituation. Wenn diese nicht erfüllt werden, gerät der erfolgreiche Ausbildungsabschluss schnell in Gefahr‹, sagt Frank Meng, Leiter von ›Ausbildung –Bleib dran!‹. Gefördert durch den Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen bietet das Projekt seit 1999 Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben Beratung und Vertretung in Konfliktsituationen an – ganz gleich ob im Betrieb, in der Schule oder im Privaten.

Ab 2016 unterstützt die Arbeitnehmerkammer Bremen die Arbeit mit einer neuen Beratungsstelle, um die Zahl der Ausbildungsabbrüchezu reduzieren. Künftig stehen damit in der Stadt Bremen drei Beraterinnen und Berater für Auszubildende und Betriebe als Anlaufstelle bei allen Problemen rund um die Ausbildung zur Verfügung. Und das ist dringend nötig. Derzeit wird fast jeder vierte Ausbildungsvertrag in der dualen Ausbildung im Land Bremen vorzeitig beendet.

Im Zentrum steht der Dialog zwischen Azubis und Ausbildern, um Konflikte am Arbeitsplatz zu lösen. Kommt es zu keiner Lösung, unterstützen die Berater aber auch dabei, Ersatzbetriebe zu finden, damit die jungen Berufstätigen ihre Ausbildung erfolgreich beenden können. ›Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen künftig an allen Bremer Berufsschulen erreichbar sein, der Wirkungskreis des Projekts wird damit deutlich vergrößert. Dass dies durch die ergänzende Unterstützung der Arbeitnehmerkammer gelingt, ist sowohl für Auszubildende als auch Betriebe eine große Chance‹, sagt Frank Meng. Das große Plus: die Anbindungan die Schulen und eine enge Kooperation mit den Lehrkräften. Beides ist für den Erfolg des Projekts ungemein wichtig. ›Dadurch, dass wir vor Ort eine unabhängige und neutrale Beratunganbieten, können wir den Jugendlichen direkt helfen und die Betriebe entlasten‹, sagt Meng.

Warum Ausbildungsverträge gebrochen werden

Das Land Bremen hat sich im Rahmen des regionalen Ausbildungspakts ›Bremer Vereinbarungen für Ausbildung und Fachkräftesicherung‹ zum Ziel gesetzt, die Quote der vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung von aktuell 23,7 Prozent auf 18 Prozent im Jahr 2017 zu reduzieren.

Die Gründe für diese hohe Quote sind vielfältig. ›Es ist nicht richtig, Ausbildungsabbrüche auf die fehlende Ausbildungsreife und das geringe Durchhaltevermögen der Jugendlichen zurückzuführen‹, betont Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer. Meist wirken ganz unterschiedliche Faktoren zusammen. So spielt auf Seiten der Jugendlichen die Qualität der schulischen Vorbildung und eine gute Berufsvorbereitung eine wichtige Rolle. Aber auch auf Seiten der Unternehmen gibt es Risikofaktoren.

Dazu zählt die zum Teil fehlende Qualität, mit der die Betriebe die Ausbildung durchführen. Auffällig hoch ist die Vertragslösungsquote beispielsweise da, wo nicht viel in die Ausbildung investiert wird. Besonders häufig werden Ausbildungsverträge im Hotel- und Gaststättenbereich, im Friseurhandwerk und im Lebensmittelfachverkauf gelöst. Hier bricht mehr als die Hälfte die begonnene Ausbildung wieder ab. Und auch in kleineren Firmen gibt es häufig Probleme. Dort fehlt es an finanziellen und personellen Kapazitäten, um Auszubildende umfassend an den Beruf heranzuführen.