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Ausbildungsbrücke Betriebspraktikum

16. Juli 2012
von Gerlinde Hammer, Eugen Nordloh, Elisabeth Rupprecht (Projektteam ›Ausbildungsbrücke Betriebspraktikum‹ / IAW)

Mit Beginn des neuen Schuljahres im September 2012 werden am Schulzentrum in der Alwin-Lonke-Straße in Bremen unter dem Titel ›Ausbildungsbrücke Betriebspraktikum‹ zwei Berufsfachschulklassen für die Schwerpunkte Bautechnik und Farb- und Raumgestaltung eingerichtet. Jugendliche mit schlechten Startbedingungen erhalten hier die Chance, im Handwerk eine Ausbildung zu beginnen.

Der direkte Übergang von der Schule in eine Ausbildung ist für viele Jugendliche nicht selbstverständlich. Zwar hat sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt aufgrund der positiven Konjunkturentwicklung entspannt, allerdings deckt das Angebot an Ausbildungsplätzen immer noch nicht die Nachfrage. Insbesondere für Jugendliche mit schlechten Startbedingungen bleibt die Lage kritisch. Weniger gute Schulnoten, erfolglose Bewerbungen, fehlende berufliche Angebote oder auch lebensweltliche Problemlagen können den Beginn einer Berufsausbildung erschweren.

Deshalb wechselten in den vergangenen Jahren im Land Bremen die Hälfte der Jugendlichen mit einfacher Berufsbildungsreife und zwei Drittel mit erweiterter Berufsbildungsreife in das schulische Übergangssystem. Sie konnten keinen Ausbildungsplatz finden oder wollten mit einem weiteren Schulbesuch höherwertige Abschlüsse erreichen, um ihre Auswahlmöglichkeiten auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern. In der Stadt Bremen begannen nach diesem weiteren Schuljahr allerdings nur knapp 30 Prozent der Jugendlichen eine Ausbildung. Das schulische Übergangssystem, zu dem auch die Berufsfachklassen zählen, steht daher im Verdacht, eine sinnlose Warteschleife für die Jugendlichen zu sein.

Hier setzt der Schulversuch am Schulzentrum in der Alwin-Lonke-Straße an. Die Jugendlichen im Projekt ›Ausbildungsbrücke Betriebspraktikum‹ erhalten eine reelle Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. Diese Chance geben ihnen Bremer Handwerksbetriebe, die Praktikumsplätze für Azubis in spe anbieten. Für die Jugendlichen sind die Praktika Eintrittskarte in eine betriebliche Ausbildung – wenn es ihnen gelingt, den Anforderungen im Betrieb gerecht zu werden. Dabei helfen ihnen betriebliche Ausbilder wie schulische Lehrkräfte, so dass sie ihre Stärken ausbauen und an ihren ›Schwachstellen‹ arbeiten können.

Damit wirklich tragfähige Brücken in eine Ausbildung gebaut werden können, werden im Rahmen des Schulversuchs ganz neue Strukturen und Verantwortlichkeiten in der Kooperation zwischen den Lernorten Schule und Betrieb aufgebaut und Unterrichtsinhalte neu definiert. Das Institut Arbeit und Wirtschaft (IAW), eine gemeinsame Einrichtung der Universität Bremen und der Arbeitnehmerkammer, berät und begleitet den Schulversuch wissenschaftlich. Die Arbeitnehmerkammer unterstützt diesen Ansatz, um direktere Einstiege in eine Ausbildung zu ermöglichen. Schule und Wirtschaft werden auch künftig, trotz verbesserter Lage auf dem Ausbildungsmarkt, kooperieren und Hand in Hand arbeiten müssen, um Jugendlichen mit ungünstigeren Voraussetzungen eine Chance auf einen vollwertigen Berufsabschluss bieten zu können und auf diesem Wege auch zukünftige Fachkräftebedarfe zu sichern.


Weitere Informationen:
 

Dualisierte Berufsfachschule – Ausbildungsbrücke Betriebspraktikum
Projektträger des aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierten Projekts ist die Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit.
Unterstützt wird das Projekt von der Arbeitnehmerkammer, der Handwerkskammer, der Kreishandwerkerschaft und der Bau-, Dachdecker- und Maler- und Lackierer-Innung. Der Schulversuch wird am Institut Arbeit und Wirtschaft vom Projektteam Gerlinde Hammer, Eugen Nordloh und Elisabeth Rupprecht wissenschaftlich begleitet und von der Arbeitnehmerkammer durch die bildungspolitische Referentin Susanne Achenbach fachlich unterstützt.
Weitere Informationen: www.iaw.uni-bremen.de/dualisierte-bfs