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›Ausbildung – Bleib dran‹

16. Juli 2012
von Frank Meng (Projektleiter ›Ausbildung – Bleib dran‹ / aap)

Die Berufsausbildung markiert einen tief greifenden Einschnitt im Leben eines jungen Menschen: Man muss seine Vorstellungen mit denen der Betriebe in Einklang bringen, sich in ungewohnten Hierarchien zurechtfinden, mit neuen Zeitstrukturen zurechtkommen, neue schulische Aufgaben bewältigen und insgesamt für sich eine Rolle in der Gesellschaft finden. Dass diese Herausforderungen kaum konfliktfrei zu bewältigen sind, liegt auf der Hand.

›Ich lern bei mir im Betrieb nichts – ständig muss ich das Lager ausräumen und putzen.‹ Helge M. ist im ersten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Metallbauer. Nach einem erfolglosen Gesprächsversuch mit seinem Chef, der wegen zu hohem Arbeitsaufkommen dafür keine Zeit hatte, wendete sich Helge M. an die Beratung von ›Ausbildung – Bleib dran‹. Im folgenden Mediationsgespräch mit Azubi, Ausbilder und ›Ausbildung – Bleib dran‹ wurden die Vorteile des Ausbildungsrahmenplans für den Azubi und vor allem auch für den Betrieb erläutert, beispielsweise hätte Helge M. mit mehr gelerntem Fachwissen im Betrieb viel besser mitarbeiten können. Das leuchtete auch dem Ausbilder ein, so dass eine gute Zusammenarbeit zwischen Azubi und Betrieb wieder möglich wurde.

Konflikte im Betrieb, Probleme in der Schule oder im privaten Bereich sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel in einer Berufsausbildung. Statt aber in den verfahrenen Situationen frühzeitig die Unterstützungsangebote bei der Konfliktbewältigung zu nutzen, herrscht bei vielen Auszubildenden und Betriebsinhabern eine selten produktive Einzelkämpfermentalität vor. Im Ergebnis schaukeln sich Schwierigkeiten immer weiter hoch, was dann oft genug zu vorzeitigen Ausbildungsabbrüchen führt. Das aber kann in aller Regel weder im Interesse der Auszubildenden noch der Betriebe liegen. Jungen Menschen droht frühzeitig der Weg ins gesellschaftliche Abseits und die Betriebe verlieren wichtige Ressourcen im Rahmen ihrer Nachwuchssicherung.

Das Beratungs- und Mediationsangebot ›Ausbildung – Bleib dran‹ der Akademie für Arbeit und Politik (aap) bemüht sich deshalb seit über zehn Jahren erfolgreich, Auszubildende und Betriebsinhaber bei der Bewältigung von ausbildungsbedrohenden Konflikt- und Problemlagen zu unterstützen. Die Beratung konzentriert sich dabei auf die besonders konfliktreichen Bereiche des Handwerks und der Gastronomie. An sieben Berufsschulen im Land Bremen wird eine regelmäßige, vertrauliche Vor-Ort-Beratung angeboten und auch den Betrieben steht ›Ausbildung – Bleib dran‹ als Ansprechpartner zur Verfügung. Mithilfe von Mediationsgesprächen gelingt es in sehr vielen Fällen, auch emotional aufgeladene Konflikte in den Betrieben zu versachlichen, gemeinsam Lösungen zu finden und eine Fortsetzung der Ausbildung zu ermöglichen.

Der Erfolg gibt dem Konzept von ›Ausbildung – Bleib dran‹ recht: In neun von zehn Fällen setzen die Auszubildenden ihre Ausbildung fort, meist auch in den angestammten Betrieben und unter qualitativ höherwertigen und für alle Beteiligten angenehmeren Bedingungen. Dabei zeigt alle Erfahrung, dass sich auch scheinbar ausweglose Konflikte oft dann bewältigen lassen, wenn sie so früh wie möglich angegangen werden.

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Weitere Informationen:
 

›Ausbildung – Bleib dran‹ ist ein Projekt der Akademie für Arbeit und Politik (Universität Bremen) und wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Es arbeitet eng mit Berufsschulen, Kammern, der DEHOGA, den Innungen, der Agentur für Arbeit, verschiedenen Behörden, Trägern der ausbildungsbegleitenden Hilfen und anderen zusammen.

Die Akademie für Arbeit und Politik (aap) gehört zum Kooperationsbereich Universität – Arbeitnehmerkammer Bremen. Die Beratung von ›Ausbildung – Bleib dran‹ erfolgt kostenlos, neutral und vertraulich.

Weitere Infos zum Projekt und Kontakt für Auszubildende und Betriebe:
www.bleibdran.uni-bremen.de